Lebe authentisch – mein Weg dorthin

Lebe authentisch – ein Gastbeitrag von Stefan Trumpf

Heute freut es mich ganz besonders, einen Gastbeitrag von Stefan Trumpf zu bringen. Ich fragte ihn, ob er was zu meiner Frage: „Gibt es ein Leben vor dem Tod“ sagen könnte und er meinte: „Klar, davon kann ich berichten!“

Er hat mir einen wunderschönen Bericht geschickt, so ehrlich, nichts verschönt, so authentisch. Er erzählt von seinem Leben, von seinen Erfahrungen, Schmerzen und seiner Selbstfindung. Der Artikel liest sich ganz leicht und ich finde ihn sehr berührend. Er ist etwas länger, als ihr es gewohnt seid, aber es zahlt sich aus, ihn wirklich ganz zu lesen. Danke Stefan für den Artikel! Aber jetzt los 🙂

Die Einladung

Als mich die Frage von Cornelia erreichte, ob ich nicht einen Gastbeitrag bei ihr veröffentlichen wolle, fühlte ich mich natürlich geehrt. Wünscht sich doch jeder, dass jemand anders seine Seite für würdig erachtet, dass man selbst dort veröffentlichen kann. Außerdem ist es ein ganz tolles Instrument, über seine eigenen Kreise hinaus „bekannt“ zu werden. Deswegen an dieser Stelle erst einmal: Danke Conny, dass ich mich hier zeigen darf.

Die Ernüchterung

Nach der Freude über die Einladung folgte dann aber eine gewisse Ernüchterung: Worüber soll ich denn jetzt bitte schreiben? Ich verfolge Cornelias Blog(s) regelmässig und so genau wusste ich nicht, wohinein ich mich da denn einfügen würde. Ich fragte sie also, worüber ich denn schreiben solle. Ich selbst schreibe ja in meinen Blogs auch regelmäßig über Authentizität, Spiritualität & das Leben.

Ihre Antwort war ganz einfach: „Schreib einfach über Dich, das gefällt mir am Besten!“

Cool. Das kann ich, dachte ich. Über mich erzählen… Ich entschied mich also dazu, zu erzählen, wie es zu „Lebe authentisch!“  kam. Das ist nämlich untrennbar an meinen eigenen Entwicklungsprozess geknüpft. An all die Fragen, die ich mir im Laufe meines Lebens stellte, die Dinge, die ich lernte und natürlich auch an die Menschen, denen ich begegnen durfte.

Einladung an DICH!

Eins gleich vorweg: das wird hier keine langatmige Autobiographie. Es wird eine Einladung an das Leben, eine Einladung an Dich, authentisch zu sein, Dich selbst zu spüren, Dich kennen zu lernen und die Freude und die Erleichterung zu erleben, wenn Du Du selbst bist.

Bei mir hat das nämlich ein ganze Zeit lang gedauert und selbst heute, wo ich erkannt habe, wie wichtig es für das persönliche Glück ist, ich selbst und echt zu sein, selbst heute erkenne ich, dass auch mein Weg immer noch nicht zur Gänze beschritten ist und auch ich immer noch weiter auf dem Weg zu mir selbst voranschreiten darf. Aber wie heisst es doch so schön? „Die weiteste Reise beginnt mit einem ersten Schritt!“

Mein erster Schritt

Mein erster Schritt war ein harter, ein schmerzhafter. Mein erster Schritt war eine Trennung. Es war die Trennung von meiner damaligen Frau und meinen Kindern. Ich brach aus unserer Familie aus. Es war ein Schritt, der mir sehr schwer fiel, der aber unausweichlich war. Ich fühlte mich in meiner Ehe gefangen.

Aber Moment! Bevor jetzt die Hälfte der Leser die Augen verdreht und glaubt, ich hätte meine Hormone nicht im Griff gehabt, darum ging es überhaupt nicht. Es ging nicht um den Wunsch mein Genmaterial noch weiter in der Welt zu verteilen oder mich auszutoben.

Es ging um Entfaltung. Es ging um Respekt bzw. den fehlenden Respekt. Es ging um Selbstachtung und um Selbstfindung. Ich erzähle das heute, weil ich glaube, dass möglicherweise ganz viele Menschen da draußen ähnliche Erfahrungen machen, aber den Mut nicht finden, sich aus ihrer Situation heraus zu bewegen. Ich sag nur: Komfortzone!

