Das Geschirrspüler-Prinzip

Was hat die Spüle mit deinen Hüften zu tun?

Eckart von Hirschhausen erzählt vom Pinguin-Prinzip, ich werde heute das Geschirrspüler-Prinzip erläutern.

Die Idee dazu kam mir, als ich wieder einmal in der Früh halb verschlafen zur Treppe runterkam, um mein morgendliches Glas Wasser zu holen.

Ich ging zur Spüle, öffnete den Schrank darüber, nahm ein Glas heraus und griff zur Wasserleitung.

Und da sah ich es:

In der Spüle stand die Kaffeetasse meines lieben Mannes, die er IMMER, oder sagen wir zu 99%, (so behauptet er es) in den Geschirrspüler gibt, an diesem Tag hatten wir wohl die 1% erwischt 😉

Außerdem waren da noch einige Gläser, ein Teller, eine Gabel, ein Messer und eine Bratpfanne – meine liebe Tochter hatte wohl wieder einmal mitten in der Nacht Hunger bekommen und musste sich was kochen.

Wenn ich dann darauf hinweise, dass diese ganzen Sachen in den Geschirrspüler gehören, den ich vorsorglich in meiner Küche so einbauen habe lassen, dass sich kein Mensch mehr bücken muss, dann kommt meist die Antwort: „Der war voll!“

Ja oh – der war voll – und wer räumt ihn jetzt aus? Der Nikolaus?

Es gibt aber auch Tage, so wie an diesem Morgen, da war der Geschirrspüler gar nicht voll, aber – mein Gott – es hätte ja sein können!

Da sich mein Blog ja mit Gesundheitsförderung, persönlicher Weiterentwicklung und mehr Lebensfreude beschäftigt, habe ich mir überlegt, was dieses „Geschirrspüler-Nicht-Einräum-Phänomen“ mit dem Leben zu tun hat.

Was kann ich dir da sagen – außer, dass du schon in der Früh genervt in der Küche stehst, wenn du nicht gerade in der „Über-alles-drüber-stehen-Phase“ bist und darüber schmunzeln kannst.

Ich könnte mich jetzt fragen: „Will mir das was zeigen? Wo in meinem Leben habe ich noch Chaos? Wo in meinem Leben bleibt alles an mir hängen? Wo in meinem Leben wird mir nur zu 99% geholfen, wo ich jedoch ständig das Gefühl habe in der 1% Schleife zu hängen?

Ich finde diese Gedanken gar nicht schlecht und ich denke wirklich oft so, aber manchmal ist es einfach ein Geschirrspüler, der da zwar in der richtigen Höhe hängt, aber einfach missachtet wird!

Die Spüle hat komischerweise viel mehr Anziehung, vielleicht weil sie weiblich ist? DIE Spüle mit der weiblichen Wölbung, die so richtig toll zum Empfangen einlädt?

DER Geschirrspüler, der einfach die Tür geschlossen hält und nur aufnimmt, wenn man diese Sperre überwindet? Dem ist es so wurst, ob daneben Geschirr herumsteht, von selbst öffnet er sich einfach nicht, um den Dreck an sich zu ziehen!

Es gibt jetzt sicher Ausnahmen in der Welt, aber großteils sind wir Frauen wie diese Spüle.

Gebt nur her, ladet uns voll, bisschen geht schon noch, ein bisschen Dreck dazwischen, das spülen wir dann einfach ab, dafür haben wir ja den Wasserhahn und ein Spülmittel steht sicher auch wo herum. Das machen wir ja mit Links, dafür sind wir ja geboren und haben dieses empfangende Becken. Die Hormone dazu haben wir auch mitbekommen und durch Gottes Fügung auch ganz viele Nerven. Außerdem wurden wir noch mit dem „Alles-ist-gut-und-alles-ist-zu-schaffen-Gen“ ausgestattet und mit dem „Den-Männern-und-Kindern-muss-immer-geholfen-werden-sonst-gehen-sie-unter-Gedanken“ versorgt.

 

Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist auch noch das „Frau-macht-nebenher-Karriere-sonst-ist-sie-zu-wenig- Syndrom“ ausgebrochen und dies wurde durch das angeborene „Alles-ist-gut-und-alles-ist-zu-schaffen-Gen“ voll unterstützt. Alles easy!

Doch in letzter Zeit mache ich in meiner Umgebung eine ganz neue Entdeckung: – es ist das „Ich-mag-nicht-mehr-so-richtig-und-bin-müde-Leiden“. Dieses Leiden zerrt an dir und saugt dich aus, wie eine Zecke, die sich in dir festgegraben hat und dein Blut genüsslich von dir zu ihr wandern lässt.

Die Frauen, die mit diesem Leiden befallen wurden, merken es zwar und wüssten auch, wie sie sich davon befreien könnten, haben aber damit zu tun, dass sie ihren „Den-Männern-und-Kindern-muss-immer-geholfen-werden-sonst-gehen-sie-unter-Gedanken“ nicht in den Griff bekommen.

Dieser Gedanke haftet noch stärker an ihnen wie die Zecke und hat sich bis in ihre Zellen eingebrannt. Dazu kommen noch bei vielen das „Ich-muss-alles-alleine-machen-Gebrechen“ und das „Multitasking-kann-halt-nur-die-Frau-Wehwechen“ und das Chaos ist perfekt!

Dabei ist es so einfach Mädels! Wir haben das nur alles missverstanden!

