Warum dir der Ausbruch aus dem Hamsterrad-Job nichts bringt

Es gibt haufenweise Blogs und Artikel darüber, wie du endlich aus deinem Hamsterrad ausbrechen kannst. Ich finde die alle toll, bin aber der Meinung, dass du das gar nicht tun brauchst, wenn du dir nicht über ein paar grundlegende Dinge klar wirst.

Nimmst du nämlich erst Sack und Pack und verlässt deinen „sicheren“ Job, dann darfst du eines nicht vergessen:

Du nimmst dich selbst mit!

Und wenn du das tust, dann solltest du das wissen und darauf vorbereitet sein.

Du hast zwar keinen „fremden“ Vorgesetzten mehr, dafür noch einen viel komplizierteren, nämlich DICH selbst.

Der ist vielleicht noch strenger oder noch zerstreuter als dein vorheriger Chef oder Chefin. Vielleicht ist er auch so faul und will selbst nichts tun und wartet bis alles erledigt ist? Vielleicht ist er aber eine echt gute Führungskraft und hat begriffen, was Führung überhaupt bedeutet – dann hast du Glück!

  • Führung heißt nämlich nicht nur anschaffen, kontrollieren, schimpfen, streng sein!
  • Führung heißt für mich begleiten, fördern, fordern und die Stärken der Mitarbeiter herauszufinden.
  • Gute Führung heißt zuhören, hinsehen, wertschätzen, das WIR-Gefühl stärken.

Verlässt du nun dein Hamsterrad und wirst selbständig, weil du glaubst, dass du dann dein eigener Chef bist, dann muss dir bewusst sein, dass du immense Vorteile hast, wenn du eine gute Führungskraft bist.

Du meinst jetzt vielleicht? „Ich werde sowieso nur ein 1-Mann, 1-Frau-Unternehmen, da habe ich keine Mitarbeiter? “

Tut mir leid, wenn ich dich enttäuschen muss, um eine gute Führungskraft kommst du nicht herum. Warum?

Du wirst dich selbst führen müssen!

Locker?

Was macht eine gute Führungskraft noch, abgesehen von den oben angeführten Punkten?

Sie konzentriert sich auf das was da ist!

Was machen wir so oft? Wir konzentrieren uns auf das, was nicht da ist!

  • wenn ich nur so gut aussehen würde, wie………..
  • wenn ich so gut reden könnte, wie ……..
  • ich kann nicht so gut verkaufen…..
  • ich bin noch nicht so gut ausgebildet ….
  • usw.

Was passiert da? Wir sind nicht da, wo wir sind, sondern gedanklich wo anders.

  • Beim Konkurrenten,
  • bei einem anderen Kollegen,
  • wir schauen uns andere Geschäfte an und kommen irgendwie nicht ins TUN.
  • Wir wollen das haben, was der andere hat und vergessen, was wir haben.

Dasselbe passiert im sogenannten Hamsterrad-Job. Oft kommen folgende Gedanken……

  • wenn ich einen anderen Chef hätte, dann wäre es viel angenehmer
  • wenn ich andere Arbeitszeiten hätte, wäre es viel besser,
  • wenn ich andere Arbeitskollegen hätte, dann würde ich viel lieber arbeiten,
  • wenn ich mehr verdienen würde, dann wäre ich glücklich.

Wenn das die Gründe sind, warum du deinen Job verlassen möchtest, dann brauchst du es nicht zu tun. Es wird sich nicht viel ändern, dir werden neue Umstände einfallen, warum du nicht glücklich bist.

Fang bei dir an!

  • Führe dich selbst! Konzentriere dich auf das was du hast und was du kannst! Sei dankbar für das was ist und wenn es dir nicht gefällt, was du siehst, dann verändere es.
  • Es geht nicht in erster Linie um deinen Chef! Es geht darum, wer der Chef in deinem Kopf ist!

Das bist definitiv du! Du hast den freien Willen mitbekommen deine Wahrnehmung dorthin zu lenken, wo du möchtest. Du musst es nur tun!

  • Wenn du gerade nicht deinen Traumjob hast, dann schau, dass du ihn zumindest so gestaltest, dass dich das Umfeld glücklich macht. Trage zum guten Arbeitsklima bei, sei ein Kulturträger, sei ein Vorbild!
  • Dein Chef lächelt nicht? Wer hält dich davon ab auch nicht zu lächeln?
  • Deine Arbeitskollegin ist grantig? Wer sagt dir, dass du sie auch anschnauzen musst?

Ich erinnere mich an eine Episode vor nun schon fast 20 Jahren. Ich war noch ein junges Mädchen und erst kurz in der Firma. Eine Arbeitskollegin, die als eher mürrisch galt, hatte einen schlechten Tag und fauchte mich an. Ich sah sie an, lächelte und warf ihr einen Handkuss zu. Sie war so erstaunt, fing an zu lachen und der Tag war gerettet. Am nächsten Tag bedankte sie sich bei mir.

  • Fang an die schönen Dinge zu sehen, die Kleinigkeiten, die dir den Tag verschönern!
  • Beginne, dich selbst zu führen und deinen Chef mit anderen Augen zu sehen. Er oder sie sind nicht nur die bösen Menschen, sondern sie haben meist selbst sehr viele Sorgen.
  • Lobe auch einmal deinen Chef, deine Chefin – was ist verkehrt daran?
  • Baue nebenher was auf, was dir Spaß macht – du musst nicht alles auf einmal über den Haufen werfen!
  • Verlasse das Hamsterrad in deinem Kopf!