Ich hatte mich vergessen!

Ich war in meiner Ehe so sehr daruf bedacht, alles richtig zu machen, mich dem Dogma Familie zu unterwerfen und die Erwartungen aller an mich zu erfüllen, dass ich dabei mich und meine eigenen Bedürfnisse komplett übersehen und/oder verdrängt habe.

Ich ging Berufen nach, in denen ich unglücklich war, damit das Geld stimmte, kleidete mich angepasst, damit ich akzeptiert wurde. Ich mottete den Rebell in mir ein, weil er dem allem im Weg stand und ich doch endlich Verantwortung übernehmen sollte. Blöd war nur, dass ich zwar Verantwortung für meine Kinder übernahm, aber nicht mehr für mich. Die Kontrolle über mein Leben, seinen Verlauf und meine Rolle darin übernahmen meine Arbeitgeber, meine Frau, meine Schwiegereltern…und..und…und.

Ich war voll damit beschäftigt, in möglichst viele Formen zu passen, die andere für mich gefertigt hatten, dass ich vergass, dass in mir etwas lebt, das sich Zeit seines Lebens eigentlich um keine Form je geschert hatte.

Wir alle aber wissen, was geschieht, wenn man sein Innerstes zu lange verneint oder unterdrückt. Es kommt zu Depressionen oder Schlimmerem. Der Tag, bzw. der Abend, nachdem ich dann nach einem Streit aus der gemeinsamen Wohnung geflüchtet bin, um mich auf einer Brücke wieder zu finden, markierte den Beginn des Umkehrprozesses.

Der Umkehrprozess

Um es kurz zu machen: Die Trennung erfolgte und mit ihr wurde ich in den Strudel des Lebens gerissen, der mir einen Lehrer und eine Lehrerin nach dem/der anderen bescherte. Ich konnte oft gar nicht so schnell schauen, wie sich meine Lebensumstände änderten und ich Menschen begegnete, die mich an das Potenzial erinnerten, das da ganz offensichtlich in mir schlummern musste.

Ich wechselte  immer noch regelmäßig den Beruf oder zumindest die Arbeitsstelle. Ich arbeitete z.B. im Management bei einer Firma für Kommunikationsberatung, in einem Marketingunternehmen, trainierte angehende Vermögensberater, unterrichtete Engisch, arbeitete ein Jahr für ein nahmhaftes Autohaus, das Autos aus Bayern vertreibt,  usw.

Parallel setzte meine spirituelle Entwicklung mit Macht ein. Und bitte, lieber Leser, verwechsel hier Spiritualität nicht mit dem rosa Zuckerguss der Licht & Liebe Gesellschaft. Ich besuchte Seminare, machte verschiedenste Ausbildungen im Psychologischen, aber auch im Energetischen Bereich und begegnete Trainerpersönlichkeiten wie Nikolaus B. Enkelmann oder Jörg Löhr, die mich immer wieder ermahnten, mich mit mir zu beschäftigen. Sie ermutigten mich, herauszufinden, was mich antreibt, was mich glücklich macht, wofür ich Talent besitze.

Lange beschäftigte ich mich damit. Forschte in meiner Vergangenheit, dachte über mich nach, lernte, verwarf, übte, meditierte, verzweifelte, erwachte – lebte, bis ich begriff: es ist entweder ganz einfach, oder furchtbar schwer. Es ist nämlich das eine, zu wissen, wofür man Talent besitzt, was einen glücklich macht und was man richtig gut kann, aber es ist das andere, dann daraus einen Beruf zu stricken, von dem man am Ende leben kann.

Ich wusste inzwischen, wenn ich wirklich glücklich und erfolgreich sein wollte, dann musste ich genau das finden, was mir und meiner Persönlichkeit entspricht. Denn ein Spruch, den ich immer wieder gerne zitiere, hat sich fest bei mir eingebrannt:

„Eine Rose ist dann besonders erfolgreich, wenn sie besonders rosenrtig ist!“

                                                            Vera F. Birkenbihl

Die Illusion

Aber was tat ich?  Ich tat das, was die meisten tun. Ich flüchtete wieder in die Sicherheit, spielte Gänseblümchen, und ging tagsüber einem Beruf nach. Ich lebte in der Illusion, ich würde in meiner Freizeit dann sicher etwas tun, um mich zur Entfaltung zu bringen. Hahahaha! Was für ein Reinfall!

