Lebe deine Bestimmung – meine Umsetzung

Der heutige Beitrag kommt von Nicole Bailer, die sich meinem Projekt Gibt es ein Leben vor dem Tod?“ angeschlossen hat und nun darüber erzählen wird.

Sie schreibt über ihr Leben und wie sie alles umgekrempelt hat um ihrer Bestimmung zu folgen. Ich durfte mit ihr auch ein Interview führen, das du im Anschluss zu ihrer Geschichte lesen kannst. Danke Nicole!

Gibt es ein Leben VOR dem Tod?

Ja, es gibt ein Leben vor dem Tod, aber wir müssen uns auch bewusst dafür entscheiden. Unser bewusstes Leben beginnt nicht am Tage unserer Geburt, sondern an dem Tag an dem wir ganz bewusst „Ja“ zu uns und unserem Leben sagen können.

Mein persönliches „Ja“ zum Leben gab ich, als ich ca. 20 Jahre alt war.

Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mehr oder weniger nur funktioniert und war damit beschäftigt die Vorstellungen und Wünsche anderer zu erfüllen. Ein recht zeitintensives und nervtötendes Unterfangen, dass ich absolut nicht weiterempfehlen kann! Ich wurde zwar stets geliebt aber habe schon als Kind verstanden, je mehr Leistung ich erbringe, desto mehr Liebe gibt es. Dieses Gedankenmuster führte dazu, dass ich eine Ausbildung absolvierte, die ich garnicht machen wollte und meine erste Beziehung ein einziger großer Kompromiss war. Mein Körper signalisierte mir immer mehr, dass es so nicht weitergehen konnte – ich bekam Depressionen.

Die Kehrtwende trat ein, als Gott – das Universum oder Schicksal – wie auch immer, mir eine bestimmte Person über den Weg laufen lies. Diese Person brachte den sprichwörtlich ersten Stein bei mir ins Rollen. Er hielt mir einen Spiegel vor und zeigte mir, wie ich im Moment und in der Vergangenheit leb(t)e und gleichzeitig malte er auf meiner Seele ein Bild wie ich in Zukunft leben könnte. Er zeigte mir, was möglich war – nämlich alles!

Ich began nun immer wieder damit, anstatt auf meinen Verstand, erstmal auf mein Herz zu hören. Ich traf Entscheidungen, die für viele in meinem Umfeld bis heute nicht nachvollziehbar sind (und das ist jetzt fast 10 Jahre her):

  • Ich habe meinen sicheren Beamtenjob gekündigt
  • Ich bin einige Male umgezogen und habe meine Erfahrungen gesammelt
  • Ich habe einen Mann geheiratet der 16 Jahre älter ist als ich und noch dazu schwer krank

Ich habe bis zum jetzigen Moment, nicht eine dieser Entscheidungen bereut denn ich traf sie bewusst und aus tiefstem Herzen. Natürlich läuft mein Leben nicht nach einem Hollywood Drehbuch – immer glatt, ich habe viele dunkle Stunden mit großen Sorgen und Nöten erlitten, aber ich habe niemals die Hoffnung verloren.

Nun lebe ich meine Berufung als Personal Coach, habe eine wunderbare kleine Tochter und den besten Ehemann, den ich mir wünschen könnte.

Ich helfe nun Menschen, die an ähnlichen / denselben Stellen stehen und nicht weiter kommen. Ich begleite hauptsächlich Frauen auf ihrem Weg ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Was soll ich sagen? Ich liebe es jeden Tag aufzustehen und den Tag so anzunehmen wie er ist…..Ich bin dankbar und glücklich dieses Leben zu führen!!

Das Interview:

Cornelia:

Nicole, du erzählst, dass du einen sicheren Beamtenjob aufgegeben hast, um deiner Bestimmung zu folgen. Du warst damals noch sehr jung und hattest keine Familie.

Was rätst du jemanden der auch spürt, dass die Bestimmung nicht im Job auszuleben ist, der jedoch Angst hat, dieses aufzugeben, weil er/sie Verpflichtungen hat? Kinder, Haus usw.

