Stinkefinger zeigen via Facebook

Facebook macht es möglich!

Heute kommt ein etwas kritischer Beitrag von mir und vielleicht fühlen sich einige auf den Schlips getreten.

Ich entschuldige mich nicht dafür, denn manchmal braucht man eben mal einen Tritt in den Hintern um umzudenken.

Dem Facebook sei Dank,

dass man heutzutage ganz öffentlich jammern und schimpfen kann und dann von vielen Leuten Unterstützung dafür bekommt.

Die Politiker sind schlecht, die Wirtschaft am Boden, die Asylanten nehmen uns noch das letzte Stück Brot weg und der Beruf ist zum Kotzen.

Wir müssen was dagegen tun, so kann es nicht weitergehen, die Politiker reden nur und tun dann nichts und auf niemanden ist mehr Verlass!

Dann kommen haufenweise Kommentare, wie recht doch der Schreiberling hat und wie tragisch doch alles ist und dass die Welt sowieso nicht mehr lange stehe.

Es kommt nicht oft vor, dass ich so etwas überhaupt lese, aber in der letzten Woche habe ich mir das bewusst ab und zu gegeben und das durchgesehen.

Normalerweise sehe ich solche Nachrichten nicht, irgendwie kommen sie nicht automatisch zu mir. Ich muss schon wirklich absichtlich danach suchen.

Da ich aber einige Menschen kenne, die so ticken, ist das gar nicht so schwer, das zu finden.

Man gibt einfach einen bestimmten Namen ins Facebook ein und siehe da, die ganze Vielfalt an furchtbaren Jammer ist da.

Es ist unglaublich, mit was man sich die Zeit vertreiben kann!

Zeit vertreiben!

Ja vertreiben ist da wohl der richtige Ausdruck. Der Mensch vertreibt sich selbst die schöne Zeit des Lebens, denn für die hat er keinen Blick.

Die Realität dieses Menschen sieht so aus, dass er nur das Negative sieht – das ist echt schade. Oder nicht?

Vertreibst du dir auch die Zeit mit negativen Denken? Oder verbringst du deine Zeit mit wertvollen Gedanken?

Zuerst soll man an sich denken und dann erst an die anderen

ein Facebooknutzer

Dieser Facebookeintrag ist gar nicht so schlecht, wenn er richtig angewendet wird.

Zuerst an sich denken heißt nämlich auch, zuerst bei sich anfangen!

Wenn ich beginne über andere zu urteilen, dann sollte ich mich auch fragen, warum mich das so aufregt, was da bei mir vielleicht noch im Argen liegt.

Die Asylanten sind Schmarotzer!

  • Wo in meinem Leben bin ich einer?
  • Wo schmarotze ich mit anderen mit?
  • Komme ich immer meinen Verpflichtungen nach?
  • Zahle ich meine Steuern?

Die Politiker reden nur und tun nichts!

  • Wie oft kommt es vor, dass ich eine große Klappe habe, aber nicht handle?
  • Wie oft schimpfe ich über andere, verletze aber selbst meine Nächsten?
  • Wie oft kommt es vor, dass ich keine Zeit für meine Kinder habe?
  • Wie oft habe ich schon einen Menschen ignoriert, nur um nicht reden zu müssen?
  • Wie oft bin ich schon vor Problemen davon gelaufen?

Auf niemanden ist mehr Verlass!

  • Wie schaut das bei mir selbst aus? Kann man sich auf mich verlassen?
  • Halte ich Versprechen ein?
  • Stehe ich zu meinen Entscheidungen?
  • Bin ich ein Vorbild für meine Lieben?

Der Beruf ist zum Kotzen!

  • Warum bin ich dann noch dort?
  • Was trage ich dazu bei, dass das Arbeitsklima nicht so ist, wie ich es gerne hätte?
  • Was kann ich tun, dass ich mich wohler fühle?
  • Ist wirklich der Chef für alles verantwortlich?
  • Wann habe ich meine Selbstverantwortung abgegeben?

Ich trage einen Teil dazu bei, wie die Welt ist, wie die Menschen sind, die mich umgeben, wie mein Arbeitsplatz aussieht und meine Beziehungen.

Die Verantwortung einfach abzugeben und Opfer zu spielen ist einfach, trägt aber auf Dauer nicht sehr zum Glücklichsein bei.

Im Gegenteil, die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller, die Realität wird für dich immer schlimmer und du fühlst dich in deinem Denken bestätigt.

Alles was du denkst, erfährst du auch und ziehst du in dein Leben. Du wirst immer ärmer, du erfährst immer öfter, dass du dich auf andere nicht verlassen kannst, du schlägst die Zeitung auf und siehst nur die negativen Schlagzeilen.

Dein Leben wird immer träger und irgendwann sieht man das in deinem ganzen Auftreten. Es gibt kein Leuchten in den Augen mehr, dein Lächeln ist gezwungen, deine Haltung total verspannt und du wirkst auf deine Mitmenschen wie erstarrt.

