Impuls 03: Annehmen was ist – Loslassen anders betrachtet

Du musst nur loslassen!

Ja nur loslassen, wie denn loslassen? Wie mache ich das? Wie geht das? Wie schaffe ich das?

Ich nehme an, dass auch du schon oft gehört hast, dass du nur loszulassen brauchst, damit dann alles einfach wird. Jahrelang habe ich mir das selbst vorgeprädigt, es sehr oft in vielen Büchern gelesen und diesen Ratschlag gegeben.

Doch ist das wirklich so einfach? Wie kann man sich das vorstellen? Du stehst vor einem Problem, einer Entscheidung, es fällt dir sehr schwer und dann lässt du einfach los?

Ich glaube mit dem Begriff: Loslassen tun sich viele schwer und das ist auch sehr legitim.

Heute werde ich dir eine Geschichte erzählen, wie man das berühmte Loslassen auch noch sehen kann.

Im Facebook habe ich zufällig den Trailer zum Film: „Ein ganzes halbes Jahr“ gesehen und ich musste sofort das Buch dazu bestellen. Ich habe es an einem Tag ausgelesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte. Ich liebe diese Bücher, die dich in eine Welt verführen und du keine Chance mehr hast, dort auszusteigen. Alles rundherum ist vergessen und du bist ein Teil dieser Geschichte.

Es handelt sich um eine etwas andere Liebesgeschichte. Louisa Clark ist ein Mädchen, das ihre Träume nicht lebt, sich um ihre Familie kümmert und aus ihrem Heimatstädtchen noch nicht rausgekommen ist. Sie ist trotzdem anders, als alle anderen und trägt Kleider, die andere nie anziehen würden. Will Traynor genoss sein Leben in vollen Zügen, war sehr erfolgreich und kam um die Welt. Er ließ keinen Spaß und keine Herausforderung aus, bis zu dem Tag als er einen Unfall hatte und seitdem vom Kopf abwärts gelähmt war.

Will mag dieses Leben so nicht leben und verspricht seinen Eltern ein halbes Jahr, nach diesem halben Jahr möchte er in die Schweiz in eine Klinik fahren um dort dieses Leben zu beenden. Louisa ist auf Jobsuche und kommt dadurch zu Will, weil dieser für dieses halbe Jahr eine Pflegerin braucht. In dieser Zeit lernen beide sehr viel voneinander und es entwickelt sich eine große Liebe.

Kann eine große Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruht, eine Entscheidung, die das Leben beenden soll, beeinflussen?

Ich bin der Meinung, dass in diesem Buch sehr feinfühlig erklärt ist, was Loslassen wirklich bedeutet. Es ist das Annehmen von dem was ist. Will musst akzeptieren, dass er nun gelähmt ist, was er nicht hinbekommt. Er kann es nicht annehmen und möchte auch nicht so weiterleben. Für ihn ist die Entscheidung klar, dass er lieber den Tod annehmen möchte, als das Leben.

Louisa dagegen kämpft um sein Leben und macht alles, damit er glücklich ist. Sie ist der Meinung, dass sie ihn glücklich machen kann, dass sie sein Leben lebenswert machen kann und dass die Liebe zu allem fähig ist. Doch kann man einen anderen Menschen wirklich ändern? Kann man seine Entscheidung beeinflussen?

Loisa lernt, dass zur Liebe das Annehmen gehört. Annehmen was ist, annehmen was der andere möchte – auch wenn dir dabei fast das Herz zerbricht.

Ich habe schon lange nicht mehr so geweint beim Lesen eines Buches und es hat mich auch schon lange keines mehr so berührt und so nachdenklich gemacht.

Wir wollen ständig etwas erzwingen, sind oft ungeduldig und verstehen nicht, warum etwas nicht geht.  Und dabei vergessen wir ganz unsere Konzentration darauf zu legen, was da ist, was wir haben. Wir möchten unseren Partner ändern, damit wir glücklich sind, wir wollen einen neuen Job, weil dann vieles einfacher wird, wir wollen eine neue Wohnung, weil es uns für die Lösung unserer Unzufriedenheit vorkommt.

Akzeptiere deine derzeitige Realität

Durch das Akzeptieren was gerade ist, können neue Möglichkeiten entstehen, neue Perspektiven tun sich auf und aus einer Krise können sich ganz neue Chancen ergeben. Akzeptieren wir die neue Situation nicht und hängen immer in der Vergangenheit, dann können wir nichts Neues sehen. Wir halten am Alten fest und ein Loslassen ist somit nur sehr schwer möglich.

Fangen wir damit an das anzunehmen was gerade ist. Sieh dir dein Leben an und sag JA dazu. Ein lautes JA ohne Wenn und Aber und sei dankbar für alles was du hast. So übernimmst du die Verantwortung für dich selbst und das ist ein sehr großes Geschenk.

Wie schaffst du es am besten deine Situation anzunehmen? Treffe eine Entscheidung! Du kannst jeden Tag in der Früh entscheiden, wie dein Tag werden wird. Wenn du deine Augen öffnest überlege dir etwas auf was du dich freuen kannst. Auch wenn dein Leben gerade kein Zuckerschlecken sein sollte, gibt es trotzdem genug Dinge, auf die du dich freuen und für die du dankbar sein kannst.

