Liebesbrief an das Geld

Geld

Dieser Brief entstand schon 2011 als ich irgendwo las, dass sich viele Menschen fragen, warum sie nicht in Fülle leben, warum sie zu wenig Geld haben, warum sie immer so sparen müssen.

Als Antwort kam, dass sie doch einmal einen Liebesbrief an ihr Geld schreiben sollen. Das fand ich echt lustig, deshalb machte ich das gleich (es konnte ja nicht schaden).

Vielleicht machst du das auch einmal – es hat echt Spaß gemacht 🙂

Also:

Hallo liebes Geld!

Wie geht es dir? Ich möchte dir jetzt einmal wirklich Danke sagen. Danke, dass du mich in den letzten Jahren nie im Stich gelassen hast. Du hast mich zwar öfter einmal warten lassen und einige Male hast du dich ziemlich knapp gemacht, aber im Endeffekt warst du doch immer da, wenn ich dich ganz dringend gebraucht habe. So ganz im Stich hast du mich nie lassen. Manchmal musste ich zwar echt überlegen, wo ich dich jetzt herbekomme oder wo ich sparen soll, aber trotzdem ist es mir immer gut ergangen.

Du hast wohl auch gemerkt, dass es schön bei mir ist und dass ich dich nicht einsperre. Ich hatte früher einmal die Zeit, wo ich dich gehortet habe und auf das Sparbuch verdonnerte, aber das ist jetzt vorbei. Im letzten Jahr hab ich dich kommen und auch sofort wieder weiterziehen lassen. War das nicht schön? Du hast ja wirklich sehr viele Freiheiten bei mir. Deine Anwesenheit und deine kurze Verweildauer haben mir eine tolle Wohnung beschert, in der ich jetzt so richtig glücklich bin. Ich genieße die freie Zeit in der Wohnung und im Garten und ich freue mich sehr darüber, dass ich mir das leisten kann.

Schön wäre es, liebes Geld, wenn du deinen Freunden und Freundinnen davon erzählen könntest, wie lustig und angenehm es bei mir ist. Die Tür steht für alle offen. Kommt einfach hereinspaziert, bleibt eine Weile bei mir und dann könnt ihr weiterziehen. Ich hab so auch immer Fullhouse mit meinen Kids und deren Freunden, ihr würdet da ganz gut dazu passen. Es ist immer sehr lustig und angenehm.

Ich möchte dir, mein liebes Geld, auch einmal ein Feedback geben. Deine Plusseite kann das sehr gut – vorbei kommen und weiterziehen – deine Minusseite muss das noch ein wenig lernen. Vielleicht nimmst du sie bei der Hand und nimmst sie öfter mal mit? Die Minusseite, die Schulden, die kommen nämlich gleich gerne wie du in mein Haus, aber die ziehen nicht so schnell weiter. Ich weiß, es ist wohlig warm und gemütlich bei mir, aber glaube mir, die Schulden hätten sicher auch viel mehr Spaß, wenn sie die Welt mehr von außen sehen könnten. Vielleicht schaffst du es ja sie dazu zu überreden.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Schulden Angst haben, dass sie nicht mehr zurückkommen dürfen, wenn sie erst einmal vor der Haustüre sind. Aber das ist nicht so. Sie dürfen immer wieder anklopfen, dürfen kurz bleiben und dann wieder eine neue Aufgabe, einen neuen Spaß suchen. So soll es ja in jeder Beziehung sein. Jeder braucht seinen Freiraum. Nur die Schulden sind im Moment noch wie kleine Kinder, die Angst haben ein paar Schritte ohne Mama zu tun.

Liebes Geld, was machen wir da? Hast du eine Idee?

Alleine werden wir das nicht so schnell schaffen. Ich schlage deshalb vor, dass du mit ganz vielen Freunden vorbeikommst. Sagen wir so 300.000 oder auch mehr, dann machen wir eine riesen große Party mit den Schulden gemeinsam und dann rauscht ihr gemeinsam ab. Ich übernehme auch das Zusammenräumen – echt versprochen – ihr braucht nur Spaß haben.

Und wenn ich dann wieder zusammengeräumt habe, dann steht die Tür ja wieder offen für dich und deine Freunde (die Schulden lassen wir jetzt einmal wirklich wo anders Spaß haben, die sind nämlich so lange zuhause gesessen, dass sie echt einmal was erleben müssen). Dafür müssen wir wirklich Verständnis aufbringen 😉

Also mein liebes Geld bereiten wir die Party vor!

Deine Conny

Ich muss heute noch lachen, wenn ich das lese und wir sollten das wirklich immer viel öfter tun. Einfach Briefe schreiben – die Welt sieht dann gleich ganz anders aus. Die Einstellung verändert sich und das Verhältnis zur beschriebenen Sache oder Person usw. ebenso.

Sybille Johann hat zum Beispiel einen Abschiedsbrief an ihren Selbstsaboteur geschrieben – echt toll 🙂 (hier zum Nachlesen)

Nachfolgeartikel zum Liebesbrief an das Geld: „Liebesbrief an die Freundschaft“ – weil ich der Meinung bin, dass haufenweise Geld, ohne tiefgehende Freundschaften, keine wahre Fülle bringen kann. Also schreib doch auch einmal deiner besten Freundin, deinem besten Freund einen Brief und sage DANKE!!! Hier nachzulesen!