Ich beging wieder dieselben Fehler wie schon Jahre zuvor. Ich ließ mich vereinnahmen. Ich lebte nach den Spielregeln der anderen. Ich merkte es zunächst aber nicht, da ich zu Abwechslung mal ordentlich Geld verdiente und mir das eine oder andere leisten konnte. Und so machte ich weiter fleißig Ausbildungen, von denen ich hoffte, ich würde sie zukünftig einsetzen, um dann genau „meins“ zu machen. Angewandt hatte ich davon bis dahin so gut wie nichts.

Dann kamen die Rückenschmerzen

Meine Wirbelsäule brannte den ganzen Tag. Ich konnte kaum gerade stehen.  Ich arbeitete in Basel als Inneneinrichter in einem der renomiertesten Geschäfte, die es zu diesem Thema gibt. Der Beruf bringt es mit sich, dass man gelegentlich auch mal zupacken muss. Das brachte mich jedes Mal an den Rand eines Zusammenbruchs. Dazu kam, dass ich eine zunehmende Wut auf jeden Kunden entwickelte, der die „Frechheit“ besass, den Laden zu betreten… Keine gute Grundlage, wenn man Kundenberater ist!

Nun bin ich keiner, der gerne und fleißig Ärzte aufsucht. Und es war ja auch alles wichtiger als das. Denn witzigerweise hatte ich die Rückenschmerzen so gut wie nie, wenn ich frei hatte. Ach so? Nachdem dann aber ein sehr erhöhtes Schlafbedürfnis auftauchte und ich mich zu Hause am Liebsten verkrochen hätte und überhaupt nicht das Bedürfnis hatte, unter Menschen zu gehen, nötigte mich eine gute Freundin doch mal zum Arzt zu gehen. Diagnose: Depressive Anpassungsstörungen. Huch! Ist das sowas wie Burn-Out? Ja, ist es.

Also wurde ich krank geschrieben, machte eine Therapie, nahm fleißig Vitamine etc. und nach drei Wochen wollte ich wieder antreten. Ja nu…  Nach einer Woche war ich wieder beim Doc. Und der nötigte mich, mich länger aus dem Verkehr ziehen zu lassen. Widerstrebend willigte ich ein.

Erst in der Stille aber wurde mir klar, wie fertig ich wirklich war

Ich fühlte mich leer. Ich konnte zu nichts mehr eine Beziehung aufbauen. Alles war mir fremd und weit, weit weg. Das Leben hatte jede Sinnhaftigkeit verloren. Ich saß stundenlang zu Hause auf dem Sofa und starrte ins Leere. Das tu ich heute zwar auch ab und zu, aber heute erfüllt mich dieser Zustand wieder mit Frieden. Damals war ich mir gar nicht bewusst, wie lange ich da eigentlich gesessen hatte. Ich wachte aus meiner Lethargie oft nur auf, wenn ich ein dringendes Bedürfnis spürte. Sämtliche Techniken wie Meditation schienen ihre Wirkung verloren zu haben. Heute weiß ich, dass dieses stundenlange ins Leere starren vermutlich mein Überleben gesichert hat, da meine Seele dort endlich die Pause bekam, die sie so dringend nötig hatte.

Ein Neubeginn?

Da ich Urlaub und Krankheitsperioden überschnitten und vermischten, lernte ich bei einem Seminar in München dann jemanden kennen. Die Dame war aus Graz und ich dachte nur: „Au weia! Aus Österreich… Die wohnt nicht um die Ecke!“ Übrigens: „Nicht um die Ecke“ bedeuteten 800km. Ca. 350 Emails später besuchte ich sie dann in Graz.

Und es war auf der Heimfahrt von Graz an der sich der nächste, bis heute wichtigste Schritt auf meiner Reise zu mir selbst ankündigte: Ich musste in Bischoffshofen umsteigen und auf meinen Anschlusszug warten – was für ein Bahnhof! Zugig und unfreundlich ist noch höflich ausgedrückt! Naja. Jedenfalls stieg ich dort aus dem Zug. Ich blickte zurück in Richtung Graz und eine Stimme in meinem Kopf sagte mir: Jetzt könnte sich Dein Leben ändern, wenn Du den Mut dazu hast. Ich fuhr noch 5 Mal hin und her, bis ich mit Sack & Pack hier in Graz meine Zelte aufschlug und beschloss, genau das zu tun, wozu ich hier bin.