Lasse es einfach zu und breite deine Flügel aus

Cornelia

 

PS: Hier findest du einen tollen Beitrag über das Loslassen und Annehmen von Stefan Trumpf

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9 Kommentare, sei der nächste!

  1. Super geschrieben – aber leider geht das loslassen in der Praxis nicht immer so einfach! Und das Buch hab ich auch gelesen – ist ein Liebesroman der ganz anderen Art – mich hat er zum Nachdenken gebracht

    1. Da hast du recht, ist nicht immer so einfach. Aber man kann es üben. Einfach mit Dankbarkeit anfangen. Für alles dankbar sein, was du hast, dann lenkst du die Konzentration genau auf diese Dinge, die dir ein gutes Gefühl geben. Machst du das täglich, dann wirst du immer zufriedener und glücklicher. Irgendwann verändert sich deine Wahrnehmung und vieles, was vorher so wichtig war, ist es nicht mehr. Es lohnt sich wirklich. Alles Liebe Conny

  2. Ich musste – mein Kind – loslassen, weil es temporär ins Ausland ging. Im Vorfeld habe ich gemerkt, dass mich allein der Gedanke daran immer wieder „gebeutelt“ hat, und ich nur das Negative, bzw. die Trauer über den Abschied vor Augen hatte. Für mich war es dann sehr wichtig den Blickwinkel zu ändern, und das Ganze mit Dankbarkeit und Freude zu sehen. Dankbar, dass unser Kind den Mut, das Durchsetzungsvermögen und den starken Willen entwickelt hat Träume und Ziele auch zu verwirklichen, und die Freude darüber, dass es tolle Erfahrungen und bereichernde Lebenszeit vor sich haben wird. Dankbarkeit und Freude, auch mit und für andere!

    1. Hallo Heidi, das finde ich sehr schön, dass du diesen Auslandsaufenthalt nun so sehen kannst. Mein Sohn war 10 Monate unterwegs, meine Tochter ist gerade jetzt in San Diego für 3 Monate und war auch im vorigen Jahr in Amerika. Irgendwann gewöhnt man sich dran 🙂 Auch wenn ich sie vermisse, überwiegt in mir der Stolz, dass sie sich das zutrauen. Wir können ihnen nichts besseres geben, als unser Vertrauen und unsere Unterstützung. Dafür bekommen wir so viel zurück. Auch wir lernen sehr viel daraus, wenn wir das so positiv sehen können und unsere Kinder fühlen sich viel freier, wenn sie wissen, dass wir nicht soviel leiden. Gratuliere! Alles Liebe Cornelia

  3. Danke für den tollen Artikel!
    Loslassen war für mich immer „mal eben fallen lassen“. Wie kann man das, wenn man sich intensiv mit etwas beschäftigt?! Ich habe die Dinge dann immer tot analysiert. Also, das komplette Gegenteil.
    Am Ende muss man Situationen und Menschen immer lassen, wie sie sind. Verändern kann man alles immer nur, wenn man sich selbst ändert.
    Jetzt habe ich einen neuen Ansatz, bei dem ich lernen kann hinzuschauen und nicht so sehr mit mit mir und der „Realität“ kämpfen muss.

    Lieben Gruß
    Andrea

    1. Ja Andrea, ich dachte früher auch immer: Loslassen? Wie jetzt? Hinschauen, ansehen, sein lassen – ist einfach leichter, als die ständige Frage, wie du das nun loslassen kannst.
      Manche Sachen sind einfach und die muss man einfach mal akzeptieren. Indem du zu dir sagen kannst: „Ok, es gefällt mir zwar nicht, aber es ist halt nun gerade so“ wirst du lockerer und kannst dadurch neue Wege und Lösungen sehen, die du nicht sehen kannst, wenn du mit dir kämpfst.

      LG Cornelia

  4. Wie berührend geschrieben! Danke dir dafür liebe Conny!
    Es ist wie ES ist!
    Je weniger ich im Kopf bin, um so mehr geschieht ES. Das Annehmen im LosLassen. Durch das Wahrnehmen und das Fühlen.
    Für mich ist es das Hingeben und im Moment Sein. Und all die Sätze: ‚ist nicht immer so leicht’… Und viele andere Exemplare davon, lassen mich lediglich erkennen: ich bin mal wieder ’nur‘ im Kopf unterwegs. Das lässt mich zu sehr an der Oberfläche bleiben. Da bewegt sich ’nur‘ bedingt etwas. Unter die Haut darf es gehen…
    Mich darauf einlassen: bedeutet üben, üben und einfach üben!
    Am Leben dranbleiben – ohne wenn und dann – bedingungslos – ob es leicht ist? Herausfordernd – dann geschieht: Entwicklung und die ist: einfach!!! Diese Entwicklung mag nicht die Geschwindigkeit haben, wie ich es mir vorstelle – doch mit meiner klaren Vision – bleib ich dran ?
    Einen strahlenden und einfach genialen Tag für dich,
    Voller Hingabe in den Moment (so wie du dich diesem Buch hingegeben hast;-)
    Voller Freude zu dir,
    Ellen

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