Du machst Karriere – du Rabenmutter!

Warum willst du Kinder, wenn du dann nicht bereit bist, von der Arbeit zuhause zu bleiben?

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir sehr wichtig ist und welches auch polarisiert.

Es gibt hier die verschiedensten Meinungen, Studien, Diskussionen usw.

Ich kümmerte mich nie um diese ganzen Sichtweisen. Bei dieser Sache vertraute ich immer nur meinem Gefühl.

Das was ich heute beschreibe, ist meine Meinung und heißt nicht, dass es das einzig Richtige ist!

Ich habe eine E-Mail mit einer Frage auf mein vorigen Beitrag: „Wie du Erfolg haben kannst, ohne viel zu tun“ bekommen.

Sandra schrieb:

„Hallo Cornelia, danke für deinen tollen Beitrag darüber, dass man zuerst in Vorleistung treten soll, bevor man erwartet etwas zu bekommen. Ich bin derselben Meinung und trotzdem habe ich oft große Zweifel. Du schreibst, dass du neben Familie und Kinder studiert und Karriere gemacht hast. Wie hast du das gemacht? Hattes du nie ein schlechtes Gewissen? Kamen nie Vorwürfe von anderen, dass du eine Rabenmutter wärest ……………“

Natürlich kamen die Vorwürfe – von Bekannten und auch von mir selbst!

Die kamen aber nur so lange, so lange ich mir diese Frage selbst stellte: „Bin ich eine Rabenmutter, wenn ich trotzdem arbeiten gehe?“

Irgendwann war mir aber klar, dass ich nicht dafür geeignet bin „nur“ zuhause zu sein. Mir wäre die Decke auf den Kopf gefallen, ich wäre nicht glücklich gewesen. Nur für die Kinder da zu sein, so lieb und knuddelig sie auch waren, den Haushalt zu machen und 5x am Tag zusammenzuräumen, nur damit es schön ist, wenn der Ehemann nachhause kommt, wäre für mich nichts gewesen.

Die ersten paar Monate in der Karenz dachte ich, ich müsse explodieren. Den ganzen Tag hatte ich voll Stress und schaffte es trotzdem nicht, dass der Haushalt super aussah. Am Abend kam mein Mann nachhause, schaute sich um, legte die Stirn in Falten und fragte: „Was hast denn heute gemacht?“

Dieser eine Satz, mit der Gestik dazu, kam jeden Tag einer Naturkatastrophe gleich. Ich fühlte mich so unnütz und sah absolut nicht, was ich leistete. Vielleicht wäre ich nun, 20 Jahre später, anders. Vielleicht könnte ich diese Zeit einfach nur genießen, aber damals hatte ich ständig das Gefühl, nicht genug zu tun.

Ich musste arbeiten gehen, weil ich die Bestätigung brauchte. Ich brauchte die Herausforderung etwas zu erschaffen, die Möglichkeit mich mit den Arbeitskollegen auszutauschen, meinen Geist zu fordern und natürlich auch Lob und Anerkennung zu bekommen. In der Arbeit sah ich, was ich gemacht hatte. Ich hatte ein sichtliches Ergebnis!

Eine Frau muss zuhause bleiben!

Meine Schwiegermutter sagte zu mir, als wir uns kennenlernten: „Eine Frau mit Matura, ist für nichts! Eine Frau muss eine Haushaltungsschule machen, kochen können und den Haushalt leiten!“

Sie meinte es nicht schlimm, sie war es so gewohnt und wusste wahrscheinlich damals auch noch nicht, dass ich eine Frau mit Matura war. Für sie war es einfach so, dass die Frau zuhause bleibt und alles macht, was so anfällt.

Ich bewundere alle Frauen, die das tun, die das gerne tun, die dafür leben. Aber ich stehe auch dazu, dass ich dafür nicht geeignet bin. Bin ich nun eine schlechtere Mama?

Nein, bin ich nicht, davon bin ich überzeugt!

Wenn ich sehe, was aus meinen Kindern geworden ist und welch tolles und offenen Verhältnis wir drei miteinander haben, dann gibt mir meine Denkweise auch recht!

Ehrlichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg!

Wir Eltern glauben oft, dass wir immer über den Dingen stehen und keine Schwäche zeigen dürfen. Wo steht das geschrieben? Ich bin der Meinung, dass wir klar und ehrlich sein sollen! Kinder sind so gescheite Wesen, sie merken sofort, ob du ehrlich bist oder nicht!

