Bist du ein gut versorgter Rosenstock?

Puh! Ich bin sooooo erschöpft!

Kennst du das? Kennst du das Gefühl, wo du glaubst, dass du deine Beine nicht mehr heben kannst und eigentlich nur mehr ins Bett fallen möchtest?

Du zwingst dich durch den Tag, machst deine Arbeit, weil du sie machen musst und am Abend freust du dich auf das Bett. Dann kannst du dich endlich ausstrecken und zudecken und dann: Nichts! ………….. du liegst wach, obwohl du so müde bist. Deine Gedanken kreisen und kreisen, vielleicht ist dir auch noch kalt und du kannst einfach nicht einschlafen.

Das geht ein paar Tage so und irgendwann bist du so erschöpft, dass du nur mehr Ruhe haben möchtest. Jedes Wort von deinem Partner, bei dem der Ton irgendwie anders ist, als normal, bringt dich aus der Fassung und wenn er auch noch schmunzelt, glaubst du schon er lache dich aus. Fragt er dann auch noch ein paar Mal, was denn mit dir los wäre, dann zuckst du fast aus. Der arme Kerl kann gar nichts dafür, aber er hat wohl das „Pech“, dass er gerade da ist und dich „nervt“ – obwohl er das gar nicht beabsichtigt.

In diesem Moment ist Geduld gerade nicht deine Stärke und das allerbeste wäre wohl, wenn er dir für eine zeitlang aus dem Weg ginge, oder einfach nichts sagen würde, bis du ausgeschlafen bist.

Warum kommen wir so weit?

Ich hatte am Wochenende wieder meine Salutogogik-Ausbildung beim Schlossberginstitut in Wien. Joe-Petra Gabauer, die Leiterin dieser Ausbildung hat uns ganz bildlich erklärt, wie es zur Erschöpfung kommen kann. Ich fand das sehr gut, deshalb möchte ich es euch hier weitergeben.

Stellt euch einen Rosenstock vor:Rosenstock

Wenn wir wollen, dass dieser ordentlich wächst und wunderschöne Blüten bekommt, dann ist für uns ganz klar, dass wir ihn versorgen und etwas zuführen müssen.

Wir düngen ihn, mit z.B. Pferdemist oder Hornspäne, wir schützen ihn vor Schädlingen, wir gießen und geben den Rosen unsere Zuwendung. Außerdem achten wir auf den Standort und lockern die Erde auf.

Dadurch wird die Rose stärker und bekommt mehr Wurzeln! Dann schneiden wir sie zurück, damit sie noch besser wächst.

Das Zurückschneiden ist ein bewusst gesetzter Stressor, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Das funktioniert auch bei uns Menschen so. Durch wohldosierten Stress kann unsere Leistungsfähigkeit auch gesteigert werden, jedoch nur, wenn wir richtig versorgt sind!

Wie sieht das bei uns Menschen aus? Wie können wir uns mit dem Rosenstock vergleichen?

Wir arbeiten und schaffen und tun und hetzen und setzen uns ständig physischen und emotionalen Stress aus. Es wird von uns gefordert und erwartet und wir sollen dies und wir sollen das. Entsprechen wir nicht, dann gibt es Ärger und noch mehr Stress.

Meist schauen wir nicht auf die guten Nährstoffe (essen irgendetwas so zwischendurch, schnell schnell und ganz unbewusst). Wir geben uns selbst kaum liebevolle Zuwendung, schützen uns nicht vor schädlichen Einflüssen und leben unser Leben nicht „artgerecht“ (zu wenig Bewegung, falsche Ernährung, sitzende Berufe …)

Wir sind das schon so gewöhnt, dass wir uns nichts dabei denken und das gar nicht so tragisch sehen. Anstatt kürzer zu treten geben wir immer mehr. Es wird immer mehr gefordert, der Druck erhöht sich, die Erwartungen steigen und es ist nie genug. Wir nehmen uns keine Zeit um uns um unsere „Wurzeln“ zu kümmern, um unser Wohlergehen. Das wollen wir später machen ……………. später …………… später ……………….. später ………………..

Später kann zu spät sein! Der Rosenstock wäre schon längst hinüber!

Leidest du bereits an Einschlafstörung, dann könnte es sein, dass deine Nebennierenrinde zu viel Cortisol produziert. Du bist ständig in Stress und sie hat ordentlich zu tun.

Wie kannst du entgegenwirken?