Ich beschloss für mich, dass es jetzt an der Zeit sei, auf meine Seele zu hören und den Mut zu haben, die Dinge zu tun, die mich glücklich machen. Auch, wenn es nicht immer leicht ist. Und ich kenne einige Menschen, die mir diesen Schritt sehr übel genommen haben, weil ich damit für ihre Bedürfnisse nicht mehr zur Verfügung stehe. Ich wusste, es könnte schwierig werden, aber ich begann, die ganzen Selbsthilfebücher und guten Ratschläge, die ich bekommen hatte, endlich einmal in die Tat umzusetzen.

Ich begann, dem Leben endlich zu vertrauen und darauf zu vertrauen, dass es mich an die richtigen Stellen und zu den richtigen Menschen führen würde. Schließlich hatte das ja bis hierhin ganz gut geklappt. Auch, wenn manche Menschen anfänglich nicht den Anschein hatten, mir behilflich zu sein, so weiß ich doch heute, dass besonders diese Menschen mich dazu aufgerufen haben, darüber nachzudenken, wer ich bin, was ich will und kann. Sie haben mich aufgerufen, darüber nachzudenken, ob ich wohl wirklich am richtigen Platz bin oder nicht vielleicht doch über einen Wechsel nachdenken sollte. Ich habe gelernt, dass eine Ablehnung für gewöhnlich die Aufforderung ist, über Alternativen nachzudenken, die besser zu mir passen.

Heute tue ich als diplomierter Trainer das, wozu ich hier bin und was mich glücklich macht:

Ich gebe unter dem Motto „Lebe authentisch!“ mein Wissen weiter,  unterstütze dabei Menschen bei ihrer Selbstfindung. Ich betätige mich als Entwicklungshelfer, indem ich helfe, Ideen, neues Bewusstsein oder Konzepte für ein zufriedenes Leben zu entwickeln. Ich setze mich ein, für das Umdenken in Arbeitsprozessen und unterstütze Menschen dabei, ihre eigenen  Geschäftsideen umzusetzen. Ich schreibe Artikel zu diesen Themen aber auch zum Thema Spiritualität und was diese für mich bedeutet. Ich biete Ausbildungen, Workshops und Seminare an, die ich teilweise mit meiner Partnerin (ja der Dame aus Graz!) entwerfe und gestalte.

Ich habe (weitestgehend) aufgehört, faule Kompromisse einzugehen, mich anzupassen aus Angst, vielleicht nicht akzeptiert zu werden. Ich höre auf die Signale meiner Seele, habe in ihr den Kompass erkannt, der mich auf dem Fluss des Lebens navigieren lässt.

Ja! Es erfordert Mut, aus Konzepten auszubrechen. Ja! Es erfordert Mut, unangepasst zu sein. Ja! Es erfordert Mut, den Weg seiner Seele zu gehen und damit möglicherweise Menschen vor den Kopf zu stoßen. Ja! Es erfordert Mut, sich aus Abhängigkeiten zu befreien und selbst dafür zu sorgen, dass man genug Anerkennung und Liebe bekommt. Ja! Es erfordert Mut, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen und seine Schritte bewusst zu lenken. Es erfordert Mut und manchmal sogar Disziplin.

Aber ist das nicht ein kleiner Preis für die Freiheit, für ZuFRIEDENheit und Glück?

Ich kann nur jeden aufrufen, sich rechtzeitig die Chance zu geben, auf sein Innerstes zu hören, achtsam zu sein, bevor die Seele die Notbremse zieht und die Gesundheit massiv darunter leidet. Wir sind nicht auf dieser Erde, um in ein System zu passen. Wir sind hier, um uns zu entfalten, um all das Potenzial, das in uns steckt zur Blüte zu bringen und es leuchten zu lassen. Solltest Du dabei Unterstützung brauchen, stehe ich Dir gerne zur Verfügung.