Wie sollen sie Vertrauen aufbauen, wenn du ihnen sagst, dass du gleich nachhause kommst, obwohl du weißt, dass es nicht der Fall ist?

Wie oft erwischt du dich dabei, dass du deinem Kind sagst: „Ich komme bald, ich schleiche mich davon, ich trickse meinen Chef aus und bin bald bei dir!“ Obwohl du weißt, dass dies Blödsinn ist.

Was machst du da? Du beruhigst dich und sagst das nur, damit dein Kind „Ruhe“ gibt, aber was bringt es dir?

Gar nichts – dein Kind glaubt dir irgendwann nicht mehr!

In diesem Punkt war ich immer ehrlich. Fragten mich meine Kinder wann ich nachhause käme, antwortete ich ehrlich: „Heute wird es leider spät! Heute bin ich um spätestens 13 Uhr zuhause! Heute komme ich um 16 Uhr!“ Und dann war ich auch da zuhause! Kam doch etwas Unerwartetes dazwischen, dann rief ich an und sagte ihnen Bescheid!

So wussten sie immer: „Was die Mama sagt, stimmt so!“

Ausflippen nicht erlaubt!

Oft hörte ich:

  • Vor den Kindern darfst du nicht streiten!
  • Halte deine Gefühle zurück, sei immer freundlich und gut gelaunt
  • Flippe nicht vor den Kindern aus
  • Schrei nicht herum!

Ich gebe es zu, ich habe mich an keine dieser Vorgaben gehalten. Ich schaffte das einfach nicht immer! Manchmal war ich so gestresst, dass ich einfach explodierte, wenn sie wieder mal nicht schlafen wollten. Während meines Studiums lagen meine Nerven manchmal echt blank und ich war überfordert. Meinen Kindern war das ziemlich egal, ob ich lernen sollte oder nicht. Da kam es schon manchmal vor, dass ich sie ins Zimmer schickte und los schrie.

Als es dann ruhig war, bekam ich ein schlechtes Gewissen. Ich ging zu ihnen, entschuldigte mich und erklärte ihnen, warum ich so laut wurde.

Du darfst dich entschuldigen!

Viele Eltern denken oft, dass sie Schwäche zeigen, wenn sie sich entschuldigen. Im Gegenteil! Du zeigst keine Schwäche, sondern Stärke. Deine Kinder können dich dann viel besser verstehen und lernen selbst, dass mit Fehler offen umgegangen werden darf. Sie begreifen, dass sie nicht immer „perfekt“ sein müssen und dass nicht jeder Tag gleich gut sein muss, wie der vorige.

Du musst nicht perfekt sein!

Es gibt diese perfekten Mütter! Die Mütter, die immer wissen, was die Kinder gerade in der Schule lernen, was sie zur Aufgabe haben oder welcher Ausflug geplant wird. Sie wissen immer schon ein paar Tage vorher, welcher Test geschrieben wird und welche neuen Kleider das Nachbarskind hat. Sie sitzen bei der Aufgabe, den Radierer in der Hand und sind immer da, wenn das Kind nicht weiter kann.

Diese perfekte Mama war ich nie und trotzdem habe ich perfekte Kinder 🙂

Oft wusste ich nicht, dass sie überhaupt einen Test hatten oder dass eine Schularbeit geschrieben wurde, bis ich dann unterschreiben durfte. Manchmal erfuhr ich erst einen Tag vor einem Ausflug, dass sie wegfuhren und die Hausaufgaben habe ich nur gesehen, wenn ich mir bewusst Zeit dafür nahm.

Manchmal sah ich mir die Schultasche nur an, weil ich keine Jausenbox mehr fand 😉 Blöd war das nur, wenn Ferien waren und ich gar keine Jausenbox suchte (iihhh, da konnte es schon sein, dass es dann am Ferienende eine Überraschung gab).

Ja, so war das und ich stehe dazu. Ich war keine perfekte Mama!

Ich wollte nicht und ich hatte auch keine Zeit und Nerven dazu, jeden Tag bei der Hausaufgabe zu helfen. Ich erzog meine Kinder dazu, alles selbst zu machen und sie wussten, dass sie kommen konnten, wenn sie Hilfe brauchten.