Du selbst empfindest alles als schwer und ungerecht.

Meist tragen die Menschen, die soviel über die anderen schimpfen, viel Schmerz in sich. Das Schimpfen ist hier nur ein Ablenkmanöver, um nicht die eignen inneren Verletzungen ansehen zu müssen.

Wenn du einmal so weit bist, wirst du es nicht so leicht schaffen dich von heute auf morgen umzupolen. Deine Art zu denken und zu sehen ist zur Gewohnheit geworden!

Gewohnheiten

Eine Gewohnheit kannst du nur ändern, indem du dir eine neue Gewohnheit antrainierst!

Fang klein an. Ersetze einen negativen Gedanken mit einem positiven oder einer anderen Sichtweise.

Die Asylanten sind nur Schmarotzer!

Sie haben aber alles verloren, was sie hatten und außerdem weiß ich nicht, was ihnen alles passiert ist. Nicht alle sind gleich!

Gott sei Dank lebe ich in einem sicheren Land

Auf niemanden ist mehr Verlass

Auf mich ist Verlass! Auf meine Kinder ist Verlass, meine Frau steht zu mir, usw.

Der Beruf ist zum Kotzen

Aber meine Kollegen sind toll und ich kann mit einem Lächeln dazu beitragen, dass sie sich wohl fühlen

Das sind nur Beispiele, finde deine Eigenen!

Setz dich in die Sonne, lasse deine Seele baumeln, lies einmal nicht die Zeitung, sondern ein tolles Buch.

Erfreue dich an der Natur, an den Blumen, am Wasser – es gibt so viel Schönes – nimm es dir doch nicht selbst mit deiner Denkerei!

Und denke immer daran: „Wer ohne Sünden ist, der werfe den ersten Stein!“

Breite deine Flügel aus

Cornelia

PS: Ich werde nun nicht mehr diesen Namen im Facebook eingeben, denn ich kann ja selbst entscheiden, was ich lesen möchte 🙂 Du auch?

PPS: Wenn du zum Schimpfen aufhörst, dann haben deine inneren Schmerzen eine Chance hochzukommen. Das tut kurzzeitig auch weh, befreit aber ungemein.

PPPS: Und wenn du schon unbedingt mal deine Wut rauslassen möchtest (was ja auch gut ist), dann mach es wie meine Tochter auf dem Bild: Zeig den Stinkefinger und lach gleich drüber 🙂

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn gerne 🙂

Möchtest du immer am Laufenden bleiben?

Trage deine E-Mail-Adresse JETZT ein. Du kannst dich jederzeit wieder austragen! Deine Daten sind bei mir sicher!

 

Ich schenke dir ein E-Book aus meinen ersten Blogbeiträgen und eine Leseprobe meines ersten Buches: „Du machst Karriere – du Rabenmutter? Ohne schlechtes Gewissen, deinen Erfolg genießen“

11 Kommentare, sei der nächste!

  1. Guten morgen liebe Cornelia,

    Super Artikel.
    Ich hoffe sehr das du vielen damit auf den Schlipps trittst 🙂 nur so gibt es die Möglichkeit sich damit auseinander zu setzen.
    Ich halte mich auch immer aus diesen Nachrichten raus aber auch meine Verwandten tragen diese Dinge an mich heran.
    Ich musste mir auch sagen lassen, dass ich eine von denen bin der alles egal ist und sich nicht zur Wehr setzt.

    Ok.

    Wogegen soll ich mich wehren? Ich fühle mich weder bedroht noch sonst was.

    Bin auch deiner Meinung das wir in solchen Situationen den Spiegel nehmen sollten.

    Vielen Dank für deine offene und mutige Meinung.

    Ganz liebe grüße
    Deine Nicole

    1. Danke Nicole für dein Kommentar!

      Nur weil man sich nicht ständig aufregt, heißt es ja nicht, dass einem alles egal ist. Es heißt auch nicht, dass wir herumsitzen und nichts gegen Ungerechtigkeiten tun. Wir tragen sehr wohl etwas zum Guten bei, wenn wir positiv gestimmt sind, wenn wir gute Laune verbreiten und Lächeln verteilen. Wenn wir für unsere Mitmenschen da sind und gute Eigenschaften in den Menschen sehen.

      Ich bin der Meinung, dass wir viel mehr helfen können, wenn wir nicht ständig verurteilen, weil wir dadurch viel mehr Kraft haben.

      Die ganze Jammerei und Schimpferei trägt ja auch nicht dazu bei, dass der Hunger auf der Welt gestillt wird oder endlich Frieden herrscht. Oder?

