Liebesbrief an die Freundschaft

Heute wollte ich eigentlich einen tollen Gastartikel zum „Leben VOR dem Tod“ präsentieren, aber als ich heute morgen erwachte, wusste ich, dass ein ganz anderer Artikel ansteht.

Mein „Liebesbrief an das Geld“ war so erfolgreich, dass es mir die Sprache verschlug. Ich konnte es nicht glauben, dass dieser so oft gelesen wurde. Es ging um die Beziehung zu Geld, die mir sehr wichtig erscheint und trotzdem handelt es sich um eine „Sache“, die das Leben zwar unglaublich erleichtert, jedoch bei weitem nicht so glücklich machen kann, wie eine FREUNDSCHAFT. Mit Geld kann man das nicht kaufen, was eine innige, selbstlose Freundschaft ausmacht.

Wenn ich traurig bin, dann nehme ich nicht mein Sparschwein in die Hand, setze mich mit ihm auf das Sofa und erzähle ihm meine Geschichte. (Ist zwar eine lustige Vorstellung und zurück reden tut es auch nicht, das Gesicht wird nicht verzogen und dein Geheimnis bleibt sicher und fest verborgen – aber dieses vollgefüllte Geldschweinchen kann dich nicht in die Arme nehmen!)

Also gehört zur Fülle nicht nur die Fülle mit dem Geld, sondern ganz enorm die Fülle im Herzen! Dieses Gefühl der Wärme und das Lächeln, das wie von selbst in dein Gesicht kommt, wenn du an einen bestimmten Menschen denkst.

Ich habe einige solcher Menschen um mich herum und eine ganz besondere Frau hat heute Geburtstag!

Ihr schreibe ich diesen Brief:

Collage_Marianne„Liebe Marianne,

du feierst heute deinen runden Geburtstag, bist 40 Jahre alt. Das schreibe ich hier so offen, da ich weiß, dass du nicht zu den Frauen gehörst, die ihr Alter verheimlichen müssen, oder die sich immer jünger machen wollen, wie sie sind. Ich habe dich immer bewundert. Seitdem ich dich kenne hat mich deine Art zu dem zu stehen, was ist, begeistert. 40 Jahre bist du heute und die Hälfte dieser Zeit darf ich dich meine beste Freundin nennen. 🙂

Ich weiß noch, als ich dich damals in der Schule sah. Wir hatten nichts miteinander zu tun, aber du bist mir aufgefallen. Meine Gedanken waren damals: „Was ist denn das für eine hochnäsige Person?“ 😉 Du warst immer schon so „bürotauglich“ gekleidet und trugst deine Blazer so selbstverständlich, wie eine Businesslady im mittleren Alter. Ich hätte mich das nie getraut, nie wollte ich auffallen.

Später, ich arbeitete schon ein Jahr, kamst du in unser damaliges Büro geschneit und ich erfuhr, dass du meine Nachfolgerin werden solltest. Als du von mir erfuhrst, dass du Buchhaltung machen solltest, wolltest du eigentlich schon wieder umdrehen und gehen. Wir haben uns an uns herangetastet, doch musste ich nach drei Wochen Einschulungszeit die Firma verlassen, weil ich im elterlichen Betrieb gebraucht wurde. Mir war jedoch immer klar, dass ich irgendwann zurückkommen würde.

4 Jahre später und 2 Kinder reicher 🙂 war es so weit und wir trafen uns im Büro wieder. Die Freundschaft zwischen uns und unsere Verbundenheit wuchs, obwohl wir privat immer andere Wege gingen. Das ist bis heute so geblieben. Wir sind nicht so wie viele andere „beste Freundinnen“. Wir verbringen kaum private Zeit miteinander, wir treffen uns fast nie und machen wenig gemeinsam. Wir sehen uns fast täglich in der Firma und es gibt leider auch hier Zeiten, die so vollgefüllt sind, dass wir uns gerade mal in der Früh begrüßen und nach der Arbeit verabschieden.

Trotzdem hat das unsere Freundschaft nie belastet und schon gar nicht gemindert, sondern noch eher vertieft. Wir beide wissen, dass wir für einander da sind, wenn es wichtig ist. Wir brauchen nur aneinander denken, kommen mögliche Lösungen in die Gedanken. Manchmal treffen wir uns am Gang zwischen Büro und Kopierer und wir stärken uns mit einer Umarmung, oder wir plaudern kurz bei einem Kaffee.

Weiß jemand von uns beiden nicht weiter, genügt ein kurzer Blick ins Büro der anderen und der Lichtblitz kommt von selbst 🙂

Geht es mir schlecht und brauche ich jemanden zum Reden, dann bist du diejenige, die von ihrer Wohnung herunterläuft, mir die Tür öffnet und mit mir ein paar Runden um die Häuser spaziert. Du hast alle meine Krisen miterlebt, alle meine Hochs und Tiefs, alle meine Entwicklungsschritte, mein Suchen nach mir selbst. Du hast mir nie irgendwelche „gescheiten“ Ratschläge gegeben und gesagt: „Du sollst und du musst“, sondern immer nur zugehört und akzeptiert wie ich gerade war und was ich dachte- auch wenn du es nicht nachvollziehen konntest.

Wir beide sind so gleich und doch so verschieden und ich denke, das macht es aus.

Komme ich aus dem Urlaub zurück und mein Schreibtisch ist penibel sauber und ordentlich, dann weiß ich, dass du gewerkelt hast. Deine Finger konnten nicht anders und mir macht das nichts aus. Ich freue mich jedes mal darüber :-).

Die letzten 20 Jahre habe ich eine ordentliche Entwicklung hingelegt. Ich wurde vom schüchternen Entchen ohne Selbstvertrauen zum Adler, der seine Flügel ausbreitet und zeigt, wer er ist. Mit deinem Wesen, deiner Selbstsicherheit und deinem „zu dir stehen“ hast du ganz viel zu dieser Entwicklung beigetragen. Dafür bin ich dir sehr dankbar!

Was soll ich dir schenken? Kein materielles Gut kann das aufwiegen, was du mir gibst. Die ZEIT miteinander ist wohl das Beste was wir haben. Ein Spaziergang, ein Essen, viel Lachen, wohl das Schönste, was wir uns geben können. Leider vergeht die Zeit aber irgendwie immer so schnell, wir machen uns das zu unseren Geburtstagen aus und plötzlich ist der nächste da 🙂

Deshalb werde ich dir noch heute einen TERMIN schicken – für ein tolles, gemeinsames Abendessen beim Italiener. Wir tragen uns das beide in den Kalender ein und keine Arbeit, kein Druck und keine andere Verpflichtung wird uns davon abhalten, diesen Termin einzuhalten!

Ich freue mich darauf und möchte dir noch mein Lieblingszitat von Choco Chanel mit auf dem Weg geben:

„Eine Frau kann mit 19 entzückend, mit 29 hinreißend sein, aber erst mit 39 ist sie absolut unwiderstehlich. Und älter als 39 wird keine Frau, die einmal unwiderstehlich war!!!“

Deine Conny!

 

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Ich schenke dir ein E-Book aus meinen ersten Blogbeiträgen und eine Leseprobe meines ersten Buches: „Du machst Karriere – du Rabenmutter? Ohne schlechtes Gewissen, deinen Erfolg genießen“

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