Wussten sie nicht weiter, dann half ich ihnen (wenn sie mich ließen – meistens wollten sie alles selbst schaffen). Später im Gymnasium, als meine Tochter in Mathe Hilfe brauchte, lernten wir gemeinsam. Lange ging das aber nicht gut, dann flogen die Fetzen 🙂 Naja, sie wusste halt immer alles besser! 😉

Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke! Wir hatten unsere Kämpfe, wir waren alle nicht perfekt, aber wir lieben uns heiß 🙂

War ich nun eine Rabenmutter?

Breite deine Flügel aus

Cornelia

PS: Mein Buch zu diesem Thema ist im April 2015 erschienen. Ich zeige dir wie du ohne schlechtes Gewissen deinen Weg verfolgen kannst. Egal ob du angestellt ist, zuhause bei deinem Kind, selbständig bist oder Teilzeit arbeitest, wir Mütter quälen uns immer mit dem schlechten Gewissen und dem Gefühl nicht gut genug zu sein. Hören wir auf damit!

Hier kannst du mein Buch bestellen – in Printform oder als E-Book – viel Spaß damit!3D Cover2 web


 

 

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34 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Cornelia,

    ich war auch eine sogenannte Rabenmutter.
    …und es gab Menschen in unserem Umfeld, die das meinen Kindern glaubhaft machen konnten. Sie werfen mir bis heute vor, was ich alles falsch gemacht habe.
    Sie erwarten bis heute, dass ich in einem Büßergewand daher komme. In ihren Augen habe ich wenig bis gar nichts richtig gemacht.
    Sie sind heute 27 und 30 Jahre alt. Obwohl mittlerweile Lebenserfahrung da sein sollte, halten sie an ihrem Mutterbild fest.
    Wir haben keinen Kontakt mehr.

    Andrea

    1. Liebe Andrea
      Was Du schreibst, berührt mich sehr. Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr irgendwann wieder zueinander findet.
      Bei mir war es so, dass ich mit grösster Überzeugung und aller Kraft versucht habe, KEINE „Rabenmutter“ zu sein: ich gab meine Karriere auf, weil ich ganz für die Kinder da sein wollte.
      Leider war ich von meinem Wesen her eben nicht eine dieser oben beschriebenen „perfekte Mamas“ (die ich auch kenne), sondern eben jemand, der in diesem Hamsterrad immer unglücklicher und gestresster wurde. Das Schlimmste war, dass ich das noch nicht mal selbst bemerkt habe, denn ich hatte mir dieses Vollzeit-Mutter-Sein ja aus tiefster Überzeugung selbst ausgesucht.
      So konnte es immer schlimmer werden, bis am Ende (als es endlich aufbrach und nicht mehr zu retten war) die Scheidung und das Auseinanderbrechen der ganzen Familie stand!
      Das ist auch nicht das, was man kleinen Kindern wünscht… Mein Büssergewand habe ich mittlerweile abgelegt, auch wenn
      ich heute natürlich vieles anders machen würde. Aber das ist das Leben: ein Lernprozess 🙂
      Seit ich neben der Betreuung meiner Ladies auch wieder das auslebe, was ich gut kann und was mich besonders erfüllt, bin ich nicht nur viel ausgeglichener und sogar gesünder sondern kann ihnen jetzt auch vorleben, dass man verschiedene Ansichten und Wünsche sehr wohl unter einen Hut bringen kann und dass man eine Eigenverantwortung für sein Leben und sein Wohlergehen hat, der man sich letztendlich nicht entziehen kann. Da kann man sich und anderen noch so lange Vorwürfe und Schuldgefühle einreden.
      Mit herzlichen Grüssen,
      Katrin

      1. Liebe Katrin, danke für dein ehrliches Kommentar.

        Ich kenne dieses schlechte Gewissen und dieses „Unrund“ sein. Ich sollte ja, und ich müsste, darf ich das, oder auch nicht, usw.
        Nur weil ich schon relativ früh gemerkt habe, dass ich nicht fähig bin nur zuhause zu sein, heißt es nicht, dass ich nicht auch ein schlechtes Gewissen hatte. Am Anfang ging ich nur halbtags arbeiten. In der Firma hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht voll einsetzbar war, zuhause hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht den ganzen Tag bei meinen Kindern war.

        Also am Anfang war das echt ein Teufelskreis, bis ich ehrlich zu dem stand, was ich wollte. Das ist ein Lernprozess, da hast du auf alle Fälle recht. Es ist schön, dass du auch gemerkt hast, dass du und deine Mädels glücklicher seid, wenn du glücklich bist. Du kannst ja viel mehr geben, wenn du ausgeglichen und gesund bist.

