Impuls 02: Ärger ist ein Wind, der die Lampe der Vernunft ausbläst

„Ärger ist ein Wind, der die Lampe der Vernunft ausbläst“

Dietmar Grössing – Finde deine Bestimmung

Da ich ja nahe an der Grenze zu Spielfeld wohne, bekomme ich natürlich die Stimmung mit, die da gerade herrscht. Ich sehe auch die Menschenmassen, die da an der Straße entlangwandern und in mir herrschen die verschiedensten Gefühle.

Am größten ist in mir die Sorge. Nicht die Sorge um mich und meine Familie, sondern die Sorge darum, wo diese vielen Menschen die nächste kalte Nacht schlafen werden. Sie tun mir leid und ich stelle mir vor, wie es wäre, wäre meine Familie da drunter, meine Kinder!

Vor ein paar Tagen sagte eine Frau: „Ich bin schon so aggressiv – da sind junge, starke Männer dabei und die haben sogar ein IPhone 6“.

Ich weiß schon, welche Gedanken dahinter sind: „Warum sind die da, warum kämpfen sie nicht, die haben ja Geld, wieso sollen wir unsere Steuergelder dafür hergeben usw.“

Mir kommen da jedoch ganz andere Gedanken: Mein Sohn ist kraftvoll, stark, 21 Jahre alt und er hat ein IPhone 6. Würde hier in Österreich nun so ein Zustand ausbrechen, wäre ich die erste die sagen würde: „Komm pack deine Sachen und flieh und nimm gefälligst dein Handy mit, damit ich dich erreichen kann!“

Schon möglich, dass diese Einstellung nicht richtig ist, denn das Land „muss“ ja verteidigt werden – aber ich als Mutter würde so denken!

Angst und verschiedenen Einstellungen prallen aufeinander

Das ist genau das, was jetzt so deutlich passiert.

  • Da sind Menschen, die einfach nur helfen wollen, die vor Ort sind, die Essen austeilen, die mit den Flüchtlingen sprechen, die alles menschenmögliche tun, um die Situation einfacher zu machen.
  • Die Menschen, die nicht vor Ort sind, dafür aber Lebensmittel und Hygieneartikel einkaufen, ihren Kleiderschrank durchforsten und die Sachen zum Verteilen vor Ort bringen.
  • Die Gruppe von Leuten, die sehr große Angst haben. Angst vor den Menschenmassen, Angst vor Terroristen, die da vielleicht dabei sein könnten. Angst vor der Ungewissheit, die gerade herrscht.
  • Die Menschen, die nicht vor Ort sind, keine Lebensmittel spenden, dafür aber versuchen, die positive Grundeinstellung und den Optimismus aufrecht zu erhalten.
  • Und zu guter Letzt: die Leute, die hetzen und Angst verbreiten, aus welchem Grund auch immer.

Und alle glauben im Recht zu sein, alle sind menschlich und alle tun das, was für sie richtig und stimmig ist. Die Leute die hetzen und Angst verbreiten tun es ja auch aus irgendeinem Grund heraus. Entweder haben sie selbst Angst, oder sie haben eine schlechte Erfahrung gemacht, oder sie wurden so erzogen, haben irgendwelche Muster in sich drinnen, die sie noch nicht anders begegnen können oder tun dies um Gehör zu bekommen und um etwas zu erreichen.

Welchen Preis musst du bezahlen um recht zu haben?

Wenn man die Diskussionen auf Facebook verfolgt, kommt einem das Fürchten. Ich steige dann gleich immer aus, ich gebe es zu, das ist nichts für mich.

Da steckt so viel Energie und Zeit drinnen, die ich wirklich anders nützen kann.

Bevor du dir das nächste Mal wieder von deinen Emotionen überrennen lässt und dich in diese Diskussionen einlässt, was nun richtig oder falsch ist, überlege dir, welchen Preis du dafür bezahlen musst, um zu gewinnen. (Zeit, Energie, Frust)

Du sollst deshalb nicht an deinem Ärger ersticken. Du kannst ruhig hart diskutieren und auch deine Meinung vertreten. Bleibe aber fair und ruhig dabei. Höre aufmerksam zu, versuch dich in den anderen hineinzudenken, sei ehrlich und offen und bemühe dich um ein konstruktives Gespräch. So hat am Ende nicht einer gewonnen, sondern beide in irgendeiner Form.

Wenn du dir deine Gefühle zum Zeitpunkt ihres Auftretens bewusst machst, kannst du Macht über sie erlangen. Übe dich immer wieder in Selbstbeherrschung und Gelassenheit. Unterbrich deine aufkeimenden Streitmuster so lange, bis sie dir nichts mehr anhaben können.

Fang bei dir an!

Wie in allen Bereichen in deinem Leben gilt auch hier der Grundsatz: Wenn du etwas anders haben möchtest, fang bei dir an. Wenn du möchtest, dass alles friedlicher und harmonischer abläuft, dann werde selbst zuerst zu einem friedliebenden Menschen. Wenn du möchtest, dass die Menschen viel mehr zusammengreifen und helfen, mach es selbst auch.

Wer ist nun im Recht?

Wenn zwei sich streiten, geht es meist ums Ego. Kaum ist jemand anderer Meinung, sieht man sich schon angegriffen und möchte sich behaupten. Doch genau wegen diesem Denkfehler gerät vieles außer Kontrolle. Nur weil jemand anders denkt, heißt es noch lange nicht, dass er dich angreift. Es geht nur um eine andere Sichtweise.

Ich glaube, wir sollten alle wieder anfangen, viel mehr bei uns selbst zu bleiben und das zu tun, was wir für richtig halten. Dazu gehört auch, dass wir nicht wie ein Blatt im Wind hin- und herwanken sollen. Steh zu deiner Meinung, setze dich dafür ein und lebe danach. Hör aber am besten auf, andere auch unbedingt bekehren zu wollen und lass deine Mitmenschen so sein, wie sie sind. Du hast dann viel mehr Energie für dein Tun!

Eine Geschichte zum Schluss:

Aus Japan: Ein Jüngling fordert einen weisen Zen-Priester auf, ihm zu erklären, was Himmel und Hölle sei. Der Priester weigert sich, da flippt der Jüngling aus und wird aggressiv. Der Zen-Priester sagt: „Siehst du, das ist die Hölle!“. Der Jüngling beruhigt sich wieder, da sagt der Priester: „Und das ist der Himmel!“

In diesem Sinne:

Breite deine Flügel aus und sei dem Himmel nah!

Cornelia

PS: Die Geschichte und einige Gedanken zu dem heutigen Impuls habe ich aus dem Buch von Dietmar Grössing: Finde deine Bestimmung

 

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