Begrenzt du dich noch selbst? Muss das sein? Echt jetzt?

„Vermische deine Erfahrungen mit der Idee des Neuen, entdecke dabei die Möglichkeiten und kreiere dein neues Leben damit“

Cornelia Stessl

Der heutige Artikel wird kein typischer Rückblick und auch kein: „Das mache ich 2016 besser Monolog“, sondern ich gestalte heute ein Buffet aus Erfahrungen, Ideen und Möglichkeiten. Du kannst daraus nehmen, was für dich richtig erscheint oder was für dich im Moment eben stimmig ist.

Das „Müssen“

Mein Leben war ziemlich lange mit dem Gedanken „Das muss so sein bzw. das musst du so tun“ geprägt. Ein Teil davon wurde mir sicher so beigebracht, aber den Großteil habe ich mir wohl selbst weiter antrainiert. Ich war wirklich gut in dieser Disziplin.

  • Ich muss brav in der Schule sein, sonst werde ich bestraft
  • Ich muss mich anpassen, sonst werde ich nicht anerkannt
  • Ich muss mich unterordnen und darf nicht auffallen
  • Ich muss viel arbeiten um später was zu erreichen
  • Ich muss unabhängig sein, damit ich später selbst entscheiden kann, was ich machen möchte
  • Ich muss immer pünktlich zuhause sein
  • Ich muss allen gefallen …

Kennst du auch solche: „Ich muss“-Gedanken? Blockierst du dich damit selbst? Halten dich diese Gedanken von deinem Leben ab? Von einem Leben mit Freude und Leidenschaft? Wer sagt dir denn wirklich, was du tun musst und was sein muss? Die meiste Zeit doch nur du selbst, oder?

Im Grunde musst du gar nichts tun, was dir nicht gut tut. Du musst nicht viel arbeiten um später was zu erreichen. Du kannst es tun, du darfst es tun, aber du musst nicht. Du musst nicht unabhängig sein, um selbst Entscheidungen zu treffen. Du tust dir vielleicht leichter, wenn du es bist, aber Entscheidungen kannst du immer treffen.

Du musst dich anpassen um anerkannt zu werden? Ich kann dir etwas verraten: So richtig anerkannt und geschätzt wurde ich erst, als ich damit aufhörte mich anzupassen. 🙂 Indem du dich ständig anpasst, bist du nicht ehrlich und auch nicht authentisch. Die Menschen um dich herum werden dich deshalb nicht mehr schätzen, es wird nur bequem für sie sein und irgendwann langweilst du sie.

Möchtest du immer nur Menschen um dich haben, die alles tun, damit es dir gut geht? Menschen die sich wie ein Blatt im Wind drehen, je nachdem wie die Stimmung ist?

Werde nicht zu so einem Menschen, sondern erkenne dich selbst in dir und lebe dein Leben.

Das „Nicht-dürfen“

Mein Bruder Stefan kümmerte sich nicht um das „Nicht-dürfen“. Wir wollten fortgehen, bekamen aber nicht die Erlaubnis. Ich blieb also zuhause, obwohl ich es als ungerecht empfand und Stefan stieg vom ersten Stock runter und fort war er. Ich ärgerte mich darüber und sorgte mich noch viel mehr. Was wenn meine Eltern das merkten? Ich hätte das nie geschafft. Ich konnte nicht über meinen Schatten springen und das auch tun. Ich war ja ein braves Mädchen. Meine große Angst anzuecken und Streit zu verursachen ging so weit, dass ich mit mir selbst große innere Kämpfe auszutragen hatte.

  • ich trank kaum Alkohol (Betrunken sein, kam für mich nicht in Frage)
  • ich rauchte nicht (nicht einmal heimlich)
  • wenn ich fortging hatte ich den ganzen Abend Stress pünktlich nachhause zu kommen
  • irgendwann ging ich einfach nicht mehr fort

Das ließe sich so weiterführen.

