Was die Ratte, der Löwe und das Handy in dir auslösen können

Ich liebe Bilder im Kopf und wenn ich lernen muss, möchte ich alles in Bildern oder Geschichten haben, dann merke ich es mir leichter.

In meiner Ausbildung zur diplomierten Gesundheitsförderin beim Schlossberginstitut bin ich gerade beim Kapitel „Stress“ angelangt. Ich verarbeite in diesem Artikel einiges aus den Lernunterlagen von Joe-Petra Gabauer.

Vorige Woche fragte ich dich in meinem Artikel, ob du ein gut versorgter Rosenstock wärest und zeigte dir den Zusammenhang zwischen diesem und deinem Leben.

Heute geht es weiter mit dem Stress. Und damit nicht alles so trocken ist, mache ich es bildlich!

Die Ratte und die Spinne

Was für den einen purer Stress bedeutet, kostet den anderen nur ein Achselzucken.

Wenn ich eine Ratte sehe (auch wenn es nur ein Plüschtier ist), geht es mir kalt den Rücken runter, ich werde nervös und mein Körper hat ganz eigenartige Reaktionen. Dieser lange, glatte Schwanz macht mich fertig.

Es gibt jedoch Leute, die haben eine solche auf der Schulter sitzen!

Dafür sind mir persönlich Spinnen total egal, wogegen sich meine Freundin weigert ins Büro zu gehen, würde da eine von der Decke hängen. Zuerst müsste einmal ein Beseitigungstrupp antreten.

Ob eine Situation für jemanden Stress bedeutet, hängt von seiner Bewertung ab. Hier kommen nicht nur die Art und das Ausmaß der Anforderungen zum Tragen, sondern auch die persönliche Veranlagung, die Lebenserfahrungen und die Bewältigungsmöglichkeiten.

Es kommt auf die Belastbarkeit des Menschen an und diese ist bei jedem unterschiedlich.

Hans Selye (1907 geboren in Wien) stellte erstmals fest, dass starke Belastungen deutliche Alarmreaktionen im menschlichen Organismus auslösen.

Er definierte drei Phasen der Stressreaktionen:

  1. Schockphase
    Der Körper reagiert mit einer Schockphase, nachdem der Stress eingewirkt hat. In dieser Phase bereitet sich der Körper darauf vor zu handeln. Muss ich flüchten oder kämpfen? Noradreanalin wird ausgeschüttet
  2. Widerstandsphase
    Jetzt sind alle Stresshormone aktiv. Sie stellen eine Menge Energie bereit und aktivieren alle Körpersysteme, die das Überleben sicher stellen.
  3. Erschöpfungsphase
    Durch die Stressreaktion werden die Körperkräfte verausgabt. Der Körper verlangt danach nach Erholung

Die Stressreaktion ist keine Modeerscheinung und auch nicht neu, sie ist tief in uns verankert. Sie ist noch immer dieselbe wie in der Steinzeit, die Abläufe im Körper auch, nur unser Leben hat sich verändert.

Wie war das früher?

1. Schockphase

Der Jäger ist auf der Jagd um Essen für die Familie zu erlegen. Plötzlich hört er hinter sich ein Brüllen – ein Löwe ist in der Nähe und setzt zum Sprung an – sein Leben ist bedroht

 2. Widerstandsphase

Sein Körper macht alle Reserven mobil, er nimmt die Beine in die Hand, rennt so schnell wie er kann, sprintet über Steine, macht einen Satz über einen kleinen Bach und klettert auf den nächsten Baum hinauf. Das war eine außergewöhnliche Leistung! Ohne Hilfe der Stresshormone wäre das wahrscheinlich nicht möglich gewesen.

3. Erschöpfungsphase

Zitternd und voller Aufregung sitzt der Jäger da auf dem Baum, der Löwe umkreist den Stamm. Ab und zu blickt er hoch und brüllt. Doch irgendwann wird es im zu blöd und er kehrt um, um in den Wald zu verschwinden. Der Jäger hockt zwischen den Ästen und ist vollkommen erschöpft. Erst nach Stunden findet er die Kraft um zu seiner Sippe zu gehen. (Dort wartet hoffentlich ein ordentliches Stück Fleisch um seinen Heißhunger zu stillen)

Und heute?

1. Schockphase

Heute ist eine klare Orientierung in der Schockphase oft gar nicht mehr möglich, weil zu viele Stressoren gleichzeitig zusammen kommen.

Das könnte etwa so aussehen:

Conny Stressfaktoren

Kommt dir das bekannt vor? Ist es manchmal nicht so, dass es den ganzen Tag so geht? Diese Abfolge von kleinen Ereignissen lassen keine gesunde Stressreaktion in allen Phasen mehr zu, sondern versetzen den Körper in Dauerstress.

2. Widerstandsphase

In dieser Phase sind die körperlichen Reserven bereits mobilisiert. Der Körper ist startklar um zu kämpfen oder zu fliehen. Beide Verhaltensweisen sind hier meist nicht angemessen (auch wenn du oft fliehen oder irgendjemanden in deiner nahen Umgebung eine drüber hauen möchtest). Die große Energie, die durch die Stresshormone mobilisiert wurde, kann in dieser Phase nicht verbraucht werden.

3. Erschöpfungsphase

Meist wird diese Erholungsphase unterschätzt und auch nicht eingehalten. Eine kurze Mittagspause, vielleicht ein Brot so zwischendurch, schnell, schnell! Hinsetzen oder sogar hinlegen wird oft als Schwäche angesehen oder gar als „Faul-sein“. Dabei wäre ein gutes Mittagessen und ein Spaziergang Goldes wert!

Welche Situationen versetzen dich in Stress? Wie reagierst du? Welche körperlichen Reaktionen nimmst du dabei wahr? Gönnst du dir Erholung?