Stefan Trumpf

Stefan Trumpfunter: „Spiritualität ist Punk!“ räumt er mit dem Gedanken auf, dass Spiritualität etwas mit rosarotem Zuckerguss und ständiger Licht und Liebe zu tun hat und hilft dir bei deiner Selbstfindung.

unter: „Lebe authentisch!“ geht es um DEINE Marke ICH. Wie du diese findest, zeigt er dir und

 
auf der Seite: „Shandriel – Licht und Liebe“ findest du alle Termine, die er und seine Partnerin Susanne Zölls zusammen oder auch getrennt anbieten.

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12 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cornelia, lieber Stefan,

    vielen Dank für diese mutmachende Erfolgsgeschichte. Ich freue mich über jeden Menschen, der wie ihr und ich die Zeichen erkannt hat und den Mut aufbringt, sein Leben selbst zu leben. Auch wenn wir dabei Fehler machen. Das Leben ist ein Abenteuer. Lasst uns weiterhin die Menschen dazu motivieren, mitzumachen 🙂 Sandra

    PS: Graz ist eine schöne Stadt. Ich bin fast jedes Jahr im Juli zu vokal.total im Dom im Berg 🙂

    1. Danke liebe Sandra. Fehler gehören dazu, wie soll man sonst lernen? Ja, das Leben ist ein Abenteuer – manchmal ganz schön anstrengend, aber auch sehr spannend 🙂
      Alles Liebe
      Cornelia

    2. Liebe Sandra,
      es sind schlussendlich gerade die Fehler, die uns wachsen lassen. Ohne sie und ohne zu erkennen sie gemacht zu haben, haben wir keinen Antrieb etwas zu verändern. Und dann fahren wir den selben Stiefel wie bisher und verpassen das Abenteuer des Lebens. Schön, dass Du Dich motiviert fühlst und das weiter gibst! Danke!
      Ja, Graz ist ein hübsches Fleckchen. Falls Du Lust hast, lass von Dir hören, wenn Du wieder in der Gegend bist!
      Alles Liebe
      Stefan

  2. Super Artikel, klassische Story. Das meine ich nicht negativ, sondern es kommt ja in unserer Welt immer häufiger vor, dass der Mensch nicht mehr mit den Strapazen des Alltags umgehen kann und dann an Burn-out erkrankt.

    Ich kann mich sehr gut in dich hineinfühlen, da ich selbst eine Zeit lange an Burn-out erkrankt war und weiß wie lethargisch man sich fühlt. Umso wichtiger ist es wieder aufzustehen.

    Danke für deine Ehrlichkeit!

    LG

    Johannes

    1. Hallo Johannes – immer mehr Menschen kommen ins Burn out, weil die Erholungsphasen zu kurz sind. Es prasselt so viel auf uns ein – es ist nicht nur der Job, auch die Freizeit, die Familie, die ganze Informationsflut – wir können alle nicht mehr richtig abschalten. Früher haben die Menschen auch gearbeitet, hatten es schwer und Sorgen, aber sie haben sich doch immer wieder erholt. Es gab keine Handys, die ständig zeigten, dass du wieder gefragt bist. usw. ich könnte da ganz viel aufzeigen. Wenn wundert es, wenn alle erschöpft, ausgelaugt und müde sind.

      Dazu kommen die ganzen inneren Zwänge zu entsprechen und irgendwann funktionieren alle nur mehr – bis die Batterie leer ist.
      Da gehört dringend eine Umkehr her

      Alles Liebe
      Cornelia

    2. Lieber Johannes,

      danke Dir für Dein Feedback. Solange Depressionen und Burn Out als Schwäche in dieser Gesellschaft angesehen werden, solange werden sie existieren.
      Es wird zwar viel darüber geschrieben und manchmal habe ich den Eindruck, es wird von manchen schon fast als schick erachtet, wenn sie ins Burn Out rutschen, zeigt es doch, wie hart sie im Nehmen sind.
      Aber wie Cornelia schon sagte: Mit dem, was wir uns selbst immer wieder täglich zumuten an Stress, fehlt es am Ausgleich.
      Und selbst an „Wegen aus dem Burn Out“ oder an Ideen zur Prävention von Burn Out mangelt es nicht. Aber sie sind alle mit diesem unterschwelligen „Du musst!“ versehen. Und sobald ich muss, ist alles für die Katz!
      Aber wem sag ich das, Du hast es ja selbst erlebt…
      Schön, dass Du’s geschafft hast und Beispiel dafür gibst!