        LG
        Cornelia

      2. Danke Katrin!

        Man kann hier immer nur kleine Ausschnitte zeigen, nie den Zusammenhang.
        Ich hatte keine Karriere! Habe von der Schulbank weg mit 20 Jahren geheiratet. War die ersten 11 Jahre für meine Kinder da. Meine Ehe zerbrach nach 5 Jahren. Mit 34 Jahren ins „volle“ Berufsleben.
        Offene Gespräche haben immer mit Vorwürfen geendet.
        Nein, ein Büßergewand habe ich nie getragen! Wozu? Ich habe es immer so gut gemacht, wie ich es in dem Moment konnte! Mache ich heute noch. Mehr geht nicht!
        Wie du schon schreibst: heute würde ich einiges anders machen. Fehler sind Lernaufgaben im Leben…
        …und: wer ist schon perfekt? Wir wären nicht hier, wenn wir perfekt wären 😉
        Anders herum – wo wären „die Kinder“ heute, wenn wir nicht so gewesen wären, wie wir waren 🙂
        Trotz und alle dem habe ich ihnen viel mitgegeben. Sie sind starke Menschen geworden!
        Eine Mutter wird man nicht los, nur weil man den Kontakt abbricht.
        Die Liebe der ersten prägenden Jahre ist da…
        Das kann uns keiner nehmen! Auch die nicht, die es bisher scheinbar geschafft haben.
        Ja, die Eigenverantwortung… Darauf warte ich!

        Alles ist gut!

        Andrea

        1. Hallo liebe Andrea,
          mir gefällt deine Einstellung: „Ich habe es immer so gut gemacht, wie ich es in dem Moment konnte“
          Das passt so und ist genug. Wir glauben ja immer alle, alles noch besser machen zu müssen. Dadurch setzen wir uns unter Druck und sind irgendwann nicht mehr wir selbst. Außerdem ist Mamasein keine Einbahnstraße! Geben und nehmen, wie überall, ist hier ebenso wichtig.
          Nur geben heißt, irgendwann nicht mehr geben zu können.
          Alles Liebe!

        2. Ihr Lieben,
          Ich kann Euch nur sowas von zustimmen!
          Ich hab das Büssergewand sehr lange getragen (bis mein Körper vehement reagiert hat) und es sehr, sehr lange gedauert, bis ich verstanden habe und dazu stehen konnte, dass ich immer genau das getan habe, was ich konnte – und alle anderen auch. Diese Erkenntnis hat dann aber ALLES verändert. Für diese Erfahrung bin ich heute unendlich dankbar.

          Niemand ist perfekt. Oder anders gesagt (mag ich mehr 😉 ) „ALLE SIND ZU JEDER ZEIT PERFEKT“ 🙂
          Wir lernen voneinander und aus der Situation immer das, was gerade passt und zu dem Zeitpunkt, zu dem wir dazu bereit sind. Den kann niemand für den anderen bestimmen.

          Ich grüsse Euch von Herzen,
          Katrin

    2. Hallo liebe Andrea,

      danke für dein so offenes Kommentar. Deine Situation ist sicher nicht so leicht und tut auch weh. Es ist schade, dass es bei euch so gelaufen ist. Vielleicht habt ihr ja doch irgendwann die Chance euch auszusprechen? Meist sind es ganz viele Missverständnisse, die so etwas hervorbringen. Ohne offenes Gespräch, wird das wohl nichts werden. Ich wünsche dir auf alle Fälle ganz viel Kraft und hoffe, dass sich alles zum Guten wendet.

      LG
      Cornelia

  2. Hallo Cornelia,
    danke für diesen ehrlichen Artikel! Und es steckt so viel Wahrheit dahinter! Ja, früher hatte man dieses Frauenbild, dass man als Mutter daheim zu sein hat und sein Glück in den Kindern findet. Und sonst in nichts. Aber wer kann diesem Perfektionsanspruch schon standhalten in der heutigen Zeit? Ich habe darüber auch mal etwas geschrieben: http://sybillejohann.de/chaos-ist-auch-mal-okay/
    Und auch ich bin keine perfekte Mutter! Das Leben ist nicht immer nur einfach und geregelt, und es ist auch nicht schlimm, wenn die Kinder das wissen. Im Gegenteil, denn dann werden sie wissen, dass es okay ist, wenn man etwas nicht so glatt läuft, und man aus jeder Situation versuchen kann, das Beste zu machen!
    LG
    Sybille

