Gibst du dir die Aufmerksamkeit, die dir zusteht?

Mein heutiger Artikel dreht sich um die Aufmerksamkeit. Viele E-Mails erreichten mich mit demselben Thema. Die Menschen sind ausgebrannt, leer, kurz vorm Burnout, wissen nicht mehr was ihnen gut tut und wo sie ansetzen sollen.

Auch ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich mich jahrelang verausgabt habe, ohne so richtig auf meine Grenzen zu achten.

Das war auch gar nicht absichtlich, ich habe sie einfach nicht bemerkt. Ich war immer schon ein Mensch, der sich so ziemlich alles im Leben erkämpft hat. Mir wurde nichts einfach so geschenkt und von Kind auf habe ich mir selbst antrainiert, dass ich stark sein muss. Einer meiner Glaubenssätze war ganz lange: „Du bekommst nichts geschenkt, du musst dir alles hart erarbeiten!“

Ja, wie es dann so mit den schönen Denkweisen ist, es kommt ja immer so, wie wir es haben wollen 🙂 Wenn ich jetzt darüber nachdenke, hätte ich wohl einen anderen Glaubenssatz wählen sollen: „Alles ist ganz leicht, alles fällt mir zu, ich werde umsorgt und brauche gar nicht viel zu tun“ 🙂

Auf der anderen Seite: Ich würde wohl nicht diesen Artikel schreiben.

Es war so, wie es war und ich habe ja schon sehr viel verändert. Es funktioniert – es dauert nur meist ein klein wenig.

Also nicht verzagen – wir sind wie eine Zwiebel und wir dürfen Schale für Schale schälen. Alles was einmal war, muss nicht so weitergehen. Wir müssen nur bereit sein mit uns selbst zu arbeiten.

Keine Schuldzuweisungen, keine Opferhaltung – das bringt dich nicht weiter, sondern nur tiefer in dein Leiden.

Gibt dir die Aufmerksamkeit, die dir zusteht!

RuheSeit den letzen Jahren gibt es viele Forschungen betreffend der Aufmerksamkeit. Die Fähigkeit der Aufmerksamkeit bestimmt darüber wie erfolgreich wir sind, wie wir mit Aufgaben umgehen, ob wir sie gut oder schlecht erledigen. Hohe Leistungsfähigkeit hängt vielfach damit zusammen, wie gut unsere Aufmerksamkeit trainiert ist.

Multitasking

Jahrelang sagte ich stolz: „Ich bin multitasking fähig! Ich kann viele Dinge gleichzeitig“. Sprüche wie: „Wir Frauen können das, Männer ja nicht“ usw. schwirren ja noch immer so herum. Ich habe bereits im Vorjahr einen Artikel darüber geschrieben, was ich nun davon halte. Gar nichts 🙂 Multitasking stresst und es kommt dir nur so vor, dass du so viel geschafft hast. Wir können uns ruhig dazu bekennen, dass wir gerne eines nach dem anderen machen. Wir können das auch laut ausprechen. Ich sage auch zu meinem Chef: „Ja, das mache ich gerne, ist das in 20 Minuten – oder am Nachmittag, auch ok?“ Das ist vollkommen in Ordnung.

Aufmerksamkeit nach außen und auf andere

Wenn wir uns beobachten, werden wir sehen, dass wir unsere Aufmerksamkeit sehr oft nach außen und auf andere richten.

Dein innerer Monolog könnte so ablaufen:

    • Der Nachbar hat so einen wunderschönen Garten.
    • Seine Wohnung ist auch viel schöner und so viel Freizeit hat der.
    • Wenn ich endlich schlanker bin, dann werde ich ….
    • Ich muss gute Arbeit leisten, damit mein Papa so richtig stolz auf mich ist.
    • Ich werde noch diese Ausbildung machen, weil ich bin noch nicht gut genug.
    • Wenn ich erst einmal so viel Wissen habe, dann …..
    • Na, die hat es leicht, mit diesen reichen Eltern
    • ………..

Die Aufmerksamkeit nach außen und auf andere ist nicht schlecht, sie ist sogar wichtig. (Ich komme noch dazu) Nur leider haben wir oft solche Gedanken, wie oben beschrieben. Die sind eher neidbehaftet oder drücken unser Selbstwertgefühl. Sie machen uns unsicher und treiben uns an, jedoch nicht immer in die richtige Richtung.

Wie wäre es mit so einem Dialog?