Gott sei Dank gab es immer wieder Menschen in meinem Leben, die mich aus dieser Begrenzung rausgeholt haben. Sie haben mich damit zwar ständig in Stress versetzt, aber mir dabei auch geholfen, das Leben etwas lockerer zu sehen.

Meine erste große Verliebtheit mit 16: Er war ein paar Jahre älter und „Sein müssen“ und „Nicht dürfen“ waren wohl auch nicht in seinem Wortschatz. Ich habe ihn angehimmelt und wenn er sich einmal meldete (damals gab es ja noch kein Handy), dann war das wie Ostern und Weihnachten gleichzeitig. Er war ständig unterwegs, ich fast immer zuhause (wenn ich Glück hatte, durfte ich alle zwei Wochen einmal weg). Sollte er mich um Mitternacht nachhause bringen, wurde es sicher 2 Uhr und meine Angst konnte er nicht nachvollziehen. Manchmal überwand ich meine Ängste und blieb mit ihm im Auto sitzen. Es wurde 4 Uhr früh und ich lernte wohl das erste mal die eigenen Grenzen zu überschreiten. Trotzdem war ich jedes Mal heil froh, wenn ich unbemerkt in mein Zimmer kam und meine Eltern tief und fest schliefen.

Jetzt, über 20 Jahre später, kann ich nur mehr darüber lachen. Was ich nicht alles nicht durfte und was ich inzwischen schon alles gemacht habe 🙂 Ich durfte lernen, dass nur Engerl sein absolut keinen Spaß macht. Glaub mir, ein Engerl mit Hörnern hat es viel leichter im Leben 😉

Verantwortlich sein

Ja ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle Verantwortung für uns selbst übernehmen müssen.

Aber das ist schon alles: Für uns selbst (und eine Zeitlang tragen wir auch die Verantwortung für unsere Kinder, soweit sie es noch nicht können), dann sind wir schon fertig.

Ich dachte ja ziemlich lange, ich müsse für alles und jeden die Verantwortung übernehmen.

  • ich fühlte mich für meine Eltern verantwortlich
  • für meine Geschwister (für Stefan, weil er ständig Blödsinn machte und für meine kleine Schwester, weil ich ja die Große war)
  • für die Launen meiner Mitmenschen
  • für die Harmonie in meinen Beziehungen
  • für die Gefühle der anderen

In Verantwortlich steckt das Wort „Antwort“. Du tust etwas und hast dafür Rede und Antwort zu stehen. Wer kann von dir verlangen, dass du Rede und Antwort dafür gibst, was ein anderer tut? Wie könntest du auch? Wie soll das gehen?

Ich habe fast 40 Jahre dafür gebraucht um das zu erkennen. Seitdem ich das erkannt habe, ist mein Leben viel befreiter.

Wie schaut das bei dir aus?

Die Idee für 2016

  • Welche wertvollen Erfahrungen hast du in deinem Leben angesammelt?
  • Welche Ideen lassen sich davon ableiten?
  • Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus und wie
  • kannst du damit dein nächstes Jahr gestalten?

Ich wünsche dir auf alle Fälle ein wirklich tolles Jahr.

Ich habe für das Jahr 2016 das Motto: „Leichtigkeit in meinem Leben“ gewählt. Dazu wird es immer wieder Beiträge geben und ich freue mich, wenn du an dieser Leichtigkeit dabei sein möchtest.

Breite deine Flügel aus

Cornelia

 

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Ich schenke dir ein E-Book aus meinen ersten Blogbeiträgen und eine Leseprobe meines ersten Buches: „Du machst Karriere – du Rabenmutter? Ohne schlechtes Gewissen, deinen Erfolg genießen“

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Conni,

    sehr treffend dein Artikel :-), sollte muss und aber ….. , wenn man diese Wörter etwas weniger im Sprachgebrauch einsetzt holt man viel Hektik aus sein Leben

    Toller Artikel am Jahresbeginn nur weiter so.

    Alles gute und viel Gesundheit für 2016

    liebe Grüße Christian

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