Was wir von unseren Kindern lernen können

… wenn wir es nur zulassen!

Ich möchte heute diesen Artikel schreiben, weil ich immer wieder mitbekomme, wie manche Eltern ständig ihre Überzeugungen ihren Teenies „aufdrücken“ wollen.

Sie erwarten sich etwas und sind beleidigt, wenn die Kids nicht sofort das machen, was sie wollen oder vielleicht auch noch eine eigene Meinung dazu preisgeben!

Bevor ich hier jedoch eine Welle der „Erschütterung“ auslöse, möchte ich eines klar stellen:

  • Ich war nie eine Mama, die den Kindern immer alles erlaubt hätte. Sie kannten immer ihre Grenzen und sie überschritten sie auch „fast“ nie  😉
  • Ich hatte und habe auch meine „Erwartungen“ an die Kinder, dass zum Beispiel das Geben und Nehmen, je nach Alter der Kinder, ausgewogen ist.
  • Ich möchte auch, dass sie im Haushalt helfen, ihre Zimmer selbst sauber halten und sich nicht nur gemütlich im „Hotel-Mama“ einrichten.
  • Jedoch war mir immer wichtig, dass sie zu eigenen Persönlichkeiten heranwachsen können, Fehler machen dürfen und NICHT meine Glaubenssätze mitschleppen müssen.

Ich hatte ein paar Grundsätze, die mir immer wichtig waren:

  • Immer Bitte und Danke sagen
  • Immer grüßen
  • Immer freundlich, höflich und zuvorkommend sein
  • Verantwortung für das eigene Tun übernehmen
  • Vertrauen untereinander und offene Kommunikation

Diese Grundsätze vermittelte ich ihnen immer wieder und als ich sah, dass sie dies als Selbstverständlichkeit in ihre Persönlichkeit integriert hatten, konnten die Grenzen immer weiter werden.

Ich bin im Grunde ein sehr ruhiger Mensch, aber gewisse Situationen bringen mich noch immer zum „Kochen“.

Z.B. Sätze von Eltern zu Kindern, wie:

  •  „wir haben so viel für euch getan, deshalb könntet ihr …“

oder:

  •  „Ich hab dir dieses ferngesteuerte Auto gekauft, dass hat 500 Euro gekostet, so viel habe ich für dich ausgegeben, deshalb erwarte ich mir……“

oder:

  • „Ich hab dir das zwar versprochen, aber jetzt entscheide ich anders“ (ohne den Kindern eine anständige Begründung zu geben)

 

Ich bin Mama und sehr stolz darauf!

  • Ich habe ein wirklich gutes Verhältnis zu meinen Kindern. 🙂
  • Ich kann mich auf sie verlassen, sie sind anständig und gehen ihren Weg. 🙂
  • Sie wissen sich zu benehmen. 🙂

Ich halte nur nichts davon meine „Machtposition“ ihnen gegenüber auszuspielen.

Natürlich kommen bei mir auch Sätze vor wie: „Ich möchte das so, da diskutiere ich nicht!“, wenn es z.b. darum geht, ob eine 16jährige schon die ganze Nacht in der Disko verbringen darf. Da bin ich der Meinung, dass bis 2 Uhr lange genug ist, auch wenn das Gesetz nun etwas anderes sagt. Aber ich sage das auch ganz offen.

Sollte es einmal später werden, dann möchte ich informiert werden!

Was heißt das für mich?

Dort wo ich die Verantwortung habe, setze auch ich die Grenzen, dort wo die Kinder die Verantwortung selbst übernehmen können, sollen sie auch selbst ihre Grenzen testen.

Wichtig für mich ist, wie in jeder Beziehung, klare Worte, verständliche Kritik und die Bereitschaft zuzuhören.

Mein Statement soll nicht heißen, dass Eltern nichts sagen dürfen. Klar dürft ihr das und sollt sogar, ich halte nur nichts davon den Kindern ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen. „Ich hab das getan, du tust das nicht, du bist so undankbar!“

  • Sobald ich mich dafür entscheide Kinder zu bekommen, übernehme ich auch die Pflicht für meine Kinder zu sorgen. Da gibt es keinen Gegenleistungsanspruch!
  • Sobald ich bereit bin, meinen Kindern ein teures Geschenk zu schenken, dann ist das mein Geschenk an sie. Da gibt es auch keinen Gegenleistungsanspruch! (oder vielleicht sogar noch eine „Rückforderung“ und ein „Abzahlen“)

Wenn ihr das Schenken an eine Gegenleistung knüpft, dann hört mit dem Schenken auf!