Wir haben nicht dieses tolle Becken bekommen um nur die ganzen Lasten, Aufgaben und Arbeiten zu empfangen – NEIN! Damit können wir bei weitem schönere Dinge anstellen 🙂

  • Wir können mit dem Hintern wackeln, wir können damit unsere Männer bezirzen und dafür sorgen, dass ihnen kurz die Gedanken durcheinander fallen.
  • Wir können uns in knappe Jeans reinpressen und die Phantasie bei demjenigen ankurbeln, der gerade hinter uns herläuft.
  • Wir haben einen tollen Mund bekommen, den wir nur öffnen müssen um zu sagen, was wir wollen – natürlich können wir auch noch ganz andere Dinge damit machen 🙂

 

(essen z.B. 😉 )

 

  • Unsere Männer sind die selbständigsten Wesen, die es gibt – wenn wir es zulassen! Unsere Kinder auch!

Schneidet euch das „Nur-ich-kann-alles-richtig-machen-der-Mann-macht-alles-nur-halbherzig-Geschwülst“ heraus und befüllt es mit der „Ich-hab-den-besten-Mann-der-Welt-der-in-99%-der-Fälle-seine-Tasse-in-den-Geschirrspüler-stellt-Lösung!“

Und dann geht schön langsam die ganzen anderen Gebrechen, Gedanken, Syndrome an und macht euch frei!

Ihr werdet sehen, das Leben macht wieder mehr Spaß und ihr habt wieder viel mehr Energie und Ideen, wie ihr euer Becken lustvoller einsetzen könnt 🙂

Viel Spaß!

Cornelia

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn gerne 🙂

Möchtest du immer am Laufenden bleiben?

Trage deine E-Mail-Adresse JETZT ein. Du kannst dich jederzeit wieder austragen! Deine Daten sind bei mir sicher!

 

Ich schenke dir ein E-Book aus meinen ersten Blogbeiträgen und eine Leseprobe meines ersten Buches: „Du machst Karriere – du Rabenmutter? Ohne schlechtes Gewissen, deinen Erfolg genießen“

7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Wunderbar !!! …. Eben noch ärgerte ich mich, während ich den Kindern ihre Sachen hinterher räumte. Kopfschüttelnd und mich fragend, warum sie nicht einfach:
    – das Werkzeug zurück in die Kiste
    – die schmutzige Wäsche in den dafür vorgesehenen Behälter und – JA!!!! –
    – das Geschirr einfach in die Spülmaschine stellen können. (wobei es hier ja ein Fortschritt ist, dass das Geschirr vom Tisch schon mal bis in die Spüle kommt).

    Fakt ist, und das hast Du / haben Sie so wundervoll beschrieben:
    – ich sehen nicht mehr all das Wundervolle, was sie ja auch ausmacht und
    – ich räume ihnen nach – weil klar, allein bekommen sie es ja nicht hin 😉

    Danke-danke-danke für diesen ‚Schmunzler‘ am Morgen, für diesen wundervollen Spiegel, für die herrlich kreativen Anregungen, was sich mit einem Becken noch so alles anstellen lässt.

    You made my day !!

    1. Hallo Silke,

      das freut mich sehr 🙂 I made your day 🙂 Schön.
      Du hast recht, wir sehen nicht das Wundervolle, wenn man sich über diese „Kleinigkeiten“ ärgert.
      Aber immer funktioniert es halt nicht.

      Also schwing deine Hüften und hab Spaß dabei 🙂

      Alles Liebe
      Cornelia

  2. Hallo conny na was dir alles „auffällt“ das ist wie bei Sachen die eben erst erfunden wurden und man denkt sich wie konnte man ohne dieses ding leben und warum ist man nicht selbst auf diese idee gekommen…. so ist es mit deinem artikel…SO IST ES einfach und du musstest es niederschreiben – jetzt versteh ich es auch, ist ja genial, eine Sorge weniger – ich werd mich nicht mehr ärgern wenn alles neben DEM Geschirrspüler steht sondern an dich denken und aus ganzem Herzen lachen. VERSPROCHEN 🙂 🙂 🙂

    1. Na ob das immer funktioniert 🙂 Sag es mir dann bitte – heute in der Früh, war ich nicht so cool 🙂
      Aber dann hab ich alles einfach stehen lassen, die Highheels angezogen und bin Hüftewackelnd aus der Wohnung marschiert 🙂

      (hab sozusagen meinen Nerven noch einmal ein Schnippchen geschlagen und gelächelt)

      Alles Liebe
      Conny

  3. Hallo Conny,

    wie geil ist das denn! Das Geschirrspüler-Prinzip für ein sexy Hüftwackeln?!

    Dein Artikel ist nicht nur mal wieder super witzig geschrieben – es steckt auch so viel Wahrheit drinnen. Danke, dass du auf so humorvolle Art mal wieder den nervigen Glaubenssätzen den Waschgang verordnet hast.

    Ich freue mich schon darauf, das meinen Freundinnen zu erzählen 😀
    Herzliche Grüße
    -Astrid

    1. Du bringst mich zum Lachen – Danke Astrid!
      Heute morgen war nämlich wieder dasselbe Disaster – aber am meisten geärgert hab ich mich über das kleine Gläschen mit den Überresten eines zwar gesunden, aber pickigen Saftes, der gefühlte 100 000 Mücken angezogen hat. Und obwohl ich schon, ich weiß nicht wie oft, gesagt habe, dass soetwas bitte gleich ausgeschwemmt gehört, stand es da so seelenruhig herum, als ob nichts wäre.

      Manchmal glaube ich, das ist absichtlich, damit ich zu den Ideen für meine Artikel komme 🙂

      Achja – mein Gastartikel bei dir entsteht nun endlich im Kopf 🙂

      Alles Liebe
      Cornelia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.