Das ist ja doch oft eine große Hürde, die Angst, nicht für seine Lieben sorgen zu können, oder auch die Angst schon zu alt zu sein, für einen Jobwechsel

Nicole:

Ja das ist absolut eine große Hürde – ein solcher Schritt, aber generell lege ich diesen jedem ans Herz. Jedem der spürt, dass die Arbeit mehr belastet als gibt – jedem der unter seiner Arbeitsstelle leidet etc. Mein ganz persönlicher Rat an alle, die in einer solchen Situation sind:

  • genau hinschauen: was genau stört mich? Ist es der gesamte Job oder nur die Abteilung – würde es schon reichen kürzer zu treten, im Sinne von Teilzeit etc. Oder will ich wirklich etwas ganz anderes machen?
  • Wenn es wirklich etwas ganz anderes ist, das dein Herz zum Brennen bringt, dann braucht es Planung. Ich habe es damals etwas planlos gemacht, aber da ich nur nach mir selbst schauen musste, war das auch nicht schlimm. Hast du allerdings Kinder, einen Kredit abzubezahlen und so weiter, dann sollte es keine „Schnellschuss-Reaktion“ sein. Prüfe genau, was du machen möchtest – welche Vorraussetzungen braucht es dafür, kann ich erstmal langsam nebenbei anfangen und Erfahrungen sammeln? Und dann nach und nach, meine jetzige Arbeit reduzieren bzw. dann ganz kündigen.
  • Finde heraus: was ist mein Ziel hinter dem Ziel und halte Kurs bei der Umsetzung. Alles in Balance mit deiner jetzigen IST-Situation (Familie, Finanzen etc.)

Cornelia:

Du schreibst, dass dich viele nicht verstanden haben. Wie gingst du damit um? Ich merke selbst, wie lange ich damit zu kämpfen hatte, weil mich meine Liebsten nicht verstanden oder einfach nicht verstehen. Inzwischen kann ich den Wunsch, dass sie es tun loslassen und akzeptieren, dass es halt nicht so ist. Wie war das bei dir?

Nicole:

Ich war lange Zeit „Grundfrustriert“, weil ich dachte – warum versteht mich keiner?? Wollen die nicht oder was ist da los? Ich bin immer davon ausgegangen, das mein Umfeld auf derselben Erkenntnis-Stufe stand wie ich bzw. ich habe das erwartet.

Es gibt Menschen, die haben diese Entscheidung auch nach 10 Jahren noch nicht akzeptiert / verstanden und das finde ich irgendwie schade.

Ich habe mich aber all die Jahre nicht ins Wanken bringen lassen. Mein Entschluss stand fest und es fühlte sich für MICH richtig an, mehr war für mich nicht wichtig. Klar, zu Beginn habe ich immer nach Gründen gesucht und meine Entscheidung auch hi und da „gerechtfertigt“ aber das habe ich bald aufgegeben – ganz einfach weil ich gemerkt habe, dass es zwei Arten von Menschen um mich gibt:

  1. Die die hinter mir stehen und vor denen ich mich nicht rechtfertigen muss
  2. Die Menschen, die einfach nicht damit klar kommen, dass ich nicht so handle wie es erwartet / gewünscht wird und für diese Menschen wird es auch kein zufriedenstellendes Argument geben.

Bleib Dir und deiner Entscheidung treu!! Dein Herz lenkt dich nicht fehl – trust it!! 😉

Cornelia:

Du lebst nun dein Leben, so wie du es dir wünscht – würdest du uns an einem typischen Tagesablauf von dir teilhaben lassen? Wenn wir die Nicole begleiten könnten, was würden wir sehen?

Nicole:

Also dann lade ich euch mal ein und starte in einen TAG IN MEINEM LEBEN 🙂

Ich stehe morgens zwischen 5.30 Uhr und 6.00 Uhr auf. Alles um mich herum schläft noch und ich kann die Ruhe genießen 😉 Ich mache mir eine Tasse Kaffee und setze mich (je nach Witterung) draußen auf die Terasse oder an den Wohnzimmertisch und schreibe in mein Erfolgsbuch. Dort trage ich alle Erfolge des vergangenen Tages ein, sehe in welch Reichtum ich lebe und was ich schon erreicht habe. Es hilft mir auf Kurs zu bleiben und macht mich dankbar.

Wenn dann meine Maus und mein Mann aufstehen, gibt es gemeinsames Frühstück und dann geht die Kleine in den Kindergarten. In den Vormittagstunden bin ich dann entweder mit dem Schreiben meiner Blogartikel, Coaching-Vorbereitungen und Terminsachen beschäftigt. Je nachdem wie die Verfassung meines kranken Mannes ist – kommt noch der eine oder andere Besuch beim Arzt etc. dazu.