Fangt an von euren Kindern zu lernen!

Einige meiner Glaubenssätze konnte ich mit Hilfe meiner Kinder endgültig loswerden.

  1. Man kann nicht einfach fremde Menschen ansprechen!
    Meinem Sohn, Lukas war das ziemlich egal. Er war immer ein kleiner Charmeur, der die Herzen aller schnell eroberte. Er war so ungezwungen, so locker, sprach jeden Menschen an, hatte gar keine Hemmungen.
  2. Ja nicht auffallen, immer schön ruhig sein
    Das war meiner Tochter, Susanne so was von unwichtig. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann war das so. Egal ob das mitten im Geschäft war oder sonst wo. Mein Schwiegervater fragte einmal ernsthaft: „Kann man die wo abstellen?“ 😉
  3. Bevor ich ein Nein bekomme, frage ich gar nicht.
    Diesen Glaubenssatz lernten meine Kids nie kennen. Die fragten einfach , wenn sie etwas wollten und dachten nicht so lange darüber nach, wie ich immer. Gab es ein Nein, war das keine persönliche Niederlage, eher noch eine Herausforderung.
  4. Herumalbern ist kindisch
    Ach wie konnte ich das mit meinen Kindern wieder lernen! Lukas war und ist noch immer so ein Kasperl und man kann mit ihm so Spaß haben. Susanne ist ein richtiger Sonnenschein und strahlt über das ganze Gesicht. Sie gestalten ihr Leben viel spannender und freier, als ich es in diesem Alter getan hätte.
  5. Es ist besser die eigene Meinung nicht auszusprechen
    Da hatte ich oft meinen Kampf 🙂 Speziell Susanne vertrat ihre Meinung immer und zwar so lautstark, dass wir beide oft austesten mussten, wer nun den längeren Atem hatte 🙂 Das war manchmal nicht leicht, aber für mich eine Lernaufgabe mich durchzusetzen und auch manchmal einfach nachzugeben. Es ist nicht immer wichtig recht zu haben!
  6. Kontrolle ist besser als Vertrauen!
    Lukas kam mir einmal entgegen, er war so ca. 2 Jahre alt. Ich fragte: „Wo gehst du denn hin?“ Er antwortete: „Do rechts umi!“ und fort war er. Er wusste nicht einmal noch wo rechts und links war, aber es war ihm egal.
    Susanne schaukelte sehr hoch und sprang währenddessen von der Schaukel. Sie sagte zu mir: „Ich hab mir überlegt ob ich soll oder nicht, aber mein Bauch sagte, der liebe Gott hilft mir schon!“

Durch meine Kinder konnte ich eigene Grenzen sprengen und wurde viel offener.

Jedes mal wenn ich sagen wollte: „Das kannst du ja nicht tun“, sagte ich STOPP und überlegte, woher diese Meinung kam. Meistens war es gar nicht meine tiefe innere Überzeugung, sondern sie war nur antrainiert.
Wenn wir Erwachsene das zulassen und nicht an unsere Erfahrungen und Meinungen festhalten und auch bereit sind, sie zu überdenken, können wir durch unsere Kinder ein paar große Schritte vorwärts gehen!
Wir sollten den Kindern Vorbilder sein und Grenzen aufzeigen, aber diese auch variabel halten um sie gegebenenfalls auszuweiten!

Wir sollten nicht immer glauben, dass wir etwas Besseres sind und wir sollten schon gar nicht unsere Kinder mit unseren Erwartungen erdrücken!

Dann werden sie immer gerne nachhause kommen, offen und ehrlich sein und uns ihr Vertrauen schenken!

Wir brauchen später dann auch nicht jammern und schimpfen, dass unsere Kinder uns vergessen haben, dass sie nicht nachhause kommen, dass sie so undankbar sind usw.

Alles – auch das – ist selbst produziert!!!

