Breite deine Flügel aus

Dieses Motto begleitet mich nun schon seit einiger Zeit und in Gedanken hab ich einen Adler im Bild, der frei durch die Lüfte fliegt. Er fliegt da oben, majestätisch und stark und sieht die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Wenn er länger in eine Richtung geflogen ist, dann wechselt er einfach seine Perspektive, indem er sich dreht, ein paar Flügelschläge macht und z.B. mit einem Höllentempo steil bergab fliegt, um dann wieder eine Wende zu machen. Er hat die absolute Freiheit zu fliegen wie er will.

Der Adler gibt mir Kraft und Mut zugleich. In der Mythologie steht er für die Sonne, für Mut, Kraft und für Weitblick. Er ist der König der Lüfte und der Bote der Götter. Da er beim Auffliegen angeblich immer in die Sonne blickt, wurde er zum Symbol der Auferstehung und des ewigen Lebens.

Für mich symbolisiert der Adler die Freiheit, das Sprengen der Ketten, das Auflösen aller Blockaden, das Abheben in andere Sphären. Trotz seiner Freiheit ist er für mich kein Vogel, der einfach herumfliegt oder davonfliegt, sich in die Lüfte schwingt und sang- und klanglos verschwindet, ohne Rücksicht auf Verluste.

Der Adler trägt für mich auch sehr viel Verantwortung. Verantwortung durch seinen Weitblick! Da er die Welt von oben betrachten kann, nimmt er diese auch anders wahr und sieht schneller, klarer und schärfer.

Was kann ich vom Adler lernen?

Ab und zu die Perspektive wechseln, um die Dinge in einem anderen Licht und klarer zu sehen, mit einem gewissen Abstand.
Situationen gedanklich von oben betrachtet, schauen plötzlich ganz anders aus. In Problemsituationen stelle ich mir dann vor, ein Adler zu sein – ich fliege hinauf und sehe von oben zu. Die Sorgen werden plötzlich ganz klein und ab und zu kann ich sogar weiter sehen, als da unten, so direkt in dieser Sequenz. Plötzlich fühle ich mich freier, leichter, kräftiger, mutiger. Meine ganze Haltung verändert sich, ich sitze gerader, ich spreche fester und ich vertrete stärker meine Meinung. Wie von selbst bin ich nicht mehr das Kaninchen, sondern der Adler und „fliege“ über den Dingen.

Meine innere Einstellung verändert sich, meine Brust weitet sich, ich bekomme wieder mehr Luft, ich atme freier und tiefer und meine Gedanken werden klarer. Der Druck verflüchtigt sich, die Angst nicht gut genug zu sein, verkleinert sich und meine Intuition wird für mich wieder hörbar.

Um in die Energie des Adlers zu kommen gibt es für mich mehrere Möglichkeiten.

Ich schaue mir ein Bild vom Adler an oder ich singe mein, für mich selbst angepasstes, Fliegerlied (nur im Auto, wenn mich keiner hört :-)). Das macht Spaß und ich muss dabei lachen.

Ich besuche die Facebookseite meiner Freundin Barbara Reiter, die für mich ein großes Vorbild ist. Sie hat es einfach getan. Sie fliegt!!!!! Und wer sie gekannt hat, bevor sie geflogen ist, der weiß, dass dies eine außergewöhnliche Leistung ist.
Barbara hat es uns allen vorgemacht, sie sprengt gleich mehrere Ketten auf einmal, dreht ihr Leben um, traut sich Dinge zu, die ihr vorher völlig fremd waren, fliegt mit ihrem Freund mit dem Hubschrauber in den Irak, lernt selbst das Fliegen, macht den Schein und zeigt anderen Menschen, wie man die Perspektive wechselt, indem sie sie einfach mitnimmt. Eine klasse Frau!

Eine weitere Möglichkeit liegt in der Bewegung selbst. Ich brauche nur meine Hände auszubreiten, mich zu drehen, den Windzug spüren und mich in Gedanken mit dem Adler zu verbinden.

Im Moment bin ich noch öfter ein Adler wie bei einer Greifvogelschau. Manchmal segle ich durch die Lüfte, spüre diese Freiheit, genieße die Weite und die Flügelschläge, bis ich wieder zurückgepfiffen werde. Dann kehre ich um und fliege wieder brav in meinen Käfig zurück, der groß genug ist, um mich dort wohl und sicher fühlen zu können.

Doch immer öfter kommen Impulse und Gefühle, die mir vermitteln, dass es außerhalb des großen, bequemen Käfigs, eine Welt gibt, in der ich mich viel freier bewegen könnte und das Risiko, noch nicht gut genug dafür zu sein, wird immer kleiner.

Es ist ein Traum, noch nicht ganz greifbar und doch so nahe. Es ist ein Wissen, noch etwas im Nebel, doch nicht mehr weit weg. Mal sehen, was kommt, mal sehen wohin die Reise geht.

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Conny

    Es ist mir ein Bedürfnis, dir ein paar Zeilen zu schreiben.
    Ich habe deine Beschreibung über das „Fliegen“ von meiner Facebook und Gyrofreundin Barbara Reiter bekommen.

    Du hast dies sehr schön und treffend beschrieben.
    Ich habe schon als kleiner Junge vom Fliegen geträumt, diesen Traum verwirklicht und bin sehr glücklich damit, (siehe meine Webseite) denn ich erlebe das, was du so trefflich beschrieben hast, bei jedem Flug.

