Schwächen zeigen macht sympathisch – Mach mit!

Gehörst du zu den Menschen, die ihre Schwächen verstecken wollen? Die sich schämen, irgendetwas nicht so gut zu können? Tust du dich schwer Fehler einzugestehen? Dann ist dieser Artikel heute wie für dich geschrieben.

Inspiriert zu diesem Beitrag hat mich Michael Jagersbacher mit seinem neuen Blogbeitrag: „Von der neuen Lust zum Scheitern“, den ich sehr gut empfinde. Er erzählt hier eine Geschichte vom Schokoladenproduzenten Herrn Zotter, bei uns in der Südoststeiermark, der immer wieder neue Kreationen ausprobiert und mit manchen auch scheitert. Wirklich lesenswert.

Ich erinnere mich an meine Jugend: Etwas nicht zu können, irgendwo nicht perfekt zu sein, nicht immer stark zu sein, war für mich furchtbar. Ich gestand mir nie ein, dass dies ok wäre, im Gegenteil, ich schämte mich furchtbar, wenn ich etwas nicht hinbekam und gab es deshalb auch nicht zu.

Da konnte man mit mir diskutieren und mir Beweise liefern, dass ich da was falsch gemacht hatte, ich stritt es einfach ab.

Eine Geschichte an die ich mich echt stark erinnere:

Wir hatten zu Ostern immer Besuch aus Graz. Das ganze Haus war voll und wir veranstalteten immer eine Eiersuche und danach gab es große Osterjause. Zu der Osterjause gehörte natürlich auch der gute Kren. Meine Mama bereitete diesen vor. Irgendwann während der Jause war der Kren alle und Papa sagte zu mir, dass ich noch welchen holen sollte. Ich nahm diesen Kren und die Krenschabe und arbeitete drauf los. Dass ich den Kren auch abschälen hätte sollen, merkte ich kurz später.

Papa kam, sah mein Werk und sprach mich natürlich gleich darauf an: „Hast du den nicht geschält?“ Ich: „Sicher hab ich das gemacht!“

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob wir lange darüber diskutiert haben, ich weiß nur noch, wie blöd ich mir vorkam.

Heute kann ich über solche Dinge lachen. Heute kann ich zugeben, wenn ich was nicht kann oder wenn ich einen Fehler gemacht habe. Ich klopfe mir vor alle auf die Stirn und verdrehe die Augen oder sage einfach, dass ich wohl kurz auf der Leitung gestanden bin.

Das war jedoch ein langer, schwieriger Prozess.

Mach ein Spiel daraus!

Wenn du so ein Perfektionist bist, wie ich immer war, dann wirst du dich nicht von heute auf morgen umprogrammieren können.

Mach es Schritt für Schritt! Spiele damit!

  • Fange damit an, dir dein Verhalten bewusst zu machen, das meiste läuft ja ganz unbewusst nach deinen Mustern ab
  • Sobald du merkst, dass es wieder passiert ist, setze dich hin und schaue es dir an
  • Beginne dir selbst einzugestehen, dass das nun nicht perfekt war
  • Gratuliere dir, dass es nicht perfekt war (du bist ja auch keine Maschine, oder?)
  • Denke darüber nach, wie du reagieren würdest, hätte ein anderer diesen „Fehler“ gemacht
  • Wahrscheinlich erkennst du, dass es gar nicht schlimm war
  • Vielleicht hättest du beim anderen sogar darüber gelächelt?
  • Vielleicht wäre dir der „Fehler“ bei deinem Gegenüber sogar sympathisch?

Wie machst du das im Job?

Da gibt es keinen Unterschied! Du darfst auch im Job nicht alles wissen! Du darfst auch hier Fehler machen und daraus lernen.

Wichtig ist auch hier: Steh dazu! Es ist nichts schlimmer, als wenn du dich immer als Übermensch präsentieren möchtest. Schwächen machen sympathisch und stärken das Arbeitsklima.

Ich habe eine leitende Tätigkeit und trotzdem fällt mir kein Stein aus der Krone zuzugeben, dass ich nicht alles kann. Dafür habe ich tolle Kollegen, die das wieder können. Auch mir passieren Fehler oder manchmal brauche ich etwas länger mit dem Denken (überhaupt am frühen Morgen).

Als ich noch vor Jahren bei bestimmten Meetings teilgenommen hatte, fühlte ich mich oft ziemlich unwissend. Da wurde mit Fremdwörtern herumgeschmissen und fachgesimpelt und ganz gescheit diskutiert. Die Hälfte verstand ich nicht und dachte mir nur: „Wow, sind die alle intelligent!“ Ich sagte lieber nichts, weil ich würde ja schön blöd dastehen.

Eines Tages meldete sich ein Mann, den ich auch insgeheim zu diesen intelligenten Menschen zählte und fragte einfach gerade heraus, was dies den bedeuten würde, er hätte nichts verstanden. Er war mir sofort sympathisch 🙂 Nach und nach konnte ich erkennen, dass er und ich nicht die einzigen waren!

Wir machen uns was vor!

Sehr oft geben wir vor jemand zu sein, der wir nicht sind. Wir glauben, dass wir nur Anerkennung bekommen können, wenn wir perfekt wären. Wir glauben nur wichtig zu sein, wenn wir auf alles eine Antwort haben. Das ist nicht so! Im Gegenteil – wir entwickeln uns zu Robotern, unterdrücken unsere Gefühle und lassen uns von der Angst regieren. Das macht nicht sympathisch, das macht uns unecht.

Fang an über deine „Fehler“ zu lachen, gib zu, dass du auch mal auf dem „Holzweg“ warst und bitte um Hilfe, wo du nicht weiter weißt. Deine Mitmenschen helfen dir gerne.

  • Wenn du anfängst zuzugeben, dass du nicht alles kannst, werden dir deine Mitmenschen folgen. Sie werden sich auch trauen zu sagen, wenn sie etwas nicht wissen. Alles wird viel offener und lockerer und der gegenseitige Respekt steigt.
  • Wenn du beginnst dich nicht mehr so wichtig zu nehmen und über deine Fehler zu lachen, dann wird dich auch niemand mehr so einfach beleidigen oder verletzen können.
  • Hör auf immer perfekt sein zu wollen und begrabe den Mythos immer Erfolg haben zu müssen. Das Leben hat mehrere Gesichter!

Eine Anekdote zum Schluss:

In einem Bewerbungsgespräch saßen der Bewerber und zukünftige Vorgesetzte. Der Bewerber war sehr groß und etwas übergewichtig. Er wirkte wie ein Bär, groß und stark und das strahlte er auch aus. Als die fachlichen Fragen vorüber waren, fragte der Chef: „Was sind Ihre Hobbies?“ Der Bewerber antwortete schlagfertig: „Essen, weil wenn ich Sport sage, glaubt ihr mir das sowieso nicht!“. – Er bekam den Job! 🙂

Kennst du auch so eine Geschichte? Kannst du auch über deine Schwächen lachen? Nimmst du dich zu wichtig? Ich freue mich, wenn du mit uns deine Geschichte teilst.

Breite deine Flügel aus

Cornelia

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