PS: und es tut auch nicht weh, wenn wir uns ab und zu bei unseren Kindern entschuldigen, wenn wir einen Fehler gemacht haben! Unser „Ansehen“ geht dabei nicht verloren 😉

 

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11 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Cornelia,
    du sprichst mir aus dem Herzen! Leider ist es noch weit verbreitet zu glauben, Eltern müssten ihren Kindern etwas über das Leben beibringen. Was hatte ich gerade mit Erzieherin regelrechte Kämpfe auszufechten, die der Meinung waren, meine Töchter müssten aber das und jenes und wenn nicht dann kommt da aber was auf mich zu… Ein Spruch war mal, dass ich doch, egal was sie tut, hinter ihr stehen würde. JA, DAS TUE ICH. Wenn nicht ich, wann dan? Dadurch kann ich aber auch sagen, habe ich das beste Vertrauensverhältnis zu ihnen und sie wissen, dass sie IMMER zu mir kommen können.
    Bei Jens von bewusstmacher.de durfte ich darüber auch einen Gastartikel schreiben: http://bewusstmacher.de/nicht-ohne-meine-toechter-welche-lektion-ich-ohne-sie-wahrscheinlich-nie-kapiert-haette/
    Ich heiße vielleicht nicht alles gut, was sie tun und wollen, aber ich versuche stets, es aus ihrer Sicht zu sehen und sie da zu unterstützen, wo sie stehen. Sie sind einfach toll.
    LG
    Sybille

    1. Danke Sybille für deinen Beitrag. Ich glaube schon auch, dass wir Eltern den Kindern etwas beibringen und auch für das Leben mitgeben sollen. Sie brauchen Grenzen, ihrem Alter entsprechend und ihrer Entwicklung. Wir müssen ja auch auf sie aufpassen (das auch dem Alter entsprechend). Wir dürfen nur nicht versäumen, die Grenzen immer weiter auszuweiten, den Kindern Vertrauen zu schenken und ihnen zuzuhören. Und was ich ganz wichtig finde, wir sollten ihnen nicht ständig ihre Steine aus dem Weg räumen, nur damit sie es ganz einfach haben. Überbesorgnis finde ich für die Entwicklung nicht gut. Sie tun sich später dann sehr schwer, wenn Mama nicht mehr da ist um Händchen zu halten 🙂
      LG
      Cornelia

  2. Hallo Cornelia,
    Bei der Erziehung finde ich es sehr wichtig, die eigenen Kinder als eigenständige Individuum mit eigenen Gedanken, Wünschen und Vorstellungen zu betrachten. Dies bedeutet für mich, ihnen aktiv zuzuhören, Kritik auch annehmen zu können und sie als kompetenten, gleichwertigen Gesprächspartner zu betrachten. Viele Eltern tendieren dazu , sich zu stark mit ihren Kindern zu identifizieren und ihnen somit ihre Vorstellungen und Glaubenssätze vom Leben aufzudrücken. Ich finde die oben erwähnten Beispiele von dir übrigens toll. Auch von unseren Kindern können wir einiges lernen, was wir möglicherweise schon verlernt haben. Nur muss man eben bereit sein, seine persönlichen Einstellungen zu reflektieren und eventuell auch zu ändern.

    1. Hallo Julia,

      danke für deine Ergänzung. Ja ich finde das auch sehr wichtig. Die Kindererziehung ist ein Prozess. So wie die Kinder wachsen und sich entwickeln, so muss sich auch die „Erziehung“ anpassen. Ich kenne einige Eltern, vorrangig Mütter, die sich fast zu viele Sorgen machen, den Kindern nur Gutes tun wollen, sie ängstlich an ihrer Seite halten, nur damit nichts passiert. Das ist nicht böse gemeint, aber eindeutig zu viel. Die Kinder können ihre Grenzen nicht austesten, werden ängstlich und trauen sich nichts zu. Susie ist schon mit 7 Monaten die Stiege hinaufgekrabbelt. Leichter für mich wäre es gewesen, diese einfach zuzusperren, aber ich tat es nicht. Ich ging ihr einfach immer hinten nach um sie gegenfalls aufzufangen. Nach einiger Zeit konnte sie das so gut, dass ich keine Angst mehr haben musste. Sie fiel nie hinunter 🙂
      LG Cornelia

  3. Liebe Mama,
    Danke für diesen tollen Artikel.
    Ich kann mich noch erinnern als du zu mir gesagt hast du wirst jetzt einen ‚Blog‘ schreiben.
    Ich habe zuerst geschmunzelt und mir nichts großartiges dabei gedacht. Dann kamen deine ersten Artikel und ich schäme mich noch heute dass ich sie nicht gleich von Anfang an gelesen habe.