Breite deine Flügel aus

Cornelia

 

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11 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Conny,
    Mich stresst eigentlich nicht soviel, aber gestern ist es mir genau wie deinem Jäger gegangen. Der Thiemo knallt auf den Boden ich in Alarmbereitschaft, renne zu ihm, handeln – organisieren – alles fertig er liegt im Lkh im Bett ich heim und ich war fertig. Komme mit dem Auto gerade noch so heim hab mich ins Bett geschleift und eine Stunde tief und fest geschlafen. Danach gabs ein ordentliches Stück Fleisch um halb 9 am Abend – na bravo! (Hatte den ganzen Tag nichts gegessen das war Stress!) lg daniela

    1. Hallo Daniela, ja das kenne ich. Wenn den Kindern etwas passiert, dann läuft alles in Eiltempo, ohne viel Nachzudenken. Ist dann alles erledigt, lässt alles nach und man realisiert erst, was alles passiert ist. Gut, dass du dann schlafen konntest. Hoffe es geht Thiemo schon besser.
      LG Conny

  2. Hallo Cornelia,
    heute war so ein Tag 😉
    Gut geschlafen, 3 Minuten vor dem Wecker wach! Da kann nichts falsch laufen… Dachte ich…
    Kurz nach 6:00 Uhr mein Modul in den Rechner gesteckt und meinen Dienst eingegeben. Trotz unterstützendem Zettel wohl den Falschen – was ich aber erst Mal nicht registrierte. Hilfe!, 1/2 Std. zu spät. Alle Alarmglocken auf rot. Dann löste sich die Haltestellenbremse nicht. Noch mehr Alarm! Da war schon alles zu spät… Ein Kollege half mir mit der Bremse. Dann will ich die Rückenlehne einstellen. Die knallt mir ins Kreuz und lässt sich nicht mehr feststellen…
    Ein anderer Kollege bringt mir einen neuen Bus zur Endhaltestelle. Der setzt sich auf den kaputten Sitz, betätigt die Hebel, die ich auch vorher bedienst hatte – und die Rückenlehne sitzt fest! Ich kann es kaum glauben! Auf den Ersatzbus – alles ist gut! NEin, auch das das Problem mit der Haltestellenbremse. Das Problem kann ich selbst beheben und fahre mit 10 Min. Verspätung weiter… Ich atme, wie ein Weltmeister! Ein – aus – ein – aus…
    Eine Stunde später habe ich Pause. Danach will ich den Bus starten – nichts! Es tut sich gar nichts! 3x alles komplett ausgemacht und wieder hochgefahren. Endlich! Der Motor startet! Wieder 10 Min. Verspätung 🙁 Ich sehne das Ende des Arbeitstages herbei! Aber das ist noch lange nicht in Sicht. Die letzten 4 Stunden geht alles gut. Als ich Feierabend habe, hatte sich mein Handy in der kleinen Schublade verklemmt. Ein Kollege fummelt es daraus – zwischen lachen und Mitleid 😉
    JETZT bin ich froh, dass Wochenende ist! …und es ist ganz alleine meins! 😀 Mit ganz bewusstem „etwas für mich tun“ und ganz viel Ruhe!
    …und am Montag geht es entspannt in die neue Woche.

    Gruß Andrea

    1. Na bumm! Das ist ja ärger als der Jäger mit dem Löwen! Das glaub ich dir gerne, dass du da das Wochenende herbeisehnst, bei soviel Aufregung! Schön, dass du da Luxus für dich eingeplant hast 🙂 Ich wünsche dir ganz viel Erholung und einen ruhigen Puls 🙂 Alles Liebe Cornelia

  3. Hallo Cornelia, und vielen Dank für deinen tollen Beitrag!

    Wenn in meinem Berufsleben die Zeit mal knapp wird, dann versuche ich noch
    effizienter zu arbeiten. Das heißt aber nicht, dass ich im Allgemeinen nicht
    effizient handle, lasse mich aber doch leicht, an nicht so hektischen Tagen,
    leicht von meiner Arbeit ablenken, was natürlich nicht sehr produktiv ist.

    An Tagen also, an denen ich so richtig gefordert werde, bin ich eher noch
    ruhiger als gewöhnlich, weil ich da überaus konzentriert bin und mir darüber
    Gedanken mache, wie ich gewisse Arbeitsgänge noch kürzer gestalten kann.

    Natürlich hinterlassen solche „Spitzentage“ auch bei mir Spuren, und ich
    brauche dann genügend Zeit, um mich dann gut genug davon wieder
    erholen zu können.

    Meine Mitmenschen bekommen in solchen Situationen auch ihren Teil
    von mir ab, ich bin dann nämlich nicht so geduldig und aufmerksam,
    wie sie es gerne von mir hätten :-(.
    Ich denke da speziell an meine liebe Frau :-), die mir hoffentlich meine
    zeitweise Abwesenheit nicht zu übel nimmt 😉

    Liebe Cornelia, ich bin von deiner Schreibweise und deinen Gedanken
    wirklich sehr angetan und hoffe, dass du uns noch mit vielen Beiträgen
    bereichern wirst.

    Alles Liebe
    Simon

    1. Hallo Simon,

      danke für dein Kommentar. Es ist nicht immer einfach zur Ruhe zu kommen, überhaupt wenn da noch Erwartungen der Mitmenschen, Familie usw. da sind, die erfüllt werden wollen. Ich bin der Meinung, dass es jedoch sehr wichtig ist zur Ruhe zu kommen. Wenn man das auch ehrlich ausspricht, sollte es für deine Mitmenschen kein Problem sein. Sag deiner Frau einfach, wenn du nicht ganz da bist. Sie wird es sicher verstehen. Alles Liebe Cornelia

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