  • sieh dich sofort als Rosenstock, den du wieder zum Blühen bringen möchtest
  • geh nicht sofort nach dem Arbeiten ins Bett, sondern bewege dich noch etwas
  • Bewegen heißt bewegen! – z.B. langsames Spazieren gehen – mach dir nicht den Stress, dass du Ausdauersport machen musst, wenn du so erschöpft bist!
  • lasse stimulierende Lebensmittel weg (Tee, Alkohol, Zigaretten, Kaffee, Kakao)
  • stärke deine Nierenenergie (wie Oma schon immer sagte: wärme deine Nieren!)
    • Fußbäder
    • Wärmeflasche
    • Sauna gehen (wenn es für dich angenehm ist)
    • wärmende Lebensmittel
  • schlafe, schlafe, schlafe – wenn du kannst – ruhe dich immer wieder aus
  • versuche die Kohlenhydrate zu reduzieren (vor allem Zucker)
    • Kohlenhydrate sind nicht generell schlecht (sie liefern Energie), aber es gibt bessere und schlechtere. Je nach körperlicher Tätigkeit und sportlicher Aktivität, kannst du mehr oder weniger KH essen.
    • Ein Überkonsum an Kohlenhydraten („Jausnen“ so zwischendurch, da ein Snack, dort eine „Kleinigkeit“ – natürlich etwas Süßes usw.) kann zu gesundheitlichen Problemen führen
    • Zuviel Kohlenhydrate bedeuten zuviel Zucker im Blut und sind somit nicht gut für den Insulin-Haushalt
    • mehr zu diesem Thema findest du z.B. hier – Danke Katrin Linzbach für den Tipp!
  • Eiweis und gute Fette erhöhen (Leinöl, Leinsamen, Kokosöl ……)
  • bewusste Auseinandersetzung mit deinem Stressor – was kannst du verändern?

Dieses Thema ist in der heutigen Zeit sehr wichtig geworden. Immer mehr Menschen klagen über Dauerstress und fallen sogar ins Burnout. Spottende Zungen meinen ja, dass dies eine neue Volkskrankheit wäre und machen sich darüber lächerlich. Burnout ist jedoch nicht lächerlich! Bist du einmal da drinnen, brauchst du sehr lange, um da wieder raus zu kommen und um dich vollkommen zu regenerieren!

Also achte auf dich! Du bist wertvoll, vergiss das nicht!

Man sollte nie so viel zu tun haben,
dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat
Georg Christoph Lichtenberg

 

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cornelia,

    der Rosenstock ist ein sehr schöner Vergleich. Ab und zu vergesse auch ich an mich und meine Bedürfnisse zu denken. Meine regelmäßig Kochaction hat unglaublich viel an meinem Wohlbefinden verändert. Die Rose vor meinem Fenster wird mich auch nach meiner 30 Tage Challenge daran erinnern, weiterhin für mich zu sorgen. Daher ganz herzlichen Dank für den Impuls!

    Liebe Grüße, Katrin

    1. Ja der Vergleich ist schön. Der hat mir auch so gut gefallen. Ich lerne viel besser, wenn ich mir was bildlich vorstellen kann und als Joe-Petra uns das mit dem Rosenstrauch erzählt hatte, ist mir einiges klar geworden. Ich habe die letzten Tage sehr bewusst gegessen und heute habe ich diesen Asia-Blumenkohl-Reis mit Garnelen gegessen (http://www.paleo360.de/rezepte/asia-blumenkohl-reis-mit-garnelen/) Voll lecker und einmal ganz was anderes. Kokosöl ist etwas ganz Neues für mich 🙂
      Danke für deinen Artikel, der hat mich zu diesem Gericht geführt.

      Schön, dass du deine Rose vor dem Fenster nun mit anderen Augen sehen wirst 🙂
      Alles Liebe
      Cornelia

  2. Hallo conny
    Der Satz ..es wird nie genug sein… hat mich für lange Zeit beschäftigt, bis ich es ausgesprochen habe und gemerkt hab das ich nur das Gefühl hatte das es nie genug ist. Warum eigentlich… ist es nur genug wenn man abends auf allen vieren ins Bett robbt? Warum kann ich nicht ohne schlechtes Gewissen nach zB 8 Stunden Arbeit sagen …es ist genug… und dann wusste ich es – weil mir dann langweilig wird 🙂 So hab ich beschlossen es zu akzeptieren das ich nie fertig werde egal wie lange ich arbeite und mir daher einfach zwischen durch sage jetzt ist es genug und ich brauch eine Pause und wenn dass auch keiner versteht warum ich diese eine Arbeit nicht zu Ende bringe… ich werd eh nie fertig und deswegen lächle ich und rast mich aus. In diesem Sinn nehmt euch eure Auszeit!
    Lg daniela

    1. Ja liebe Daniela – die inneren Antreiber, die wir da haben 🙂 Die sind wohl oft stärker als die von außen. Mir geht es ziemlich ähnlich wie dir, nur mit dem Unterschied, dass mir nie langweilig wird. Das war einmal und ist nicht mehr 🙂 Ich kann mich inzwischen echt gut auf das Sofa legen, egal wie die Küche aussieht. Jedoch muss ich auch dazusagen, dass auch niemand mehr nachsehen kommt, was ich gemacht habe 🙂 Das war früher schon sehr viel Stress. (und schlechtes Gewissen war mein ständiger Begleiter)
      Langeweile kenne ich nicht, aber wahrscheinlich weil ich sowieso immer so viel zu tun hab? 😉 Vielleicht wäre es anders, wenn ich weniger hätte? Das wird es sein 🙂 Also, ich bin doch nicht viel anders als du 🙂 Liegt wohl in der Familie!
      LG
      Conny

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