    Beim ersten Artikel den ich von dir gelesen habe, habe ich wirklich gestaunt und war sehr stolz auf dich, sodass ich ihn gleich teilte ! 🙂

    Kurz gesagt hast du wieder einmal bewiesen, dass du, wenn du dir etwas in den Kopf setzt, es auch in vollen Zügen durchziehst und vorallem toll machst, ganz egal wer zuerst schmunzelt, im nachhinein wird jeder staunen.

    Du bist so eine tolle Frau, Verlobte, Freundin und Mama und ich kann mich glücklich schätzen dich zu haben.
    Ich wünsche dir nocheinmal alles alles liebe zum Muttertag und hoffe du verzeihst mir meine ‚Müdigkeit‘ 😛

    Bussi 🙂

    1. Danke liebe Susie – ich bin gerade etwas sprachlos 🙂
      Mit deinem Kommentar machst du mir ein wunderschönes Muttertagsgeschenk! Danke, dass du da bist!
      Hab dich sehr lieb und bin sehr dankbar, dass wir so ein tolles, offenes Miteinander haben.
      Bussi
      Mama

  4. Ich habe lange überlegt, ob ich hier meine Meinung schreiben soll. Aber da ich mich hier angesprochen fühle, aber nicht schuldig, denkt doch bitte alle mal nach.
    Euer erster Griff in der Früh zum Lichtschalter, das öffnen des Wasserhahns, die Dusche,
    das Klo, der E-Herd, Knopfdruck am Kaffeeautomaten, Handy, Internet, Computer, Auto all die Technik. Die Liste ist unendlich. Alles für euch eine Selbstverständlichkeit. Aber wo kommt das alles her? Aus dem Nichts? Oder hat jemand dafür geschuftet, sich abgerackert, gespart, einfach fleißig gewesen? Eure Eltern und Großeltern haben all diese Annehmlichkeiten für Euch geschaffen und ermöglicht. Sie haben es aus Liebe und Sorge zu Euch Kindern gemacht. Euch sollte es einmal besser gehen. Heute wird ihnen das als Vorwurf gemacht. Warum, hast du soviel gearbeitet, selber schuld. Vielleicht haben sie diese Liebe nicht so zeigen können, sie selbst haben das auch nicht erlebt. Sie war einfach da, wir fühlten uns trotz aller Armut angenommen und im Familienverband geborgen. Zweifel an der Liebe unserer Eltern hatten wir nie. Darüber wurde nicht gesprochen. Es gab die Großfamilien in denen für alle Platz war, wo einer für den Anderen gesorgt hat, die alten Menschen wurden zu Hause gepflegt und durften im Kreis der Familie Abschied nehmen. Und heute? Karriere, Selbstverwirklichung, ich und ich und ich! Warum gibt es so viele Scheidungen? Ist diese Form zu Leben das einzig wahre?
    Ihr wundert Euch wenn die Alten dann mal ein bisschen Zuspruch und Anerkennung, wen schon kein Danke, erwarten? Wenn sie nicht euren Ansprüchen gerecht werden oder sich erlauben eine andere Meinung zu haben, werden sie totgeschwiegen und ignoriert. Nicht die Jugend und der Stress haben die Eltern zu dem gemacht was sie heute sind. Die Zeit war es. Es hat einfach nichts gegeben. Nach dem Krieg war alles zerstört, man musste die Ärmel hochkrempeln. Aber die Menschlichkeit, die Wärme, das Verständnis für unsere Alten und Kinder war da. Nur in einer anderen Form als heute.
    Wenn ihr schon soviel daran zu knabbert habt, wie schlecht Eure Kindheit war, da ihr gerackert habt von früh bis Spät? (Trotz Kindergarten, Schule und Studium?) Was werden euch eure Kinder dann einmal vorwerfen? Es ist nicht alles so rosig wie es aussieht. Schlüsselkinder, Erziehung per Handy, Kinderkrippe, Ganztagsschule, Hort? Essen aus der Mikrowelle, Fertigprodukte, Mac Donald. Kaum Zeit für sie, es muss ja an der eigenen Karriere und den Wohlstand sich alles leisten zu können gebastelt werden. Wenn nicht, dann gibt es vielleicht Großeltern die sich liebevoll um den Nachwuchs kümmern, Später, wenn sie dann groß sind und diese nicht mehr gebraucht werden ist alles vergessen und dann sollte man sich noch ab und zu um die alten Menschen kümmern? Nicht wenn sie sich erlauben eine eigene Meinung zu haben die nicht der Euren entspricht.
    Ich höre nun schon die Proteste, aber denkt einmal nach? Ob ihr wollt oder nicht ihr steht in tiefer Schuld Euren Eltern und Großeltern, gegenüber. So wie auch wir dies unseren Vorgängern schuldig sind! Alles was ihr heute seid verdankt ihr ihnen. Obwohl diese keinen Dank erwarten oder annehmen. Aber ein bisschen Anteilnahme an ihrem Leben wäre schon genug. Nach dem Tod ist es zu spät.