    • Die Frau ist schon im reifen Alter, aber sie sieht so toll aus. Schön zum Anschauen. Was sie wohl macht?
    • Wenn ich den Garten meines Nachbars anschaue, dann freue ich mich so richtig. Die Blumen blühen, es duftet so herrlich, ich kann hinüberschauen und die ganze Farbenpracht genießen.
    • Wenn meine zwei Arbeitskolleginnen lachen, erfreut es mich selbst. Ich kann mich dann zurücklehnen, schmunzeln und die Atmosphäre genießen.
    • Toll, wie mein Nachbar sein Leben organisiert, dass er noch so viel Freizeit hat.
    • Wie sie sich heute wohl fühlt? Geht es ihr gut?
    • Wie geht es ihm, ist das ehrlich was er von sich gibt, oder spielt er sich selbst was vor?
    • ……..

Aufmerksamkeit nach innen

Die Aufmerksamkeit nach innen ist für mich aber am Wichtigsten und wird wohl am meisten vernachlässigt. Dabei haben wir alles Wissen in uns und unser Bauchgefühl ist nicht zu unterschätzen!

Unser Alltag lässt diese Aufmerksamkeit kaum zu. Wir sind getrieben und gestresst, müssen dies und das machen. Wer hat da schon die Muse die Schokolade, die er da sich so zwischendurch einwirft, zu beachten, wie sie süß und cremig auf der Zunge zergeht und wie sich dann das volle Aroma ausbreitet, bevor sie dann genüsslich hinuntergeschluckt wird?

Aufmerksamkeit lässt sich trainieren!

Wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten, dann kommt oft die Meditation ins Spiel. Die ist sicher gut, aber ich bin wohl noch nicht so weit 🙂 Immer wenn ich versuche zu meditieren, spielen die Gedanken verrückt oder ich schlafe einfach ein. Da ist nichts mit Aufmerksamkeit!

Für mich heißt das deshalb, dass ich wohl die Konzentration üben muss um dann zur vollen Aufmerksamkeit zu kommen. Die Aufmerksamkeit ist von Natur aus die schnellste Aktivität zu der wir fähig sind, weswegen wir sie auch oft so unbewusst empfinden, wie das Atmen. Sie muss so schnell sein, damit wir notfalls sofort reagieren können, wenn Gefahr droht!

Aufmerksamkeit funktioniert fast wie ein Muskel. Wird sie trainiert, verstärkt sie sich, wird sie vernachlässigt, schwächelt sie. Es gibt gute Übungen unsere Aufmerksamkeit wieder zu stärken und ein konzentrationsmüdes Gehirn wieder in Schwung zu bringen.

Aufmerksamkeit nach innen, nach außen und zu anderen im Zusammenspiel

Obwohl ich darauf plädiere, die Aufmerksamkeit nach innen zu stärken und zu trainieren, dürfen wir nicht darauf vergessen, dass das Zusammenspiel aller drei Arten sehr wichtig ist. Die Aufmerksamkeit ist sozusagen die Verbindung zur Umwelt. Wenn ich mich nur auf mich konzentriere und den anderen nicht wahrnehme, fehlt die Verbindung zu meinem Gegenüber. Die Aufmerksamkeit nach Außen brauche ich, um mich in meinem Umfeld zurecht zu finden.

AufmerksamkeitDiese Darstellung zeigt, wie ich das empfinde. Ich habe bewusst die Aufmerksamkeit nach Innen größer abgebildet, weil ich glaube, dass diese am meisten vernachlässigt wird, diese jedoch zur Intuition führt und zu uns selbst. Ich halte sie für die wichtigste Aufmerksamkeit.

Wie du deine Aufmerksamkeit fördern kannst und welche Übungen es gibt, folgt im nächsten Beitrag.

Bis dahin – Breite deine Flügel aus!

Cornelia

 

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cornelia,
    danke für diesen schönen Beitrag!

    Bei mir ist es so, je aufmerksamer ich in meinem INNEREN bin, umso achtsamer bin ich im Umgang mit meiner Außenwelt. Beschenke ich mich mit Aufmerksamkeit, und fühle ich was sich in meinem INNEREN abspielt, so kann ich die anderen mit ihrem Verhalten besser verstehen und nachfühlen.

    Also für mich dürfte bei der Abbildung das Rad „nach innen“ noch größer sein ;-).
    Ich habe mir tagsüber kleine „Rituale“ erschaffen, um zwischen Kinder, Haushalt, Arbeit … immer wieder ganz bewusst meine Aufmerksamkeit nach innen zu lenken, nach innen zu fühlen, … Bin ich dann wieder ganz in mir, bei mir gelandet ist der Austausch mit AUSSEN, mit den ANEREN klarer 🙂

    DANKE,
    fröhliche Grüße, Romana

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