Wu Wei – wie du es schaffst ruhig zu bleiben

WU WEI – die Kunst Nichts zu tun

Handle nicht –
und doch bleibt nichts ungetan.

(Daodejing)

Vorige Woche bekam ich eine E-Mail von einer Freundin. Sie ist eine Frau, die sich sehr für das Gute engagiert und für Gerechtigkeit eintritt. Sie ist sehr hilfsbereit und sie hat Angst vor der politischen Entwicklung in unserem Land. Sie fragte mich, wie ich denn damit umgehen würde, wie ich den Spagat schaffen würde, ruhig zu bleiben, obwohl es draussen so tobt.

Diese Frage ist nichts Neues, die wird sehr oft gestellt und wenn man aufmerksam ist, dann spürt man auch die Angst, die da in der Luft liegt.

Kampf erzeugt immer Kampf! Auch wenn ich für das Gute kämpfe ist das Kampf.

Wenn es dir genau so geht und du am liebsten sofort alle Menschen um dich herum missonieren möchtest, dann denke bitte an Folgendes:

  • Du kannst andere Menschen nicht verändern – verändern kannst du nur deine Sichtweise darauf.
  • Jeder Mensch ist anders, hat andere Erfahrungen gemacht, hat anders gelebt und andere Glaubensmuster in sich. Nur weil du denkst, dass dein Denken das richtige Denken ist, heißt es noch lange nicht, dass dein Gegenüber falsch handelt. Er/Sie handelt so, wie es für ihn/sie am besten erscheint.
  • Deine Aufgabe ist es glücklich zu sein, deine Aufgabe ist es nicht, andere Menschen zu missionieren.
  • Wenn du etwas in der Welt verändern möchtest, dann geh mit gutem Beispiel voran. Tu Gutes, denke gut, gehe gut mit dir und deinen Mitmenschen um und sei aufrichtig und ehrlich.
  • Vertritt klar und deutlich deinen Standpunkt und erkenne, dass dein Standpunkt nicht für alle passen muss.
  • Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun und lass die anderen sein, wie sie sind.
  • Vertraue darauf, dass alles was passiert für etwas gut ist und dass es einen größeren Plan gibt – alles müssen wir nicht verstehen.

Das Prinzip des WU WEI

Wu Wei ist eine Lebenskunst des Tao und bedeutet so etwas wie „Nichtstun“ oder „Nichthandeln“. Das soll nicht bedeuten, dass uns alles egal sein soll oder wir träge werden sollen. Es sagt eher aus, dass Abwarten oft besser ist, als sofortiges, übereiltes Handeln. Wir sollen in unser Innerstes hören und nicht nur handeln, weil wir bestimmte Erfahrungen gemacht haben. Könnten wir alles einfach etwas laufen lassen, würden sich vieles von selbst erledigen.

Es gibt für alles die richtige Zeit, nur wir wollen das nicht immer so sehen. Wir möchten sofort etwas haben, sofort etwas ändern und am liebsten schon gestern alles erledigt haben. Wir analysieren unsere Probleme und denken ständing darüber nach.

Würden wir das Prinzip des WU WEI öfter praktizieren, wären wir viel gelassener und wir würden spüren, wenn wir handeln müssen.

Es ist ein Trugschluss wenn du glaubst, dass du den Kopf in den Sand steckst oder wegschaust, nur weil du im Moment nichts tust. Du schaust ja nicht weg. Du siehst die Probleme um dich herum, du spürst die Unruhe und du weißt, dass nicht alles gut ist. Wenn du gelassen bist, dann weißt du einfach, dass du nicht immer alles verändern kannst und dass nicht immer die richtige Zeit für dein Handeln ist.

Als ich aufhörte zu kämpfen, kam plötzlich alles von selbst und ich merkte es zuerst nicht einmal.

Im Laufe des Gespräches mit dieser Freundin, die mir die Ausgangsfrage gestellt hatte, kamen wir auch auf ein paar Epsioden zu sprechen, die in der Vergangenheit waren. Irgendwann sagte sie mir:

„Als ich aufhörte zu kämpfen, kam plötzlich alles von selbst und ich merkte es zuerst nicht einmal!“

Mit diesem Satz gab sie sich eigentlich die Antwort selbst.

Als sie aufhörte zu kämpfen und es einfach so annahm, wie es war, kam es von selbst und zwar ganz leicht.

Warum ist das so?

Wir sind mit unseren Gedanken meist irgendwo in der Vergangenheit oder auch schon in der Zukunft, fast nie in der Gegenwart, im Hier und Jetzt. Wir wollen etwas verändern, etwas haben, jemand sein und sind deshalb nie da, wo wir sein sollten. Hier bei mir und hier im Jetzt.

Wir genießen die Zeit nicht, die wir haben, es fällt uns oft schwer dankbar dafür zu sein, was wir haben. Wir wollen immer irgendetwas erreichen oder etwas durchsetzen und so sind wir ständing im Kampf. Im Kampf kann aber nichts fließen.

Wenn du immer dein Außen verändern möchtest, z.B. die Menschen um dich herum, dann konzentrierst du dich immer auf diese Aufgabe und vergisst dich selbst. Die Aufgabe ist sehr schwierig und kostet viel Energie und zum Schluss bist du frustriert. Du hast dir eine Aufgabe auferlegt, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.

