Wie ich lernte meinen eigenen Lebensrhythmus anzunehmen

Es ist Gastbeitragszeit 🙂 Ich freue mich, dass ich Sybille Johann dafür gewonnen habe und sie bei meinem Projekt: „Gibt es ein Leben VOR dem Tod?“ mitmacht. Ich hab ihr ein paar Fragen gestellt. Los geht’s:

Magst du dich bitte vorstellen?

sybille profilbild kleinIch bin seit Januar 2014 selbständige Lebensberaterin und Autorin. Meine Schwerpunkte lege ich auf die spirituellen Hintergründe von dem, was uns alle täglich bewegt – ich nenne das „Spiritualität mit Bodenhaftung“. Ich liebe es, meine Ideen in Texten zu verfassen, auf meinem Blog www.sybillejohann.de oder als Autorin. In meinem Leben habe ich viele Dinge ausprobiert und war immer auf der Suche nach dem Warum. Dabei ist mir bewusst geworden, dass jede einzelne Erfahrung ein einzelnes Puzzlestück des Lebens ist und sich erst nach und nach das ganze Bild ergibt. Ankommen werde ich wohl nie, denn das Leben ist und bleibt eine spannende Reise mit offenem Ausgang.

 

Was ist LEBEN für dich?

Leben ist für mich Wachstum. Es verändert sich ständig, es unterliegt einem Rhythmus von Wachstum und Ruhe. In der Ruhe sammeln sich die Kräfte, regenerieren sich und bereiten eine neue Phase des Erschaffens vor.

Oftmals überschätzen wir aber unsere Kraftreserven und sehen in der Ruhe Stillstand. Ich habe diesen Fehler auch oft gemacht und bin über meine eigenen Grenzen gegangen.

Der Unterschied zwischen Ruhe und Stillstand liegt darin, dass im Stillstand ein Ende des vorherigen Prozesses gesehen wird. Ich habe aufgegeben, sehe keinen Sinn und keine weiteren Perspektiven mehr. In der Ruhe trete ich dagegen einen Schritt zurück und lasse dem Vorhergegangenen genügend Raum, sich aus sich selbst heraus zu entwickeln. Ich weiß, dass ich alles getan habe, was bis hierhin nötig war. Und nur aus der Ruhe heraus können auch wieder neue Ideen entstehen und ein neuer Prozess des Wachstums kann wieder beginnen.

 

Kannst du meinen Lesern den Unterschied zwischen Leben und Funktionieren erklären und vielleicht ein Beispiel aus deinem Leben geben?

Ich habe in vielen Bereichen meines Lebens eigentlich nur funktioniert. Sicher gibt es Alltag und Pflichten, aber ist es wirklich unmöglich, selbst darüber zu bestimmen, wie ich etwas mache? Lange habe ich versucht, die Ratschläge und Forderungen der Anderen  zu erfüllen. Um dazu zu gehören oder weil ich dachte, sie wüssten es besser. Und oft auch, um niemanden zu verletzen, wenn ich einfach NEIN sage. Durch dieses Verhalten hofft man sich letztendlich Anerkennung zu verdienen…

Und doch habe ich immer wieder gemerkt, dass ein bloßes Übernehmen von allgemeinen Regeln für mich nicht stimmig ist. Gerade in der Erziehung meiner beiden Töchter war mein intuitives Erkennen der jeweiligen Situation und ihrer Persönlichkeit entscheidend über den „Erfolg“. Versuchte ich, allgemeine Regeln durchzusetzen, waren am Ende beide Seiten aufgebracht und keinen Schritt weiter. Hörte ich dagegen auf meine innere Stimme, wusste ich auch, was in dem Moment die richtige Reaktion ist. So kamen wir dem Problem und auch uns viel näher.

Der Unterschied ist also, dass ein Funktionieren Fremdbestimmung ohne eigenes Hinterfragen ist und Leben ein Prozess, der selbst gesteuert wird aus der eigenen Wahrheit heraus.

 

Wie gestaltest du einen glücklichen, erfolgreichen Tag?

Von Haus aus bin ich Frühaufsteher. Ich liebe den Morgen, wie alles erwacht, noch ruhig ist bis auf das Vogelkonzert und es so aussieht, als wäre noch alles möglich. Wenn dann noch schönes Wetter ist – perfekt. Aber im Grunde genommen kann ich auch Regen und Sturm was abgewinnen. Die ersten Minuten sollten mir gehören, so kann ich mich sammeln, im Tag ankommen und erst mal meinen Kaffee genießen (so wie jetzt am besten draußen in der Morgenluft).

Ich muss zugeben, dass ich noch ein Problem mit meiner Selbstdisziplin und Konsequenz habe. Ich neige dazu, mir zu viel vorzunehmen, aber nicht in die Gänge zu kommen. Daran arbeite ich aber seit einiger Zeit und werde immer besser. Wenn ich mir also was vorgenommen habe und meinen (selbstbestimmten!) Arbeitstag damit beginne, einen Punkt nach dem anderen von meiner Liste zu streichen, bin ich ziemlich zufrieden, da ich dann sehe, etwas geschaffen zu haben.

So kann ich auch entspannter Pausen einlegen, mich Haushalt und Familie widmen oder einfach auch etwas anderes machen, wie z.B. lesen. Momentan versuche ich auch, eine neue Gewohnheit entstehen zu lassen, nämlich einen ausgiebigen Abendspaziergang mit meiner Familie (oder Teilen davon…). Da wir auf dem Land leben, gibt es so viel Natur um uns herum, dass ich die Fülle des Lebens richtig einsaugen kann und mich nach einer Weile komplett aufgetankt fühle. Dann weiß ich, dass das Leben, so wie ich es mir eingerichtet habe, richtig ist und freue mich auf den nächsten Tag.

Liebe Sybille – danke für das Interview und danke für den Einblick, den du mir und meinen Lesern gewährt hast. Deine Definition von Ruhe gefällt mir sehr gut – einen Schritt zurücktreten, dem Vorhergehenden Raum geben und daraus wieder Entwicklung zulassen – ja das ist es, das ist für mich absolut stimmig.

Breite deine Flügel aus 🙂

Cornelia

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