    1. Danke Sybille für deine Antwort auf meinen Artikel.

      Die Zeiten haben sich verändert, wir Frauen trauen uns viel mehr zu sagen was wir wollen. Wir lieben unsere Kinder, aber wollen auch unseren Weg gehen. Das ist nicht immer einfach und braucht sehr viel Organisation, Geduld und Zeit. Das offene und ehrliche Miteinander hilft da ungemein.
      Liebe Grüße
      Cornelia

        1. Ich finde das so super, das ist so ähnlich wie: „Mein Kind trinkt in der Früh und am Abend noch ein Flascherl, ist aber schon im Kindergarten“ – Sagen darf ich das niemanden und trotzdem ist es bei vielen ähnlich 🙂 Ich war immer froh, dass sie das gemacht haben und zwar ziemlich lang – so hatten sie stets ein warmes Frühstück im Magen – denn was anders, als das Grießkoch wollten sie in der Früh nicht 🙂
          Alles Liebe
          Cornelia

    1. hallo

      ja kenn ich…..bin auch nicht die ,,perfekte,, Mama…..na und?…..und ich glaube ich hab schon mehr neue Brotdosen gekauft , als Radiergummis……hihi

  3. Hallo Cornelia,
    als ich deinen Artikel gelesen habe, dachte ich erst „Hab ich den geschrieben?“
    Wow!! Wir haben in vielen Dingen die gleiche Einstellung, nur dass bei mir das Leben so abgelaufen ist, weil ich sehr früh Mami geworden bin.

    Ich bin mit 16 Jahren schwanger geworden und mit 17 kam mein Sohn auf die Welt. Zu der damaligen Zeit war ich in der 10. Klasse. Leider durfte ich ab dem 5. Monat auch nicht mehr die Schule besuchen aufgrund Schwierigkeiten in der Schwangerschaft.
    Daher habe ich nach den 8 Wochen „Babyurlaub“ gleich die 10. Klasse weiter gemacht. Es waren „nur“ noch 3 Monate bis zur Prüfung. In der Zeit betreute meine Mutti meinen Kleinen.
    Nach der Schule habe ich die Zeit mit ihm genossen und abends sobald er schlief, habe ich für die Schule gepaukt.
    Auch ich wollte nach der Schule nicht zu Hause bleiben. Ich dachte mir „Ich bin so jung Mutter geworden und habe außer meinen Schulabschluss gar nix in der Tasche!“.
    Also habe ich meinen Sohn in den „Sommerferien“ in der Krippe eingewöhnen lassen und es hat super geklappt! Also konnte ich beruhigt meine Ausbildung machen.
    Sicher war es sehr stressig. Ausbildung ging bis um 4 und dann meinen Kleinen abholen und nach Hause… Da war es schon um 5. Anschließend hab ich das Abendessen gemacht und darauf habe ich besonders Wert gelegt! –> Zusammen essen! Danach baden, Spaß machen usw. bis er dann ins Bett fiel. Also war dann Haushalt angesagt und LERNEN.
    Da mein Sohn wirklich pflegeleicht war/ist und immer gleich eingeschlafen ist, hat er mir das Ganze natürlich erleichtert.
    Nach der Ausbildung habe ich noch Fachabitur gemacht und alles erfolgreich abgeschlossen.
    Klar hat man unter der Woche nicht so viele Stunden Zeit gehabt für sein Kind, aber dafür gab es doch Wochenende! Und da hab ich natürlich die Zeit richtig genossen mit Kind & Familie.
    Und nun habe ich alles.. Schulabschluss, Ausbildung, Fachabitur und einen Beruf, der mir unheimlich Spaß macht!
    Mittlerweile ist mein Sohn 11 Jahre alt und ist sehr selbstständig und sogar gut in der Schule.
    Sicher gab es auch bei mir Momente, in denen ich ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich nicht so viel Zeit mit ihm verbringen konnte. Aber auf der anderen Seite musste ich uns ja auch eine Existenz schaffen.

    Außerdem brauche ich auch Bestätigung, Anerkennung und Erfolgserlebnisse und dafür muss ich arbeiten. Es war schlimm genug für mich als ich 3 Monate „arbeitssuchend“ war. Ich habe richtig gemerkt, dass ich nicht nur Haushalt machen kann und Kind betreuen. Es gab teilweise Tage in denen ich dachte, ich sei depressiv!
    Ich bin ein anderer Mensch, wenn ich arbeite und zusätzlich den Haushalt bewältige und meinen Sohn in den Hausaufgaben unterstütze. Nur dann bin ich vollkommen und glücklich.