Wenn du das alles geschafft hast und dann noch immer das Bedürfnis hast, dein eigener Chef zu werden, dann wird dem auch nichts im Wege stehen. Es könnte aber sein, dass du dann drauf kommst, dass genau der Job den du hast, im Moment der richtige für dich ist.

Wie ist das bei dir? Bist du glücklich mit dem was du tust? Führst du dich selbst? Bist du dein eigener Chef? Welche Herausforderungen hast du jeden Tag?

Breite deine Flügel aus

Cornelia

 

 

 

 

 

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn gerne 🙂

Möchtest du immer am Laufenden bleiben?

Trage deine E-Mail-Adresse JETZT ein. Du kannst dich jederzeit wieder austragen! Deine Daten sind bei mir sicher!

 

Ich schenke dir ein E-Book aus meinen ersten Blogbeiträgen und eine Leseprobe meines ersten Buches: „Du machst Karriere – du Rabenmutter? Ohne schlechtes Gewissen, deinen Erfolg genießen“

13 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cornelia,
    ja dieses Hamsterrad ;-).
    Es gab eine Zeit da dachte ich auch ich muss aus allem AUSSTEIGEN, bis ich erkannte dieses Hamsterrad ist vor allem in meinem Kopf!! Ist der Kopf „frei und leicht“ dann ist der Alltag im Fluss, dann bin ich im Fluss, egal ob angestellt oder selbstständig.
    Danke für diesen schönen Beitrag!
    Ganz liebe Grüße, Romana

    1. Bitte liebe Romana, danke für deine Sicht 🙂 Ja ich durfte das auch kennenlernen 🙂 Die Erkenntnis, dass viel oder das meiste von mir selbst ausging, tat mir sehr gut. Ich bin glücklich in meinem Job. Es gibt oft stressige Phasen, ja, aber meine Arbeitskollegen, die Chefs, das ganze Umfeld machen alles viel leichter 🙂 wir gehen da gemeinsam durch und vergessen trotzdem nicht auf das Lachen 🙂 Alles Liebe Cornelia

  2. Hallo Cornelia,

    es ist, wie du es schreibst. Die Macht über das eigene Leben beginnt im Kopf 🙂

    Was hier auch ein Schlagwort ist: selbstständig – selbst und ständig.

    Mein Job ist durch Wechselschichten anstrengend. Dadurch ist meine Freizeit oft von Müdigkeit überschattet.
    Aber ich habe einen super Chef und tolle Arbeitskollegen – männlich, wie weiblich. Und wenn ich nach Hause komme, darf ich abschalten.

    Liebe Grüße
    Andrea

    1. das finde ich sehr schön, liebe Andrea. Es ist toll, wenn das Arbeitsklima passt, dann geht vieles leichter. Viele Firmen würden sich ganz viel Geld ersparen, würden sie da ansetzen. Die Wertschätzung untereinander ist eigentlich ganz leicht, kostenlos und bringt unwahrscheinlich viel. Liebe Grüße Cornelia

  3. Liebe Conny!
    Was soll ich sagen – ja, ja, ja Ich kann deinen Worten nur zustimmen, aber dessen muss sich jeder Einzelne erst bewusst werden und das dauert ab und zu mal etwas länger 🙂

    Schönes Wochenende, Monika

  4. Hallo Cornelia,
    bin zufällig auf Deine Seite gestoßen und sehr berührt von diesem Blog. Klasse Worte, doch ich frage mich, wie kann ich mich zurück lassen?
    Ich habe den Job gewechselt, weil der Umgangston der Geschäftsleitung so verletzend war. Ich habe in Kauf genommen, dass ich im neuen Job 20% weniger verdiene, dafür wieder einen menschlichen Umgangston geniessen kann. Obwohl ich gedanklich so positiv eingestimmt war, dass ich jetzt meinen Traumjob gefunden habe, muss ich nach einem Jahr sagen, dass hier ganz andere Dinge wieder sehr belastend für mich sind. Hier wird so unstrukturiert gearbeitet, hatte das vergangene Jahr im Durchschnitt 20% unbezahlte Mehrarbeit. Jetzt werde ich von Tag zu Tag unglücklicher, weil hier auf dem Land kein Alternativ-Job in Aussicht ist. Auch wenn ich gedanklich das Hamsterrad verlasse, raubt mir mein Chef trotzdem die Zeit.
    LG Maria

  5. Liebe Cornelia, du sprichst genau das aus, was ich schon lange im Kopf habe. Dieses Phänomen erlebe ich bei all meinen Burn out Patienten, die trotz eines neuen Jobs sehr schnell wieder an alten „Punkten“ ankommen.

    GUter Artikel!

    Viele Grüße Alexandra

    1. Danke liebe Alexandra! Dieses Phänomen gibt es nicht nur bei der Arbeit, das gibt es überall. Auch in Beziehungen – „Wenn ich erst einen anderen Partner habe, dann…..“ 😉 So schwer es manchmal ist, das zu verstehen, oder verstehen zu wollen: „Wir müssen bei uns selbst anfangen, mit uns selbst arbeiten ……“

      Alles Liebe
      Cornelia

  6. Hallo Conny!

    Ich finde deinen Beitrag wieder sehr gut geschrieben und mir gefallen
    deine Gedanken, die du zu diesem Thema hast!

    Deine Erkenntnis hat sicher nicht nur im Berufsleben seine
    Berechtigung!

    Liebe Grüße
    Simon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.