Lass es sein, vertraue auf das Leben selbst und darauf, dass alles zur richtigen Zeit so kommt, wie es sein soll.

Dazu habe ich heute einen wunderschönen Artikel gefunden: Nichts geschieht ohne Grund in deinem Leben

In diesem Artikel werden vier indianische Gesetze der Spiritualiät beschrieben, die besagen, dass nichts in deinem Leben ohne Grund geschieht.

  1. Gesetz: „Die Person, die dir begegnet, ist die richtige“
    Niemand kommt zufällig in dein Leben. Jeder Mensch, der dir begegnet, mit dir zusammen ist oder nur flüchtig einen Eindruck hinterlässt, steht für etwas. Entweder um dir etwas zu lehren oder dich auf deinem Weg weiterzubringen.
  2. Gesetz: „Das was passiert ist das Einzige was passieren konnte“
    Nichts was uns passiert hätte anders sein können. Es gibt kein – wenn ich doch…, hätte ich doch… Alles was uns im Leben widerfährt ist absolut perfekt für uns und unsere Entwicklung.
  3. Gesetz: „Jeder Moment in dem was beginnt, ist der richtige Moment“
    Es passiert alles zum rechten Zeitpunkt (mit dem Gesetz habe ich noch so ab und zu meine Probleme, überhaupt wenn es meiner Meinung nach nicht schnell genug geht ;-))
  4. Gesetz: „Was zu Ende ist, ist zu Ende!“
    Wenn etwas zu Ende ist, dann dient es unserer Entwicklung. Festzuhalten blockiert uns nur am Weitergehen.

Wenn du dir immer wieder diese vier Gesetze vor Augen hälst, dann fällt es dir mit der Zeit viel leichter, ruhig zu bleiben, auch wenn es rundherum tobt.

Was sind deine Strategien um ruhig zu bleiben? Vielleicht magst du mir ein Kommentar schreiben oder ein E-Mail? Lasst uns gemeinsam meinen Lesern helfen, immer mehr die Mitte zu finden.

Breite deine Flügel aus

Cornelia

 

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Cornelia,
    ich denke, dass es immer das ist, was wir im Außen verändern wollen, das ist, was uns selbst triggert. Es zu wissen und dann umzusetzen ist nicht einfach. Da stehe ich oft auf der Leitung 😉
    Dann kommt es auch darauf an, wie sehr es mich ärgert. Manchmal reicht ein tiefer Atemzug, um wieder runter zu kommen. Manchmal reichen auch 100 bewusste Atemzüge nicht.
    Irgendwann wird mir dann klar, wo ich in gewissen Situationen immer noch stehe. Da ist dann Geduld gefragt. Irgendwann reicht dann auch da ein Atemzug.
    Ja, und da kämpfe ich immer noch mit mir selbst 🙂
    Ich weiß, dass ich immer nur mich selbst ändern kann – nie mein Gegenüber, eine Situation im nachhinein. Manche Eigenschaften mancher Menschen ärgern mich ohne Ende. Die Frage, was das mit mir zu tun hat, ist meist nicht leicht zu beantworten. Das hält mich fest, wo ich gelassen weiter gehen sollte. So etwas als Lernaufgabe anzunehmen ist nicht einfach.
    Vieles wird einem immer später klar – wenn man es los lässt. Aber da bin ich zu sehr Mensch. Ich lerne meistens nur auf die „harte“ Tour…
    Ich weiß auch, wann ich auf diesem Weg bin! Anscheinend geht auf halben Weg umdrehen nicht… Dann ist es eben so! Es ist mein Weg…
    Manche Menschen begleiten einen auch über das scheinbare Ende hinaus… Das ist eben so! Immer wieder die Frage nach dem Warum bringt einen auch nicht weiter… Annehmen… Ruhe einkehren lassen… Bis zum nächsten Mal!
    Wissen (Kopf) reicht oft nicht, um zu einer Erkenntnis (Herz) zu kommen. Für mich ist da der Spagat… Der Weg vom Kopf zum Herzen – oft ein weiter Weg.

    Lieben Gruß
    Andrea

    1. Liebe Andrea,

      danke für dein ausführliches Kommentar. Ja manchmal reicht ein tiefer Atemzug, manchmal reichen mehrere nicht. Dann ist da meist noch etwas anderes, tieferes im Verborgenen. Ich akzeptiere das dann einfach und denke mir, „ok, ist noch nicht an der Zeit“.

      Mit dem Ärgern ist es dasselbe. Was hat das mit mir zu tun? Wenn da nichts kommt, dann hat es vielleicht auch gar nichts mit dir zu tun. Dann ärgerst du dich halt gerade einfach über dieses Verhalten des anderen 😉 Man muss nicht immer alles hinterfragen, manchmal ist es einfach ein ärgern.

      Mit der „harten“ Tour kenne ich mich aus 🙂 In manchen Situationen brauchen wir große Schmerzen um weiterzugehen. Natürlich wäre der sanfte Weg der einfachere und ich bin mir sicher, wir sind schon viele sanfte Wege gegangen – nur sind die uns vielleicht nicht aufgefallen – weil es ja nicht weh getan hat.

      Ich wünsche dir auf alle Fälle viele Erkenntnisse und viel Freude auf dem Weg. Bin mir sicher, dass du deine Wege gehst 🙂

      Alles Liebe
      Cornelia

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