Liebe Grüße

Cornelia

PS: Dieser Liebesbrief an das Geld nimmt auch an der Blogparade von Anette Weiss mit: „Geld, Glaubensätze und Kontostand – Aufruf zur Blogparade“

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29 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Cornelia,
    vielen lieben Dank für die Erwähnung im Artikel Ich hab deinen Brief mit echter Begeisterung gelesen, ich glaube, ich muss den Kreis meiner „Brieffreunde“ tatsächlich doch noch erweitern. So kann man einiges klären, was sonst so unterschwellig gärt und nicht an die Oberfläche darf.
    Das ist alles so treffend formuliert. Danke!
    LG
    Sybille

    1. Hallo Sybille – gerne geschehen – ich lese deine Beiträge ja selbst sehr gerne und dein Brief hat mir meinen in Erinnerung gerufen. Der war in meinem Computer versteckt 🙂 Ich finde Briefe schreiben generell so toll. Immer wenn es mir schlecht ging, machte ich so etwas. Irgendwie betrachtete ich dann das ganze anders – mit ein wenig Abstand – ab und zu mit etwas Zynismus, dann auch wieder mit einem ordentlichen Mitgefühl und manchmal musste ich dann über mich selbst lachen. Den letzten „Liebesbrief“ schrieb ich bevor mein Artikel mit der Bratpfanne entstand, an die Person, die diese Gefühle in mir ausgelöst hatten. Ich schickte ihn natürlich nicht ab, hab ihn dann „liebevoll“ durch den Reisswolf gelassen und somit die Wut verabschiedet 🙂

      Alles Liebe
      Cornelia

  2. Hallo Conny,

    oh ja, das ist lustig! Mein Geld und ich sind uns ebenfalls völlig einig, dass es möglichst schnell wieder in die Freiheit entlassen werden soll – breite deine Flügel aus!
    Hat denn bei dir die tolle Party schon stattgefunden? So ein rauschendes Willkommens- und Abschiedsfest möchte ich auch demnächst veranstalten, inklusive der Totenzehrung für den Selbstsaboteur (danke für den Link zu Sybille Johann!). Frau, wird das ein geiler Event! Magst kommen?

    Alles Liebe,
    Sabine

    1. Hi Sabine – ich komme gerne zu deiner Party – sag mir einfach wenn sie stattfindet 😉 Also ich habe schon mehrere Partys gefeiert, die Plusseite ist auch gerne gekommen und dann auch wieder brav weitergezogen ;-)Sie haben es aber noch nicht geschafft, alle anderen gleich mitzunehmen. Es „kleben“ noch immer ein paar von der „anderen“ Seite bei mir. Aber inzwischen belastet mich das nicht mehr, ich sehe das ganz ruhig. Solange die guten Freunde die Schulden immer wieder regelmäßig besuchen kommen, ist das ok so. Sie brauchen mich halt noch 😉 . Und bei jedem Besuch sind einige von der anderen Seite bereit, mein Haus zu verlassen. (ganz ehrlich? Ich glaube ich bin auch noch nicht so weit, sie alle gehen zu lassen – ich hab nämlich mit der Bank so ein tolles, günstiges Abkommen, dass ich es sogar auch noch schade finden würde, wenn plötzlich alle Schulden weg wären ) – irgendwie pervers, oder?

      Naja, ich werde also noch mehrere Feste feiern – du kannst gerne auch kommen 😉
      Alles Liebe
      Conny

  3. Liebe Cornelia,
    so ein schöner Beitrag über das Thema Geld … zum Schmunzeln, zum DANKE sagen und zum FÜHLEN ;-). UND einfach mal die Perspektive wechseln und schon sieht alles ganz anders aus :-).
    Ganz liebe Grüße, Romana

    1. Danke liebe Romana – ja finde ich auch – irgendwie wird dann alles viel angenehmer 🙂 Und irgendwie sieht man wieder, was man ALLES hat und nicht immer was man nicht hat 🙂
      Alles Liebe
      Cornelia

  4. Pingback: Anonymous
  5. Hallo Cornelia,

    das ist eine wirklich gute Idee, einen Liebesbrief an sein Geld zu schreiben. Wer weiß, ob das nicht die Grundlage dafür ist, daß es sich lieber bei einem aufhält.

    Herzlichst
    Goorg

    1. Danke Georg – schaden tut es auf alle Fälle nicht. Zumindest muss ich immer lächeln, wenn ich an mein Geld denke und wenn es gerade wieder mal etwas abwesend ist, dann stelle ich mir vor, wie es gerade in der Weltgeschichte herumschlendert um mit den ganzen Erfahrungen und Ideen und neuen Freunden zu mir zurück zu kommen;-) Ja und dann bin ich wieder ziemlich locker und alles fügt sich, wie es sein soll 🙂
      Alles Liebe
      Cornelia

  6. Pingback: Reichtum - ich mach mit! » Sybille Johann
    1. Danke liebe Anette, du schreibst, man könnte sich ziemlich doof vorkommen, wenn man einen Brief an das Geld schreibt. Da magst recht haben 🙂 Ist aber sicher spannend wenn man dann selbst das Ergebnis liest. Wurde es ein Liebesbrief oder eine Beschimpfung? Oder vielleicht doch ein Drohbrief oder Jammerschreiben 🙂 Gute Möglichkeit die eigene Denkweise dann anzusehen 🙂 LG Cornelia

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