    Ich finde nicht, dass ich deswegen eine Rabenmutter bin! Denn ich habe alles für mich und meinen Sohn gemacht. Und immer wieder höre ich auch von ihm, dass er froh ist so eine Mami zu haben wie mich 🙂

    Liebe Grüße
    Sissy

    1. Hallo Sissy, danke für deine Geschichte, die du da mit uns teilst.

      Das glaub ich dir, dass dies stressig war, aber Hut ab, dass du es durchgezogen hast und super, dass du deine Mama als Unterstützung hattest.

      So wie du am Abend hatte ich immer in der Früh die Rituale, die meinen Kindern sehr wichtig waren. Ich fing einfach später mit der Arbeit an, so hatten wir Zeit zum Kuscheln, zum Frühstücken (das passierte meist gemeinsam aneinander gekuschelt im Bett – weil sie ganz lange ihr Grießkoch in der Flasche wollten) und zum gemeinsam außer Haus gehen. Ich brachte sie zum Bus für den Kindergarten oder verabschiedete sie später zum Weg zur Schule.

      Wenn es abends etwas später wurde, war für sie nicht schlimm, aber in der Früh war es eine ganz wichtige Zeit, die ich penibel eingehalten habe.

      Ich glaube einfach, dass es ganz wichtig ist, dass die Kinder Vertrauen aufbauen, wichtige Rituale haben, gemeinsame Zeit mit den Eltern verbringen, aber es nicht notwendig ist, den ganzen Tag zusammenzusein.

      Alles Liebe
      Cornelia

  4. Seit wann nennt man denn „Matura“ oder „Abitur“ Karriere. Heutzutage ist genau dies unser Problem 😉 Karriere wird uns von den Medien vorgegaukelt und schon eine stinknormale Ausbildung nennen sie heutzutage Karriere 😀 sehr lustig.

    1. Hallo Hans

      Hab ich geschrieben, das Matura oder Abitur Karriere ist? 😉
      Die Matura bzw. Abitur ist für mich eine Ausbildung – die Karriere fängt meist erst danach an. (die Kinder meist auch erst danach – obwohl es auch Ausnahmen gibt – siehe Kommentar von Sissy).

      Aber eigentlich geht es in meinem Bericht eh nicht nur um Karriere, wie immer man diese definiert. Es geht um das schlechte Gewissen, das viele Mütter haben, wenn sie nebenher arbeiten oder Schule gehen. Da ist es ganz egal, um welchen Job es sich handelt.

      Alles Liebe
      Cornelia

  5. Ein wunderbarer Bericht. ich bin 65 Rentnerin und meine Karriere ist seit Juni 2014 beendet. Ich habe immer in der politik mitgewirkt und meine Töchter so erzogen, dass sie sich das auch trauen dürfen. Heute übernehme ich dann gerne die Enkelkinder und bin ihnen Oma und Weggefährtin. Ich genieße was ich ein paar Jahre nicht hatte. Die kleinen Professoren und Schlaumeier.
    Wir sollten wieder eine Form von Großfamilie finden, es lohnt sich.

    1. Hallo Ulrike,
      dein Kommentar gefällt mir sehr gut (ich hoffe, ich darf „Du“ sagen, ich mach das generell so auf diesem Blog :-)).
      Es ist schön, dass du auch so denkst und nun deine Rolle als Oma so richtig genießen kannst. Den Wert einer Großfamilie kenne ich, das würde alles viel leichter machen. Ich hatte meine Schwiegermutter im Haus, sonst wäre vieles nicht so einfach gegangen. Obwohl wir beide nicht immer gleicher Meinung waren, habe ich es sehr geschätzt wie sie auf die Kinder aufpasste. Ich bin ihr heute noch sehr dankbar.

