Multitasking

…..oder, auf das wir Frauen so stolz sind!

„Ich bin Mutter – ich bin Hausfrau,
ich bin Köchin und ich wasch den Wagen,
ich hab tausend Jobs auf einmal
und alle unbezahlt.

Ich bin Putzfrau – ich bin Ärztin
und Expertin in Beziehungsfragen.
Und wenn dich jemand fragt,
wie kriegst du das bloß hin,
ist doch easy, supereasy
weil ich tausend Frauen bin…“

Claudia Jung singt das, worauf wir Frauen so stolz sind.

Was wir alles schaffen und das alles gleichzeitig!

Liebe Frauen, ich glaube, es ist an der Zeit ganz ehrlich zu bekennen, dass wir das nicht mehr schaffen!

Oder nicht mehr schaffen wollen!

Bei mir ist das so und ich schäme mich nicht dafür, ich bin stolz darauf endlich sagen zu können:

„Ich mag nicht mehr! Warum soll ich auch? Wem muss ich was beweisen?“

Könnte es nicht sein, dass wir uns da was eingeredet haben? „Wir können alles und das gleichzeitig, der Mann schafft immer nur eines nach dem anderen………….?“

Es kann schon sein, dass wir da im Koordinieren besser sind, weil wir es so verinnerlicht haben. Wenn das Baby schreit, die Suppe fast überkocht und es an der Haustüre klingelt, dann bleibt uns nichts anderes übrig als zu jonglieren. Wir können da nicht einfach sagen: „Zuerst trinke ich meinen Tee!“

Aber haben wir uns da nicht in etwas hinein manövriert, was uns sehr viel Energie kostet?

Auch ich war immer sehr stolz darauf alles schaffen zu können und in die Stunde so viel zu packen, wo andere schon nach kurzer Zeit aufgeben würden. Und ich ließ mir ein schlechtes Gewissen einreden, wenn der Haushalt neben Job, zwei kleinen Kindern und Studium nicht perfekt war und glaubte es sogar noch, dass ich eben keine gute Hausfrau wäre.

Ja und? Ist es so wichtig, alles perfekt unter einen Hut zu bringen? Was bringt mir das wirklich?

Nur noch mehr Arbeit, noch mehr Verantwortung und noch weniger Zeit für mich selbst!

Bin ich dann erledigt und erschöpft, dann fragen mich alle: „Was du?“

Also ich oute mich jetzt:

„Schritt für Schritt und eines nach dem anderen ist meiner Meinung nach besser als Multitasking!“

Wenn wir eine Arbeit haben, die Fokus und Sorgfalt voraussetzen, dann sind alle Störungen, seien es E-Mails, Kalendererinnerungen, SMS, Anrufe usw. nur störend und lenken ab. Wir sind dadurch nicht schneller und wir schaffen auch nicht mehr, nur weil wir so viel auf einmal und gleichzeitig tun.

Wir haben nur das Gefühl viel zu machen, im Grunde ist das aber der Beginn der Überforderung. Wir beginnen sogar schneller zu reden und hören vielleicht nicht einmal mehr richtig zu. Manche reden so schnell, dass nicht einmal mehr die Gedanken hinten nach kommen 😉

Was kann ich also tun um fokussiert zu bleiben?

 – E-Mail Postfach schließen.

Es muss reichen im Büro 2-3 mal am Tag die E-Mails abzurufen und nicht ständig das Einblendfenster im Augenwinkel zu haben. „Oh, ein Mail – wer schreibt denn? Ist es wichtig? Ich lese mal schnell, dauert eh nicht lang…………..“

 – Handy auf lautlos

Meine Kinder und mein lieber Mann wissen wo ich bin, ich sitze im Büro und da passiert mir nichts. Und sollte bei ihnen ein Notfall sein, dann wissen sie sowieso wie sie mich trotzdem erreichen können.

 – Ein Bitte-Nicht-Stören-Schild auf die Bürotür hängen

kommt für mich allerdings nicht in Frage. Wir haben offene Türen und sind sehr stolz darauf. Bei unserer Firmenkultur ist das aber auch kein Problem. Jeder kann laut aussprechen, wenn er nicht gestört werden möchte oder Ruhe braucht. Das wird hier akzeptiert. Wenn dies bei irgendjemanden nicht möglich ist, dann würde ich das jedoch empfehlen. 1-2 Stunden am Tag mindestens eine störfreie Zeit.

 – Aufgabenliste schreiben

Da bin ich immer sehr nachlässig, aber wenn ich es dann doch tue, merke ich wie toll das ist. Ich schreibe mir meine Aufgaben auf, dann sind sie schon einmal aus meinen Gedanken und dann arbeite ich sie ab. Wenn sie erledigt sind und ich sie durchstreichen kann, ist da ein sehr erhebendes Gefühl

 – Nein sagen!