Dann koche ich und die Maus kommt vom Kindi nach Hause. Dann steht gemeinsames Mittagessen auf dem Plan.

Nach dieser Ruhepause ist dann mein Mann für unsere Kleine „zuständig“ und ich gebe Coachings – Interviews etc. Also der Nachmittag ist für mein Business reserviert. Das sind in der Regel zwischen 3 und 4 Stunden.

Am Abend gibt es dann wieder ein gemeinsames Vesper – Zeit mit der Familie. Entweder lese ich der Kleinen etwas vor oder wir machen Spiele. Irgendwas fällt uns immer ein 😉

Ist die Maus dann im Land der Träume folgt bei mir die Nachbereitung des Tages und die Vorbereitungen für den kommenden Tag. Je nachdem wie ausgiebig diese Phase ist, schaffe ich es noch etwas zu lesen oder fernzusehen und wenn nicht, dann fallen mir bald die Äuglein zu 😉

Aber was sich vielleicht stressig anhört ist für mich das pure Glück. Ich bin nämlich FREI in dem was ich mache: ICH lege die Termine, ich bestimme wann was gemacht wird. Ist das Wetter toll, arbeite ich viel an der frischen Luft und wenn mir danach ist, mache ich auch mal einen Tag lang garnichts, sondern tobe nur mit meinen beiden durch den Garten – gehen wandern oder sonst was. Ich bin absolut gesegnet und dankbar für mein Leben.

Danke Nicole für das Interview – es war sehr interessant für mich und hat mir besondere Freude bereitet.

Info am Rande – gestern feierte Nicole einen runden Geburtstag – herzliche Gratulation!!

Nicole BailerNicole ist gelernte Justizfachwirtin. Viele Jahre hat sie ihr Leben nach anderen Menschen ausgerichtet, bis sie gemerkt hat, dass das ein Fehler war! Heute unterstützt sie Angehörige von Schmerzpatienten dabei ihre Ressourcen zu stärken um mit der Situation besser umgehen zu können. Hierfür nutzt sie Seminare, Vorträge, ihren Blog und auch Einzelcoaching-Sitzungen. Durch ihre Weiterbildung zur Gesundheitsberaterin rundet sie das Ganze ab, denn Themen wie Stress, Bewegung und Ernährung spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, ein glückliches und gesundes Leben zu führen.

Sie kann persönlich ein Lied davon singen, wie schön es ist, das LEBEN zu LEBEN, das man sich WÜNSCHT!

Hast du Fragen an Nicole, kannst du gerne das Kommentarfeld dafür benutzen.

Breite deine Flügel aus – Cornelia

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7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ein sehr schöner Beitrag, mit einer Menge Mehrwert für ALLE. Danke euch beiden. Danke Nicole für deine Offenheit und Bereitschaft aus deiner Mitte zu teilen. Uns deine Erfahrungen und Erkenntnisse mitzuteilen.

    LG

    Matthias

    1. Hallo Matthias,

      vielen Dank für dein positives Feedback!
      Es freut mich, wenn ich Menschen durch mein Erleben erreichen kann – deshalb tue ich schließlich was ich tue 😉

      Ganz liebe grüße
      deine Nicole

  2. Hallo Nicole,
    ein beeindruckender Lebensweg! Als ich so alt war wie du, habe ich auch meine Vorstellungen gehabt, mich aber doch zu sehr davon abbringen lassen. Das hole ich jetzt nach, und schöpfe aus den Jahren der Erfahrung, wie ich sie jetzt bezeichne.
    Deine konkrete Zielgruppendefinierung hat auch bei mir noch mal einen Gedankenprozess angekurbelt, der noch nicht abgeschlossen ist, aber es tut sich was!
    Weiterhin alles Liebe und Gute für deinen Weg!
    LG
    Sybille

    1. Liebste Sybille,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar.
      Das Alter ist nicht entscheidend – entscheidend ist nur das wir die Stimme unseres Herzens wahrnehmen und wir ihr dann das Vertrauen schenken das ihr gebührt.

      Es ist toll, dass auch du schon früh deinen Weg kanntest und wenn du ihn jetzt mit mehr Erfahrung gehen kannst, ist das doch sicherlich ein Gewinn für dich !!

      Ich danke dir für deine Wünsche und bin mir sicher das auch vor Dir ein toller, aufregender und erfolgreicher Weg liegt! Viel spaß beim gehen und erkunden 😉

      Ganz liebe grüße
      deine Nicole

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