      Und was die Oma angeht: Ich habe meine Oma über alles geliebt und sie begleitet mich heute noch, obwohl sie schon lange nicht mehr lebt 🙂

      Liebe Grüße
      Cornelia

  6. Hallo,

    Dein Text gefällt mir gut und ich erkenne mich in vielem wieder. Zehn Jahre erfolglos mit allen medizinischen Mitteln versucht schwanger zu werden – erfolglos. Was folgte war eine liebevolle Trennung, wir sind heute noch beste Freunde. Mit meinem neuen Partner wurde ich unerwartet aber herzlich willkommen schwanger. Als erfolgreiche Geschäftsführerin eines mittelständische Unternehmens. Ich wollte immer Hausfrau und Mutter sein. Den Traum hatte ich dann aber aufgegeben. Ein Haus gekauft, nix auf der hohen Kante, weil für was denn? Und dann ist meine Tochter auf dem Weg.

    Ich denke, ich bin mit meinen über 40 eine gelassene Mami. Ich bin zwar streng in wenigen Dingen aber meine Tochter ist sehr selbstständig, durchsetzungsstark und meine Nummer eins wenn ich zu Hause bin.

    Klar gibt es die Damen mit dem erhobenen Finger. Jeder nach seiner Fasson. Die Helikoptermamas kann ich nur Bedauern. Und man tuschelte auch über mich, als die Kleine mit sechs Monaten in die Krippe ging. Aber wisst ihr was? Sie ist glücklich dort. Sie erfährt eine soziale Entwicklung, die sie mit mir zu Hause alleine nie hätte. Unsere Zeit zusammen ist wertvoll.

    Klar ist Mama manchmal zwei Tage weg. Aber dafür ist sie bald wieder da, und unsere Zeit ist schön. Wir sind so beide glücklich und auch mein Partner. Ich brauche meine Arbeit und meine Bestätigung. So leben wir alle zufriedener.

    Ich habe auch viele Jahre als Ausbildungsleiterin gearbeitet. Ich konnte oft erahnen am Verhalten der Kinder, welcher Erziehungsstil dahinter steckt und welche der Jugendlichen alles hinterhergetragen bekommen, überall hingefahren werden und gar nichts alleine können.

    Auch ich verliere manchmal die Nerven weil alles zu viel ist. Auch habe ich meinen Anspruch an Ordnung und Sauberkeit reduzieren müssen. Es geht halt nicht alles zusammen. Aber ich bin glücklich.

    Einzige Abweichung zu Deiner Situation: Ich war als Kind immer etwas enttäuscht, dass meine Eltern meiner Schule und meinen Erfolgen zu wenig Aufmerksamkeit schenkten. Ich möchte, wenn es denn soweit ist, schon wissen, wann welche Aufgaben geschrieben werden. 🙂

    Spread our wings <3

    Tanja

    1. Hallo Tanja, danke für deinen schönen Bericht. Deine „einzige“ Abweichung ist gar keine Abweichung 🙂 Ich hab zwar fast nie die Hausaufgaben kontrolliert, oder wusste unbedingt, wann Schularbeiten geschrieben wurden, aber mir waren die Ergebnisse immer sehr wichtig und ich habe ihnen immer Aufmerksamkeit gegeben, weil ich weiß, wie wichtig das ist. Hatten sie gute Noten, habe ich mich mit ihnen gefreut, hatten sie mal nicht so gute Noten, habe ich sie gefragt, wie sie das sehen. Irgendwie wussten sie immer, ob sie zu wenig getan hatten, oder ob sie genug getan hatten, es aber nicht reichte.

      Lukas konnte echt faul sein und im Halbjahrzeugnis auch mal eine 4 haben, er ärgerte sich dann so drüber, weil er wusste, dass er es besser konnte. Meist verbesserte er sich dann zum Jahreszeugnis gleich um 2 Noten.

      Ab und zu kam es auch vor, dass ich mit Susie gemeinsam in der Küche am Boden saß, weil sie das Bedürfnis hatte, sich dort auszuweinen.

      Die Zeugnisse bekamen immer ganze Aufmerksamkeit von mir, weil ich selbst fast 30 Jahre lang brauchte, zu verdauen, dass mein Papa mein erstes Zeugnis, auf das ich so stolz war, nicht einmal beachtet hatte. Er meinte das nicht schlimm, er war mitten in einer Arbeit, als ich es ihm freudestrahlend zeigte, aber mich hat es irrsinnig geprägt.