Da bin ich schon sehr gut 🙂 Ich muss nicht überall dabei sein und ich muss nicht alles wissen. Es gibt genug andere Arbeitskollegen und -kolleginnen, die mindestens so gut sind wie ich, wenn nicht sogar besser. Ich bin sehr dankbar dafür und habe damit überhaupt kein Problem.

 – Ich schreibe das Lied von Claudia Jung um:

„Ich bin Mutter – ich bin ’ne hübsche Frau,
ich bin Angestellte und ich hab ’nen Wagen.
Ich hab einen tollen Job, schon lange
und der ist gut bezahlt.

Ich hab eine Putzfrau, die mir hilft
und ich hab Freundinnen, die mir sagen,
mach eine Pause, es ist ok, 
ruh dich aus, leg dich mal hin.
ist doch easy, supereasy,
weil ich tausend tolle Frauen bin…..“

 

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn gerne 🙂

Möchtest du immer am Laufenden bleiben?

Trage deine E-Mail-Adresse JETZT ein. Du kannst dich jederzeit wieder austragen! Deine Daten sind bei mir sicher!

 

Ich schenke dir ein E-Book aus meinen ersten Blogbeiträgen und eine Leseprobe meines ersten Buches: „Du machst Karriere – du Rabenmutter? Ohne schlechtes Gewissen, deinen Erfolg genießen“

5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Wie geil Conny! Wenn ich das umsetzen könnte dann wäre ich dankbar, sehr dankbar. Aber es fällt schwer. Vielleicht mal wenn die Windeln nicht mehr vollgesch… sind, der Mittlere nicht mehr ruft ich bin fertig und die Große nicht gleichzeitig von der Schule kommt. Vielleicht in ein paar Jahren…

    1. 🙂 Ich sag ja nicht, dass es immer leicht ist, aber es geht ja eigentlich auch in erster Linie darum, dass du Hilfe annehmen darfst und auch zugeben darfst, dass es eben nicht immer so easy ist.
      Außerdem ist schlechtes Gewissen haben, nur weil der Haushalt nicht so perfekt ist, fehl am Platz! Bussi

  2. Liebe Conny, als „ältere“ Vertraute darf ich dir gratulieren zu deinen Leistungen! Vor allem gratuliere ich dir aber dafür, dass du bereits erkannt hast worum es im Leben eigentlich geht, bevor du mit einem burn out im Spital landest. Es ist toll, wenn jemand so engagiert im Beruf ist, aber es ist für jeden auch wichtig, seine Grenzen zu kennen und diese zu akzeptieren. Schalt dein Handy wirklich ab und beschränke auch die internen Telefonate auf das Notwendigste. Mach lieber die paar Schritte ins nächste Büro wenn du etwas brauchst, die Bewegung wird dir gut tun und der direkte Kontakt ebenfalls. Sag nicht ich hab keine Zeit dafür, die paar Mal weggehen von der Glotze – sprich PC – brauchst du einfach! Und bedenke: man kann mit Geld Vieles kaufen – nur keine Zeit und vor allem keine Gesundheit. Ich wünsche dir alles Gute und die Kraft einen Gang zurückzuschalten. Bussi

    1. Liebe Maria, ich freue mich sehr von dir ein Feedback zu bekommen, hast du mich doch so lange im Beruf begleitet.
      Ich achte dich sehr und ich denke oft an dich. Und ja, vieles hat sich verändert, ich denke jede Phase im Leben hat seinen Zweck und dient auch dem Lernen und dem Wachsen.
      Vieles ist verborgen und schlummert und wartet auf das Hervorkommen. Bei mir haben sich meine Ziele verändert, meine Werte haben sich verändert und das ist gut so.
      Das innere Streben ist noch da, aber es hat sich vom Ich zum Wir verändert. Jemanden zu berührern, sei es mit geschriebenen Worten oder mit einen persönlichen Gespräch geben mir viel mehr,
      als jede Gehaltserhöhung. Die Zeit zu haben für sich selbst, für die Familie, Freunde und für das Geschaffene ist für mich jetzt erstrebenswerter, als jede neue materielle Anschaffung.
      Das Gefühl niemanden mehr etwas beweisen zu müssen, ist sehr befreiend 🙂
      Mal sehen was daraus wird und was noch kommt. Ich freue mich auf alle Fälle darauf und werde viel mehr auf meine inneren Stimmen hören 🙂
      Alles Liebe
      Conny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.