      Alles Liebe
      Cornelia

  2. Das musste jetzt mal gesagt werden. Danke, Cornelia!

    Oft steckt ja wirklich der eigene Frust dahinter, die Ohnmacht und Abhängigkeit, und dann ist es ein Leichtes, die Verantwortung auf die anderen abzuschieben und vor allem die Fehler und Schwächen der anderen zu brandmarken. Das geschieht dann immer mit dem Hinweis, man solle ja nicht blind gegenüber den Missständen sein, aber ich denke mir: Was wird dadurch verändert? Wenn ich mich mal auf sowas einlasse, bekomme ich nur schlechte Laune. Viel hilfreicher ist es, sich mit den positiven Dingen auseinander zu setzen und diese dadurch zu vemehren.

    Statt über die Dunkelheit zu schimpfen, sollte man lieber ein Licht entzünden!

    LG
    Sybille

    1. Ganz richtig bemerkt Sybille.

      Mir ist jedoch klar, dass es, wenn man selbst Frust hat, nicht immer sehr einfach ist, positiv zu denken. Es darf ruhig auch sein, dass man schlecht gelaunt ist und dass es einen nicht gut geht.
      Es darf auch einmal sein, dass wir uns in eine Schimpferei verwickeln lassen, niemand ist davor gefeit, passiert mir auch ab und zu einmal (überhaupt wenn ich Sachen machen muss, die ich absolut nicht mag :-))

      Wichtig ist jedoch, dass man selbst dann auch wieder mal die Bremse ziehen und darüber lachen kann. Wir sind nicht blind, wenn wir nicht schimpfen! Ich würde sogar sagen, dass wir vielleicht sogar aufmerksamer durch die Welt gehen, wenn wir nicht soviel Energie in verurteilen und jammern stecken.

      Alles Liebe
      Cornelia

  3. Habe den Artikel soeben geteilt. Danke für diese Zeilen. Ich denke zwar, dass man kritisieren sollte, wenn etwas total schiefläuft, aber manche Menschen scheinen regelrecht danach zu suchen, was sie oder wen sie an den Pranger stellen können. Gesund ist das nicht. 😉

    1. Danke Ursula fürs Teilen – das freut mich immer ganz besonders, wenn das jemand tut 🙂

      Konstruktive Kritik finde ich sogar besonders wichtig! Dadurch hat das Gegenüber auch die Möglichkeit sich das anzusehen. Was ist schief gelaufen? Was war mein Beitrag? Sehe ich das auch so? Was kann ich verändern? usw. Vielleicht handelt es sich auch nur um ein Missverständnis?

      Dadurch, dass man es anspricht, hat man die Möglichkeit alles zu klären, was so in der Luft hängt.

      Das nenne ich fair – fair deshalb, weil das Gegenüber nicht einfach verurteilt wird, sondern die Chance bekommt sich zu rechtfertigen.

      Die Schimpferei über Facebook und das Anprangern der „anderen“ finde ich dagegen nicht fair und wie du sagst, es ist ungesund.

      Alles Liebe
      Cornelia

  4. Danke, liebe Cornelia.
    Dieser Beitrag war längst fällig und ging mir runter wie Öl.

    Ich hoffe, dass er diejenigen erreicht, die mal ins Denken kommen sollten. Besonders diejenigen, die nicht mal mehr spüren, wie negativ ihr eigener Wortschatz geworden ist.
    Für mich ist es ein Geschenk, dass ich die Verantwortung für mein Leben und meine Geschicke übernehmen darf – auch wenn es mal weniger toll läuft. Das gehört zum großen Programm einfach dazu. Danke!

    1. Danke liebe Kristine für dein Kommentar.

      Für mich ist das auch ein Geschenk, leider sehen aber viele dieses Geschenk noch nicht.
      Aber ich hoffe doch, dass immer mehr Menschen die Möglichkeit haben, ihr Geschenk auszupacken und schätzen zu lernen 🙂

      Alles Liebe
      Cornelia

  5. Liebe Cornelia, also ich halte von den meisten Politikern nicht besonders viel, und wenn manche Asylanten deutsche Frauen mit Schleier sehen wollen, dann finde ich das sehr bedenklich. Trotzdem stimme ich Dir voll und ganz zu. Sich zu beschweren bringt gar nichts. Und das hast Du wunderbar erklärt. Ich musste spontan an die Aktion von Will Bowen denken: Die beschwerdefreie Welt. Man legt sich ein Armband um und wechselt es bei jeder Beschwerde. Bis man es geschafft hat, es 21 Tage am gleichen Handgelenk zu tragen. Dadurch haben Paare schon ihre Ehen gerettet. Ganz liebe Grüße! Sandra

    1. Hallo liebe Sandra, man muss ja nicht mit allem einverstanden sein und auch nicht alles akzeptieren – dann würden wir ja nur Hampelmänner spielen. Es hat nur keinen Sinn, sich ständig aufzuregen und über alles zu schimpfen, denn dann ist man ja selbst total blockiert und kann nichts verändern.

      Das mit dem Armband ist echt eine super Idee – hab ich noch nie gehört 🙂

      Alles Liebe
      Cornelia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.