      Alles Liebe
      Cornelia

  7. Hallo Andrea,

    auch wir hatten eine solche „Rabenmutter“, haben sie nur am Wochenende gesehen, wenn nicht gerade irgendwo eine Modemesse (sie leitete eine Firma in dem Bereich) war. Dafür war unser Vater zu Hause, was in den 70ern völlig ungewöhnlich war. Die Hausfrauen der Nachbarschaft brauchten jedenfalls lange sich daran zu gewöhnen, aber irgendwann war es dann doch Usus, dass sie sich zum Dampfnudel essen bei uns einfanden 🙂

    Viel schlimmer fand ich die blöden Sprüche der anderen Kinder. Solche Sätze wie „Dein Vater kann nichts und deshalb schickt er Deine Mutter arbeiten“. Mein Vater war Polizist gewesen und hatte sich damals extra Frühberenten lassen. Manchmal habe ich mir gewünscht, dass andere Eltern ihren Kindern mehr Toleranz beibringen.

    Im Endeffekt ist es egal wer arbeiten geht solange die Kinder in dieser Zeit in einer sicheren Umgebung versorgt werden.

    Liebe Grüße Alex

    1. Hallo Alex, in den 70ern war es sicher noch schwieriger als heute. Und Kinder können sehr gemein sein. Ich habe die Gemeinheiten der Kinder ganz anders erlebt. Wir hatten einen Betrieb zuhause und ich musste immer schon viel arbeiten. Ich konnte nicht überall dabei sein, wo andere Kinder waren und irgenwann wurde ich zur „Außenseiterin“ und zur „Dicken mit den X-Hax’n“. Ich war nie übergewichtig, aber auch nie richtig dünn.

      20 Jahre später, bei einem Klassentreffen, sagte ich das meinen damaligen Mitschülern. Denen war das gar nicht bewusst, die hatten mich als immer sehr hübsche und super gute Schülerin in Erinnerung. Irgendwie eigenartig, oder? 🙂

      LG
      Cornelia

  8. Liebe Cornelia,

    vielen Dank für deinen Artikel. Er gefällt mir sehr gut, weil ich auch mich darin wieder finde. Meine Kinder sind jetzt 15 und 6 Jahre alt und ich mache es ähnlich wie du. Über meine Erfahrung blogge ich gemeinsam mit einer Freundin auf http://www.vereinbarkeitsblog.de Wir würden uns freuen, wenn du mal vorbei schauen würdest.

    Viele Grüße
    Uta

    1. Hallo Uta, danke für deinen Link zu deinem Blog – ich werde mir das auf alle Fälle anschauen. Freue mich immer über neue, interessante Blogs 🙂
      LG
      Cornelia

  9. Hallo Cornelia!
    Ich muss Dir ehrlich gestehen, das ich auch immer fand, das Mütter die arbeiten gehen, nicht gleich gut sind, wie Mütter die zuhause sind.Es gibt die Mütter die einfach müssen, und die tun mir leid.Die die möchten sollen, aber ich kann es nicht verstehen.Muss ich ja auch nicht! Es ist natürlich ein Privileg, das ich zuhause sein darf, und nichts was meine Kinder so anstellen(positiv wie auch negativ)verpasse!
    Jeder einzelne kleine, oder grosse erfolg, aber auch misserfolg.Alles ! Nichts verpasse ich, und das kann mir niemand nehmen…meine Arbeit, die läuft mir nicht davon, meine Kinder aber schon..niemand gibt einem das zurück, was Du verpasst..die Kinder sind einmal da, und dann nie wieder…ich wäre traurig, hätte ich das verpasst.Aber, es ist natürlich jedem selbst überlassen.Aber hab ich die Wahl, und die hab ich (dank meinem mann) entscheide ich mich für meine Kinder!

    1. Hallo Marisa,
      ich finde es wunderschön, wenn eine Mama zuhause bei ihren Kindern bleibt, sich das leisten kann und es auch so möchte. Das ist wunderbar, denn wenn das so ist, dann ist sie glücklich und die Kinder spüren das. So wie du das brauchst, gibt es auch Frauen, die auch ihren Beruf dazu brauchen. Ich denke am wichtigsten ist, dass sich alle wohl fühlen. Kinder merken, ob es der Mama gut geht.

      Mir war immer wichtig, dass die Kinder gut betreut werden, wenn ich nicht da bin und ich hatte das Glück in einer Firma zu arbeiten, die es akzeptierte, wenn ich auch mal weg musste, weil die Kinder mich brauchten. Ich konnte auch jederzeit anrufen oder mal später zur Arbeit kommen. Außerdem war ich nur 15 Autominuten entfernt.

      Das erleichterte natürlich sehr viel.
      Liebe Grüße
      Cornelia

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