Der Friedhofszug und was dieser mit deinem Leben zu tun hat

Da mein voriger Artikel vom Tod und dem Neuanfang gehandelt hat, passt „der Friedhofszug“ ganz gut als Nachfolge dazu.

 

Ein makabrer Titel, oder? Oder doch nicht?

Ein Friedhofszug besteht für mich aus einer ganzen Menge Menschen, die mich auf meinem letzten irdischen Weg begleiten, sollte ich irgendwann einmal gehen. Er bedeutet mir sehr viel und zwar seitdem ich vor ca. 15 Jahren bei einem Begräbnis war, bei dem nur etwa über 15 Menschen sich von dieser Person verabschiedet hatten. Die Messe wurde von einem Pfarrer gehalten, der die verstorbene Person nicht kannte, beim Begräbnis waren Menschen, die keinen richtigen Bezug zu dem Mann im Sarg hatten und dementsprechend kühl war dieser „Abgang“.

Ich war dort, weil ich diesen Menschen kurz vorher kennengelernt hatte, er war schon sehr alt und ein wirklich toller Mensch. Er „diente“ sein ganzes Leben lang als Knecht und wurde auch nicht gerade liebevoll behandelt. Ich kannte ihn zu kurz um zu erkennen, wie es ihm ging. Vielleicht war er mit seinem Leben zufrieden, vielleicht auch nicht, vielleicht kannte er auch gar nichts anderes. Ich weiß nur, dass er zum Schluss ziemlich herum geschubst wurde und man nicht sehr freundlich zu ihm war.

Davon abgesehen, dass ich von mir nicht so ein Leben erwartete, gab mir das Begräbnis den letzten Rest.

Ich saß dort in der Kirche und ich wusste plötzlich was ich NICHT wollte. Ich wollte nie so alleine und einsam und bedeutungslos die Dimension wechseln.

Ich wusste, wenn ich gehe, dann möchte ich viele Menschen um mich herum haben, die sich von mir verabschieden.

Für viele hört sich dieser Wunsch sehr egoistisch an: „Ach so, du möchtest, dass viele weinen müssen?“ „Du willst, dass sie leiden und es ihnen nicht gut geht?“

Nein, das möchte ich nicht! Im Gegenteil, ich möchte, dass es viele Menschen gibt, die ich berührt habe, denen ich etwas beibringen konnte, die von mir lernen konnten und von denen ich lernen konnte. Sie sollen nicht dunkel und schwarz gekleidet hinter mir her gehen, sondern bunt und farbenfroh – so wie mein Leben war – so wie mein Zug auf dem Bild 🙂Friedhofszug

Ich habe auch Meinungen gehört wie: „Es ist mir egal, wie viel Menschen da hinter meinem Sarg hergehen, da bin ich eh schon tot!“

Das ist natürlich auch eine Sichtweise, für mich aber nicht tragbar. Wenn es bei meinem Begräbnis keine Menschen gibt, die da sind, hat es sie dann in meinem Leben gegeben? War ich dann unsichtbar? Hatte mein Leben dann einen Sinn? Hatte ich dann nur existiert oder funktioniert um dann einfach vergessen zu werden?

Der Wunsch ein „Denkmal“ zu bauen

Ich möchte ein „Denkmal“ bauen. Nicht aus Stein und Marmor, aus Gold oder Silber. Mein Wunsch ist es ein Denkmal aus dem besten Material zu bauen, welches jede Witterung aushält. Aus der LIEBE!

Wenn ich mich irgendwann verabschiede, möchte ich, dass die Menschen, die zurückbleiben keinen Schmerz, sondern Freude im Herzen haben, wenn sie an mich denken.

Lange dachte ich darüber nach, was ich machen könnte um dies zu erreichen. „Was konnte ich schon geben? Was habe ich schon Besonderes? Wer bin ich, dass ich so einen Wunsch haben könnte?“

Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich einfach das tun muss, was ich gerne tu, ohne mich zu verbiegen!

Ich muss einfach ICH sein – super oder?

Voll easy 🙂

Hätte nie gedacht, dass so etwas Einfaches so schwer sein kann.

  • Kein Verstellen mehr!
  • Kein Verstecken mehr!
  • Kein Verbiegen mehr!
  • Kein Verbot mehr!
  • Kein Verurteilen mehr!

Es war ein jahrelanger Prozess und es wird wahrscheinlich immer wieder Themen geben, wo ich diesen Prozess in mir auslöse. Doch, indem ich nun zu mir stehe und auch meine Meinung vertrete, keine Angst mehr habe, etwas Falsches zu machen und aufgehört habe in Gut und Schlecht einzuteilen, merke ich, dass ich angefangen habe mein Denkmal zu bauen.