    1. Liebe Mama, ich danke dir für dieses Kommentar und für deinen Mut deine Meinung so offen preis zu geben. Ich nehme an, dass dein Kommentar sich nicht nur auf den letzten Artikel bezieht, sondern auch auf den Artikel: „Egoisten im Vormarsch“ und vielleicht auch auf den Artikel von Stefan Trumpf, den ich dort verlinkt habe.

      Einige deiner Ansichten kann ich verstehen, andere nicht. Aber das ist so. Wie beim Songcontest am Sonntag. Die einen können die Conchita akzeptieren, die anderen nicht. Die einen haben diese Meinung, die anderen eine andere. Welche ist jetzt richtig und welche falsch? Ich denke, dass jeder für sich seine Meinung herausfinden muss und seine Wahrheit leben soll. Jeder Mensch hat eine Vergangenheit, eine Geschichte, anerzogene Muster, Glaubenssätze und somit hat auch jeder Mensch ein anderes Programm in sich drinnen.

      Meine Artikel sagen nicht aus, dass Kinder nicht dankbar sein sollen, oder dass jetzt plötzlich Meinungen der Eltern nicht akzeptiert werden sollen, oder dass sie irgendwann abgeschoben werden sollen. Meine Artikel beschreiben lediglich, dass alles freiwillig geschehen soll. Ich sage auch nicht, dass heute alles besser ist. Jede Zeit hat ihre Probleme, ihre Vorzüge usw. Die Probleme nach dem Krieg, mit wenig essen, Kleidung usw. haben unsere Kinder heute nicht (Gott sei Dank), dafür gibt es andere.

      Was ich wirklich gelernt habe ist, dass nicht die Menge an Zeit, die du mit den Kindern verbringst, wichtig ist, sondern die Qualität dieser Zeit, das gegenseitige Vertrauen und die offene Kommunikation untereinander.

      Und was ich absolut nicht zustimmen kann – und ich werde nicht müde werden, das immer wieder zu sagen – NIEMAND steht in irgendeiner SCHULD!!!! Ich finde diesen Schuldgedanken ganz schlimm. Meine Kinder stehen nicht in meiner Schuld, ich stehe nicht in eurer Schuld und ihr steht nicht in der Schuld eurer Eltern! Das kann gar nicht sein, wir würden gar nie aus der Schuld rauskommen. Das würde ja heißen, dass jedes Neugeborene gleich mit einer Schuld geboren wird. Diese Denkweise kann ich nicht unterstützen.

      Das heißt nicht, dass wir nicht dankbar sein sollen. Aber für mich hat auch die Dankbarkeit zwei Richtungen! Eltern an Kinder und Kinder an Eltern. Ich bin meinen Kindern sehr dankbar, für alles was sie mir geben und ich werde, soweit ich es kann, dieses Schulddenken unterbrechen. Ich möchte es nicht meinen Kindern weitergeben.

      Also Mama ich bin euch für alles dankbar, denn durch euch bin ich so geworden wie ich bin!

      Bussi, deine Tochter

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