Der Tod – Trauer – Loslassen – Hoffnung- Verzeihen – Neuanfang

Diesen Artikel widme ich meiner Schwägerin Sabine, die ihre Mama in den letzten Wochen vor deren Tod begleitet hat und allen anderen, die liebe Menschen verloren haben.

Der Tod – wie tröstet man am besten?

Der Tod ist für die Hinterbliebenen immer etwas Trauriges, etwas Angst-Besetztes, etwas Nicht-Gewolltes. Man will es nicht wahrhaben, man kann es nicht glauben und manchmal schon gar nicht verstehen. Für die Freunde der Hinterbliebenen stellt sich die Frage: Was denn sagen? – „Ihr geht es jetzt ja besser?“„Er ist von den Schmerzen erlöst“„Wer weiß, was er noch zu erleiden gehabt hätte …….“

Das mag alles gut gemeint sein, aber wahrscheinlich hilft es im Moment nicht so richtig. Vielleicht sollte man einfach zuhören, Anteil nehmen, zum Beten kommen, wenn möglich zum Begräbnis oder auch nachher zu einem Gespräch, wenn der andere das möchte. So wissen die Angehörigen, dass sie nicht alleine sind, so kann man den Schmerz vielleicht etwas mildern.

Erinnerungen an den Verstorbenen

Als meine Großtante starb erzählte der Pfarrer über ihr Leben. Er hatte sie persönlich gekannt, deshalb war dies auch noch viel leichter. Er erzählte ihre Geschichte, so liebevoll und auch lustig, dass wir bei der Messe sogar lächeln mussten. Ja warum nicht? Warum soll man nicht lächeln? Der Tod ist traurig, doch wissen wir nicht, wie das für den Gegangenen ist.

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Lächelt sie herunter? Ist sie noch da, in irgendeiner Form? Hat sie nur die Dimension gewechselt?

Es gibt diesen Glauben und es gibt viele andere. Ich glaube fest daran und ich glaube, dass der Tod ein Neuanfang ist.

Die „andere“ Welt

Als meine Schwägerin Barbara mit 26 Jahren starb waren wir alle am Friedhof und weinten natürlich sehr viel. Meine Tochter, Susanne, war erst 3 Jahre alt. Sie nahm mich bei der Hand und fragte: „Warum weint ihr alle so viel, der Barbara geht es ja jetzt so gut!“ Im selben Moment kam ein einzelner Tropfen vom Himmel und berührte Susanne an der Wange, die mir darauf hin mitteilte: „Siehst du, die Barbara weint, weil ihr alle so traurig seid!“

Die Hoffnung

Man hört immer wieder, dass kleine Kinder noch eine ganz andere Verbindung nach oben haben, dass sie noch sehr viel wissen, was dann im Laufe des Lebens vergessen wird. Ihre Aussage damals bestärkte mich daran zu glauben, dass es noch viel mehr gibt, als unser jetziges Leben.

Es mag im Moment der Trauer nicht viel helfen, aber es kann uns doch die Hoffnung geben, dass es dem anderen so richtig gut geht.

Lasst uns an die schönen Zeiten denken, an den Unsinn, die der Verstorbene vielleicht begangen hat, an die Witze, an die Liebe und Späße, an das Lächeln und Augenzwinkern.

Verzeihen

Was ich als ganz wichtig empfinde ist auch zu verzeihen, wenn es etwas zu verzeihen gibt.

Kein Mensch ist perfekt und im Laufe des Lebens passierten vielleicht Dinge, die nicht einfach waren oder für manche Leute auch nicht in Ordnung. Wichtig wäre hier, den Blickwinkel zu wechseln, zu sehen, dass es ein Lernen war, ein Erfahren und ein Weg. Der „Gegangene“ konnte vielleicht nicht anders und ich, als Hinterbliebene, auch nicht.

Verzeihen heißt nicht alles gut zu heißen, alles richtig zu empfinden. Verzeihen heißt für mich, zu akzeptieren, dass es so war wie es war, weil es vielleicht so sein musste, oder vielleicht durch Erziehung, durch eigene Umstände selbst so erfahren wurde.

Meine geliebte Oma starb im Juli 2000 und schon eine Zeitlang vorher war sie sehr verwirrt und kannte mich oft nicht. Ich konnte mit diesem Zustand nicht gut umgehen und meine Besuche wurden geringer. Als sie starb und mich meine Mama anrief, blieb ich noch ganze 2 Stunden in der Arbeit, bevor ich zusammenpackte um nachhause zu fahren. Ich konnte ja nicht einfach aufhören (redete ich mir ein) aber im Nachhinein betrachtet, war ich wahrscheinlich noch nicht bereit dazu.

Viele Jahre nachher machte ich mir noch die größten Vorwurfe. Einerseits, weil ich sie nicht mehr so oft besuchte und andererseits, weil ich nicht schnell nachhause fuhr.

Nach vielen Aufarbeiten wusste ich, dass mir Oma deshalb nicht böse war und irgendwann war ich bereit mir selbst zu verzeihen.

Der Neuanfang

Wir alle haben Blockaden, Mängel, Schwächen, ein Sterben gibt uns die Möglichkeit wieder darüber nachzudenken und etwas zu verändern. Es wäre zwar super, wenn wir nicht solange warten würden, aber wenn es so sein soll, dann sollten wir wenigstens aus dem Tod für uns einen Sinn machen.

Ein Neuanfang – nicht nur für den Verstorbenen, nein auch für die Hinterbliebenen, für die Begräbnisbesucher, für die Nicht-Betroffenen!

Niemand weiß, wie lange wir haben – lasst uns lachen, spielen, lieben und verzeihen!

 

Breite deine Flügel aus

Cornelia

 

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Cornelia,

    ich lese deine Beiträge sehr gerne.. und finde gerade die Geschichte mit deiner Tochter auf der Beerdigung sehr schön “Warum weint ihr alle so viel, der Barbara geht es ja jetzt so gut!” Freue mich auf weitere so tolle Beiträge =)

    Liebe Grüße

    Matthias

  2. Danke liebe Schwägerin, ich weiß das es Ihr jetzt besser geht was leider kein Trost ist, wenn ich einen Wunsch frei hätte dann wäre Sie wieder bei mir und ich könnte mit ihr reden und lachen so wie früher, einen Trost gibt es die Erinnerung bleibt und die kann mir kein Tod nehmen. Habe Deinen Blog gelesen und Danke Dir aus ganzen Herzen dafür. HDL

    1. Behalte deine Erinnerung – lache in Erinnerung – schau dir Bilder an und denke in Liebe an sie. Lass dir Zeit mit deiner Trauer und danach genieße dein Leben. Schau auf dich, mach was dich glücklich macht, deine Mama würde es so wollen! Bussi Conny

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