      Herzliche Grüße
      Stefan

  3. Lieber Stefan, liebe Cornelia,

    was für ein wertvoller und bewegender Beitrag. Herzlichen Dank!

    Für mich ist die beste Definition von Burn Out: überarbeitet und unterwertgeschätzt. Dabei ist die Wertschätzung nicht nur die von außend fehlende. Auch die mangelnde Wertschätzung von uns selbst für das, was wir sind, können und tun, spielt oft eine große Rolle. Wenn wir nicht auf uns aufpassen und achten, wer denn sonst.
    Die Geschichte von Stefan hat das für mich noch einmal sehr gut klar gemacht.

    Besonders mutig ist es in meinen Augen, dass Stefan so frei von seinen Irrungen und Wirrungen erzählt. Das gibt Mut und Kraft, sich seine eigenen Geschichte anzusehen. Ich habe gerade den Link zu diesem Beitrag weitergeleitet.

    Herzliche Grüße -Astrid

    1. Danke Astrid für dein Kommentar und die Weiterleitung. Ja, ich finde diesen Artikel auch sehr berührend. Es ist nicht so einfach, so offen und ehrlich über die eignen Wirrungen zu erzählen, gerade deshalb finde ich es so wertvoll.

      In letzer Zeit habe ich noch viel mehr von mir gelernt und für mich selbst bin ich drauf gekommen, dass Burnout nichts nur mit vieler Arbeit zu tun hat. Viele Arbeit, kompiniert mit Druck und Überforderung, dazu fehlende Wertschätzung, wie du so vortrefflich beschrieben hast, macht die Dosis. Und was nicht zu unterschätzen ist, sind die emotionalen Stressoren. Ich bin Gott sei Dank noch nicht im Burnout, aber ich durfte trotzdem in den letzten Wochen kennenlernen, wie sich ein Überlastungssyndrom anfühlt und wie erschöpft man da sein kann. Da ich schon jahrelang mit mir arbeite, nutzte ich diese Zeit um mein Leben Revue passieren zu lassen.

      Der Job war definitiv nicht der Auslöser, der war mit den Chefs und Arbeitskollegen immer mein „Auffangbecken“. Ich arbeitete zwar immer sehr viel, aber das machte auch Spaß. Die Summe der emotionalen Belastungen – Ehekrise – Scheidung – alleinige Verantwortung für meine Kinder – 3x siedeln – kaum Unterstützung – Sorgen, ob ich alles hinkriege – Wohnungskauf – schaffe ich das alles? usw. usf. hat mich wohl mehr geschwächt, obwohl ich das nie richtig merkte. Ich war da in diesem Kreislauf und musste funktionieren. Voriges Jahr kam dann in der Firma imens viel Druck dazu (von außen iniziert), dass mein Auffangbecken plötzlich nicht so da war, wie sonst immer. Nicht weil sich die Menschen verändert hatten, oder weil der Zusammenhalt wegblieb, nein, wir alle hatten kaum Luft um alles zu bewältigen und so blieb die soziale Komponente auf der Strecke.

      Irgendwann merkt man dann, dass alles zu viel war und dann ist es meist zu spät. Ich bin sehr dankbar, dass ich das noch vorher erkennen durfte und somit auch die Reissleine ziehen kann.

      Das wünsche ich wirklich allen – den Mut zu sehen, dass sie nicht immer stark sein müssen, die Kraft zu erkennen, wieviel von ihnen selbst kommt (Glaubenssätze usw.)

      Es folgt dazu ein Artikel von mir.

      LG
      Cornelia

      1. Liebe Astrid,

        ich will hier gar nicht viele Worte verlieren, mich nur bedanken für Dein so wertschätzendes Feedback!
        Ich kann Dir und natürlich Cornelia nur zustimmen. Besonders die Wertschätzung uns selbst gegenüber ist es, die wir ganz oft übersehen und die – würde sie denn gelebt – sicher bei vielen Situationen die Notbremse ziehen würde.
        Ich freue mich, dass der Artikel Dich berührt hat und Du ihn weiter geleitet hast.

        Herzliche Grüße

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