Erkennst du dich in meiner Geschichte wieder?

Hast du auch manchmal das Gefühl nur zu existieren um zu funktionieren?

Was kannst du tun?

 

  • Überlege dir was dir wirklich wichtig ist!
  • Denke darüber nach, was du gut kannst!
  • Reflektiere am Abend deinen Tag – hast du jemanden eine Freude gemacht?
  • Tu jeden Tag etwas Gutes – es kann ein Lächeln sein, welches du jemanden schenkst!
  • Gib dir selbst ein Versprechen, dass du dich nicht mehr verbiegst
  • Sei nicht zu streng mit dir, wenn du es nicht immer schaffst
  • Lächle, wenn dir bewusst wird, dass du wieder einmal nicht bei dir warst
  • Behandle deine Mitmenschen so, wie auch du behandelt werden möchtest, gehe respektvoll mit ihnen um!
  • Schau auf die Umwelt, denn wir brauchen sie um gut zu leben.

Du wirst sehen, dein Denkmal bekommt jeden Tag ein Steinchen mehr dazu.

Es macht Spaß am eigenen Denkmal zu bauen und ich bin mir sicher, dass dieses länger in Erinnerung bleibt, als ein Haus, eine Luxusjacht oder viele Millionen Euro, über die dann vielleicht auch noch gestritten wird.

Breite deine Flügel aus!

Cornelia

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn gerne 🙂

Möchtest du immer am Laufenden bleiben?

Trage deine E-Mail-Adresse JETZT ein. Du kannst dich jederzeit wieder austragen! Deine Daten sind bei mir sicher!

 

Ich schenke dir ein E-Book aus meinen ersten Blogbeiträgen und eine Leseprobe meines ersten Buches: „Du machst Karriere – du Rabenmutter? Ohne schlechtes Gewissen, deinen Erfolg genießen“

6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo liebe Schwägerin, ich habe Deinen Blog wieder gerne gelesen und er hat mich auch sehr berührt und zum nach denken angeregt. Du kennst mich und weißt das mein Herz auch sehr groß ist, ich habe nicht viel aber das was ich habe gebe ich mit LIEBE, habe für jeden ein lächeln übrig. Oft ist es nur eine Umarmung oder ein Blick der mehr sagt als tausend Worte. Durch den Tod meiner Mutter, der mich persönlich auch zum nach denken angeregt hat ist mir klar geworden dass das Leben einfach zu kurz ist um böse und Zwitter durch den Tag zu gehen.
    Der Bau meines persönliches Denkmal hat somit begonnen.
    Liebe Grüße Sabine

    1. Liebe Sabine, deine Worte freuen mich so. Jetzt muss ich mal kurz Weinen vor Freude 🙂 ok, jetzt geht es wieder 🙂 Es ist schön, dass du solche Gedanken hast. Du wirst sehen wie reich dein Leben wird, wenn du gelassener wirst, wenn du mit einem Lächeln durchs Leben gehst und auch den Menschen mit Liebe begegnest, die es dir nicht immer so leicht machen. Du wirst sehen, deine Umwelt verändert sich mit dir mit! Die können gar nicht anders:-) Ich umarme dich! Alles Liebe! Conny

  2. Hallo Conny. Es ist so toll deine Beiträge zu lesen. danke dafür dass du das niederschreibst wofür vielen die Worte fehlen… auch mir. Ich erwarte jeden Tag schon einen neuen Beitrag von dir 😀 …. und auch wenn wir uns kaum noch sehen, hast du in meinem Leben einen Meilenstein gesetzt. 😉 danke für unsere schöne Schulzeit. Lg Erika

    1. Weißt du liebe Erika, lange war ich der Meinung nichts besonderes zu leisten, nichts wertvolles zu schaffen und schon gar nicht irgendjemanden zu helfen. Es gab in den letzten Jahren Menschen in meinem Leben, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, dass es einfach reicht, dass ich da bin und mich so akzeptiere wie ich bin. Dadurch könnte ich auch anderen helfen. Ich verstand das nicht so schnell. Erst seitdem ich den Mut fand zu bloggen, beginne ich zu verstehen 🙂 Und wenn ich dann so ein Kommentar bekomme, dann freut mich das sehr, denn dann weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin 🙂 Ich danke dir auch für die schöne Schulzeit. Du warst die, die meine innere Starrheit mit deinem Humor aufgelockert hat. Alles Liebe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.