    Wenn du möchtest, kannst du gerne mal mit mir gratis mitfliegen, damit du das, was du so schön beschrieben hast, auch einmal selbst erlebst.

    Liebe Grüsse

    Edwin

    1. Lieber Edwin,

      jetzt bin ich ganz freudig aufgeregt. Da schreib ich meinen ersten Beitrag und bekomm so ein Kommentar :-). Ich kann es gar nicht fassen!

      Gerne komme ich auf dein Angebot zurück und fliege einmal mit. Barbara erzählt immer so schön davon und beim Erzählen alleine habe ich schon das Gefühl dabei zu sein. Wie wäre es dann es wirklich zu tun?

      Danke für dein Kommentar und vielen Dank für dein Angebot!

      Alles Liebe
      Conny

  2. Dieser wundervolle Beitrag zeigt, wie es ist, wenn die Seele Flügel bekommt und uns -als „persona“ – in Liebe übernimmt. Das ist der Segen unserer Zeit: Die Seele verschmilzt aktiv mit Körper und der SeelenMensch tritt hervor.

    Dies ist eine kollektive Bewegung.
    Karl Gamper, Autor

  3. Liebe Conny! Du sprichst mir aus der Seele. Vor knapp zwei Monaten habe ich bei einem Workshop den Adler gezogen und er hat nach einiger Zeit zu mir gesprochen „breite deine Flügel aus und flieg“ – ich habe geweint vor Freude, weil ich seine Botschaft verstand (verstecke dich nicht, stell nicht dein Licht unter dem Scheffel, erhebe dich, zeige dich endlich; steh über den Dingen). Deine Worte beschreiben dies haargenau – Danke – so fliegen wir –Monika

  4. Liebe Frau Stessl,

    ich möchte Ihnen zu diesem Beitrag gratulieren – ist wirklich sehr inspirierend und ich werde mir viel herausnehmen – wie schon besprochen ist mir da sofort ein passender Song zu musikalischen und optischen Untermalung eingefallen. Ich höre das jetzt (nach langer, langer Zeit) wieder sehr, sehr oft. Ich weiß, dass keiner der Leser eine Übersetzung braucht, glaube aber trotzdem, dass es eine Qualität hat:

    Eagle1: http://www.youtube.com/watch?v=qdoSy4ROZpg

    Sie kamen von weit weg angeflogen, jetzt bin ich unter ihrem Zauber
    Ich liebe es die Geschichten zu hören, die sie erzählen
    Sie haben Plätze jenseits meines Landes gesehen und sie haben neue Horizonte gefunden
    Sie sprechen fremdartig aber ich verstehe
    Und ich träume, ich bin ein Adler
    Und ich träume, ich kann meine Schwingen ausbreiten

    Fliege hoch, hoch, ich bin ein Vogel am Himmel
    Ich bin ein Adler, der auf den Lüften gleitet
    Hoch, hoch, was für ein Gefühl zu fliegen
    Über Berge und Wälder und Seen
    Und überall hinzugehen, wo ich möchte

    Wie alle guten Freunde erzählen wir die ganze Nacht, und wir fliegen Flügel an Flügel
    Ich habe Fragen und sie wissen alles
    Dort sind keine Grenzen für dass, was ich fühle, wir klettern höher und höher
    Träume ich oder ist es alles wirklich?
    Ist es wahr, ich bin ein Adler?
    Ist es wahr, ich kann meine Schwingen ausbreiten?

    Fliege hoch, hoch, ich bin ein Vogel am Himmel
    (Ich bin ein Adler)
    Ich bin ein Adler, der auf den Lüften gleitet
    Hoch, hoch, was für ein Gefühl zu fliegen
    (Was für ein Gefühl)
    Über Berge und Wälder und Seen
    Und überall hinzugehen, wo ich möchte

    Und ich träume, ich bin ein Adler
    Und ich träume, ich kann meine Schwingen ausbreiten

    Fliege hoch, hoch, ich bin ein Vogel am Himmel
    (Ich bin ein Adler)
    Ich bin ein Adler, der auf den Lüften gleitet
    Hoch, hoch, was für ein Gefühl zu fliegen
    (Was für ein Gefühl)
    Über Berge und Wälder und Seen
    Fliege hoch, hoch, ich bin ein Vogel am Himmel
    (Ich bin ein Adler)
    Ich bin ein Adler, der auf den Lüften gleitet
    Hoch, hoch, was für ein Gefühl zu fliegen
    (Was für ein Gefühl)
    Über Berge und Wälder und Seen
    Und überall hinzugehen, wo ich möchte

    Den endgültigen Text und Titel lieferte Ulvaeus, als er den Roman „Die Möwe Jonathan“ gelesen hatte und dadurch inspiriert wurde.

    „Ich wollte das Gefühl von Freiheit und Euphorie einfangen, das ich beim Lesen dieses Buches empfunden habe“

    – Björn Ulvaeus[1] (ABBA)

    Liebe Frau Stessl, alles Liebe und weiter so – werde Ihre Beiträge immer gerne lesen.
    Ingrid G.

    1. Liebe Frau Grafinger, danke für den tollen Beitrag. Ich kannte das Lied, aber mir war gar nie bewusst, was sie da singen 🙂 Hab wohl nie richtig zugehört. Wunderschön. Vielen Dank!

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